4 Wölfe · Leseempfehlung · Rezension

“Queer Docs: Samuel” – Devan Freeman

©Klappentext, Cover & Zitat: Devan Freeman

 

Ebook: 2,99 / Taschenbuch: 9,95

Seitenzahl: 218

Verlag: Selfpublished

Release:  19. Mai 2019

Genre: Romance, Drama, Contemporary

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bekommen, wofür ich mich nochmal ganz herzlich bedanken möchte, laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag unter “Werbung”.

Klappentext:

Gay Romance – witzig, hitzig, gefühlvoll und mit Happy End.

Der homosexuelle Medizinstudent Samuel genießt das Leben aus vollen Zügen. Der Sohn aus gutem Hause lebt für den Moment und hält nichts von langfristigen Beziehungen. Als er sein Praktikum auf einer chirurgischen Abteilung beginnt, merkt er, dass sich die Menschen und das Leben nicht immer auf die leichte Schulter nehmen lassen. Jerko, der brummige Oberarzt, der die Station leitet, und sein gutaussehender Bruder Damian teilen eine dunkle Vergangenheit. Sie stellen Samuels Grundsatz, sich nicht auf einen Menschen einlassen zu wollen, auf die Probe.
Welcher der beiden Brüder wird es schaffen, Samuels Herz zu erobern?
Samuel ist der erste Band der gay romance Buchreihe Queer Docs über eine Gruppe junger schwuler Ärzte in Berlin.

Zitat:

“Dass ihn jemand aus dem Konzept brachte, kam nicht oft vor. Aber der stechende Blick aus den dunklen Augen, mit dem der Oberarzt ihn maß, war höllisch einschüchternd.”
“Am liebsten hätte er ihn in den Arm genommen, ihn getröstet und geküsst und…”
“Er fühlte sich leicht und frei und sicher als Samuels Hände ihn sanft an die Oberfläche und in seine Arme zogen.”

Eigene Meinung:

Samuel von Hohenfels, Student der Medizin, kommt auf die Station der Bauchchirugie und lernt dort den kühlen Dr. Zadnik kennen, der ihn direkt vom ersten Tag an auf den Kicker hat und nicht mal ein Lächeln für ihn übrig hat. Stattdessen hat Samuel das Gefühl, dass Dr. Zadnik ihn nicht leiden kann und am liebsten schnell wieder los werden will. Während seines Praktikums stellt Samuel außerdem fest, dass sich nicht immer alles auf die leichte Schulter nehmen lässt.
Doch kann Dr. Zadnik ihn wirklich nicht leiden oder steckt da vielleicht mehr dahinter? Jerko Zadnik und sein Bruder Demian teilen sich eine dunkle Vergangenheit und bringen Samuel ganz schön durcheinander und dessen Grundsatz, sich auf keinen Menschen und keine Beziehung einzulassen, gerät ganz schön ins Schwanken.

Eine Gruppe junger schwuler Ärzte in Berlin, was könnte einen wohl erwarten? Die Frage habe ich mir auch gestellt. Ein selbstbewusster Medizinstudent, der das Leben genießt, ein grummeliger Oberarzt, der mehr für einen Medizinstudenten empfindet, als er sich selbst eingestehen will, dessen Bruder, dem die Vergangenheit so sehr zu schaffen macht, dass sie ihn noch immer blockiert, ein freundlicher Clubbesitzer, ein herzensguter Türsteher, eine aufdringliche, gute aber auch ein wenig nervige Freundin, als auch düstere Erinnerungen, Liebeskummer, Vertrauensprobleme und große Gefühle. Klingt im ersten Moment eventuell sehr kitschig, doch eine gute Portion Humor lockert das Ganze auf, eine Prise Drama gibt dem Ganzen die nötige Spannung und auch wenn es teilweise recht alltäglich wirkt, langweilt es einen nicht.

Samuel hat sein Leben bisher in vollen Zügen genossen, mit freilebigem Urlaub, Partys und dergleichen. Wir starten mit ihm in sein neues Leben als Praktikant auf der Chirugieabteilung, wo er dem grummeligen Oberarzt Jerko über den Weg läuft. Dieser hat ihn von Anfang an auf dem Kiker und Samuel ist es jedes Mal unangenehm ihm über dem Weg zu laufen. Dennoch lernt er in seinem neuen Praktikum ganz entscheidende Dinge für sein Leben. Nicht jeder kann das Leben so in vollen Zügen genießen wie er, sondern kämpft mit kleinen oder auch größeren Problemen. Samuel hat eine besondere Begabung, er schafft es zu den Menschen durchzudringen und ihnen in jeglichen Lebenslagen beizustehen. Durch seine ganz eigene Art bleibt er nicht nur dem Leser im Gedächtnis.

