5 Wölfe · Leseempfehlung · Rezension

“No way” – Regina Mars

©Klappentext, Cover & Zitat: Regina Mars

 

Ebook: 2,99 / Taschenbuch: 9,99

Seitenzahl: 291

Verlag: Selfpublished

Release: 8. März 2015

Genre: Romance, Humor, Coming out, Coming-of-age, Contemporary,

Klappentext:

Zitat:

“Pierre war schon fast bei ihnen angekommen, als jemand vor die Fußballer trat. Die Sonne verdunkelte sich. Vor Pierre stand der größte Junge, den er je gesehen hatte.”
“Pierre spürte, wie die weichen, trockenen Lippen sich vorsichtig gegen seine pressten, wie ein Feuer durch seine Bauchgegend raste und sich in seinem Körper ausbreitete.”
“Pierre warf sich auf ihn und Boris empfing ihn mit offenen Armen. Es hätte nicht besser sein können.”

Eigene Meinung:

Nachdem Pierre das erste Mal bei einer Prügelei verloren hat, will er sich rächen. An Boris, den riesigen Torwart, derjenige der ihn mit einem Hieb k.o gesetzt hat. Doch plötzlich ist er dessen Nachhilfelehrer und soll dafür sorgen, dass dieser in Chemie nicht durchrasselt. Ganz plötzlich verliert er sich in den nachtblauen Augen von Boris und ganz plötzlich steht seine gesamte Welt Kopf.

Wenn man mal was locker, flockiges für zwischendurch braucht, ein Buch, das aufmuntert und von Sorgen ablenkt, kann man mit den Büchern von Regina Mars eigentlich nie was falsch machen. Dieses hier hatte ich innerhalb von zwei Tagen durch und es fiel mir schwer, es aus der Hand zu legen.

Pierre – Draufgänger, Sänger, ziemlich intelligent und als einziger aus armen Verhältnissen auf einer “Bonzeschule”, wo reiche Kiddies mit Geld nur so um sich werfen können. Er scherrt sich nicht um die Meinung anderer und macht gerne sein eigenes Ding. Rumschubsen lässt er sich nicht und schafft es, selbst den Fußballspielern die Stirn zu bieten. Erst wenn man Pierre richtig kennen lernt, wie sehr in das Verhältnis zu seiner Mutter zu schaffen macht und dass er Berge für seine kleine Halbschwester versetzen würde, erst dann merkt man, wie viel in Pierre wirklich steckt. Seiner Meinung nach haben alll die reichen Schüler keine solche Probleme wie er, doch als er Boris und dessen Familie kennen lernt, bemerkt er, dass er Unrecht hat. Boris, der jeden Tag ins Krankenhaus geht, um dort eine Person zu besuchen, die ihm sehr nahe steht. Sein Vater, der keine Ablenkungen erlaubt und große Erwartungen in ihn steckt, der große Torwart soll sich ganz auf den Fußball konzentrieren. Tja und dann taucht plötzlich Pierre in seinem Leben auf.

Zwar wieder ein Buch mit dem typischen Mars-Humor aber auch einer gewissen Ernsthaftigkeit. Pierre und Boris haben ihre Pächcken zu tragen, die doch ganz schön auf ihren Schultern lasten. Pierre schlägt sich mit seiner alkoholsüchtigen Mutter rum, die sich eindeutig mit der falschen Sorte Männer abgibt und die ihren Sohn eher als lästig empfindet und dann ist da noch Boris, dessen Vater von der Beschreibung einem Mafiaboss gleicht und seine Mutter, die ihm nicht zur Seite stehen kann.
Widerwillig setzen sich die beiden zusammen, als Pierre dazu verdonnert wird, Boris Nachhilfe in Chemie zu geben. Gefühle spielen verrückt und beide wissen nicht, was los ist und dann verlangt Pierre auch noch einen Kuss, wenn Boris den Chemietest besteht. Chaos vorprogrammiert.

Die Bücher von Regina Mars kann ich immer wunderbar in einem Rutsch durchlesen. Pierre mit seiner flapsigen Art und der hin und wieder etwas tollpatschige Boris bringen trotz der doch recht ernsten Themen einen gewissen Humor in die Geschichte. Die Autorin verzichtet auf übertriebene Tragik und zu viel Drama, was mir immer besonders gut an ihren Büchern gefällt, auch kommt es nicht gekünstelt und theatralisch rüber, auch wenn die Charaktere tiefgreifend sind, ihre Ecken, Kanten und Macken haben. Auch die Nebencharaktere bleiben nicht blass, zumal wir die Geschichte nicht nur aus Boris´und Pierres Sicht erleben, sondern auch Alan, – Pierres “Anhängsel” – erzählt uns hin und wieder, was er mit den beiden erlebt. Dieser Wechsel geht fließend ineinander über und ich empfand es nicht als störend, es passte in die jeweilige Situation. Aber auch andere Charaktere, wie ihre gemeinsame Freundin Lydia, die noch immer an Pierre hängt, auch wenn sie es natürlich niemals zugeben würde oder auch andere Freunde beziehungsweise die Familie, erschaffen gelegentlich skurille aber auch bewegende Momente.

Leider war das Buch viel zu schnell zu Ende, es hätte gut und gerne noch ein paar Kapitel länger gehen können. Es war einfach spannend mitzuverfolgen, wie Pierre und Boris sich näher kommen, obwohl sie es doch eigentlich gar nicht wollen, obwohl es doch unmöglich erscheint und es ihnen alle in ihrem Umfeld so schwer machen und ihnen einen Stein nach dem anderen in den Weg legen, ob in den eigenen oder in den, auf dem sie sich näher kommen. Der arrogante Draufgänger-Klugscheißer und der riesige Haudrauf-Torwart, beide auf ihre Art liebenswert, die man schnell ins Herz schließt und deren Geschichte man bis zum Schluss mit Spannung verfolgt und förmlich an den Seiten klebt.

Fazit:

“No way” wieder mal eine Geschichte von Regina Mars, in der die Charaktere unterschiedlicher nicht sein könnten. Pierre, der trotz armer Verhältnisse, aus denen er stammt, es auf eine renomierte Privatschule schafft und Boris, der große Torwart, der Einzige, der es schafft, Pierre im wahrsten Sinne des Wortes aus den Latschen zu hauen. Mit ganz eigenem Humor, tiefgründigen Charakteren und auch einer gewissen Portion bedeutsamer Themen erzählt uns Regina Mars eine fesselnde Geschichte von zwei jungen Männern, die sich durchs Leben kämpfen und unverhofft die Liebe finden. Ein Buch, das mich mal wieder bis zur letzten Seite fesseln konnte und das gerne noch ein paar Kapitel länger hätte gehen können. Pierre und Boris haben mich beide von sich überzeugt, dass hinter ihrer Fassade viel mehr steckt, als beide sogar selber ahnen. Beides Charaktere, die es wert sind, geliebt zu werden und in dem jeweils anderen, endlich jemanden finden, der ihn so akzeptiert, wie er ist. Also falls ihr es noch nicht kennt aber die Bücher von Regina Mars genauso liebt wie ich, dann solltet ihr euch das hier nicht entgehen lassen.

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