Jerko Zadnik leitet die Station der Chirugie und gleich im ersten Augenblick, in dem ihm Samuel über den Weg läuft, ist er von diesem gefangen. Doch er will sich nicht auf den verwöhnten Sohn aus reichem Hause einlassen, zumal er auch noch ein Kollege ist. Doch Samuel bringt ihn immer wieder durcheinander und lässt ihn einfach nicht los. Doch bevor er am Zug sein kann, ist da plötzlich sein Bruder Demian, der sich Samuel schnappt. Demian ist so ganz anders als Jerko. Beide leiden unter ihrer Vergangenheit und beide verarbeiten es unterschiedlich. Während sich Jerko doch eine normale Beziehung wünscht, ist Demian lediglich auf heiße Nächte aus, doch als Samuel in ihrer beider Leben tritt, bringt dieser sie ganz schön ins schwitzen.

Die Autorin hat einen wirklich angenehmen Schreibstil. Man versinkt weder in zu detailreichen Beschreibungen, noch fühlt man sich allein gelassen, sondern wird an die Hand genommen und durch die Geschichte um die drei Männer geführt. Ich habe mich keinesfalls gelangweilt, da nichts zu ausschweifend ausgeführt worden war, sondern man blieb immer nah an den Charakteren. Während ich allerdings mit Samuel schnell warm geworden bin, hatte ich mit Demian und Jerko so meine Probleme. Jerko ist sehr auf seinen Bruder bedacht und denkt nicht immer wirklich an sich, während Demian verständlicherweise unter seiner Vergangenheit leidet und sich dadurch selbst im Weg steht. Da die Geschichte vorwiegend aus Samuels Sicht geschrieben ist, lernen wir ihn ziemlich gut kennen. Doch hin und wieder bekommen wir auch Einblicke in Jerkos Gedankenwelt, sodass ich anfangs davon ausging, dass die beiden zueinander finden. Doch Samuel entscheidet sich für Demian, was bis zu dreiviertel des Buches auch so bleibt und erst das letzte Viertel wird den beiden gewidmet. Das fand ich persönlich sehr schade, dadurch wirkt der letzte Teil sehr gehetzt und wirklich mitempfinden kann man bei den beiden nicht. Ich hoffe, dass man eventuell im nächsten Band noch etwas von den beiden liest.

Ich bin dennoch sehr auf den nächsten Band gespannt, da es in diesem um Demian geht, der mich von Anfang an nicht losgelassen hat.

Kritik:

Da man anfangs auch hin und wieder aus Jerkos Sicht die Geschichte mitverfolgt, geht man eigentlich davon aus, dass Samuel und er zueinander finden, doch dem ist nicht so. Stattdessen interessiert sich Samuel für Jerkos Bruder Demian und kommt mit diesem zusammen. Dies bleibt bis zu über die Hälfte des Buches bestehen und erst im letzten Viertel finden Jerko und Samuel zueinander. Dieser Teil wirkt gehetzt und einfach hingestellt, ohne dass man eine Chance hat, mit den beiden mitzuempfinden. Man hat eher das Gefühl, dass Samuel immer wieder zwischen Jerko und Demian schwankt, sodass man letztendlich nur noch möchte, dass Samuel sich entscheidet.

Fazit:

“Samuel” ist der erste Band der “Queer Docs” Reihe und somit auch mein erstes Buch der Autorin. Ich war wirklich gespannt, was mich in dieser Geschichte erwartet, in der es um schwule Ärzte aus Berlin geht. An sich wurde ich positiv überrascht. Die Geschichte um Samuel, Demian und Jerko liest sich flüssig und angenehm. Uns erwarten große Gefühle, dramatische Wendungen, authentische Charaktere und emotionale Momente. Persönlich fand ich es schade, dass der Teil rund um Jerko und Samuel recht kurz angeschnitten worden ist. Zumal man eigentlich ab Anfang des Buches davon ausgeht, dass die beiden zusammen kommen. Dafür erlebt man eine gut ausgeführte Entwicklung bei Samuel mit, der während seines Praktikums lernen muss, dass nicht jedes Leben so locker auf die Schulter zu nehmen ist, wie sein. Da ich dies auch in den folgenden Bänden erhoffe zu lesen, werde ich auch noch den nächsten Band lesen, in dem es um Demian und eine noch sehr interessante Person gehen wird, die man auch hier schon kennen gelernt hat. Neben Samuels Alltag verfolgen wir  auch das Leben im Krankenhaus, begleiten die Ärzte als auch Samuel bei ihrer Arbeit. Ein wirklich gelungener Start in eine interessante Reihe um drei faszinierende Charaktere, bei denen es mir bisher besonders Demian angetan hat, weshalb ich mich schon auf den nächsten Band freue.

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