5 Wölfe · Leseempfehlung · Rezension

Love,Simon: Nur drei Worte – Becky Albertalli

©Klappentext, Cover & Zitat: Becky Albertalli

 

Ebook: 8,99 / Taschenbuch: 8,99/20,27

Seitenzahl: 335

Verlag: Carlsen Verlag

Release: 26. Februar 2016

Genre: Romance, Contemporary, Coming out, Coming of Age, Young Adult

 

Klappentext:

Was Simon über Blue weiß: Er ist witzig, sehr weise, aber auch ein bisschen schüchtern. Und ganz schön verwirrend. Was Simon nicht über Blue weiß: WER er ist. Die beiden gehen auf dieselbe Schule und schon seit Monaten tauschen sie E-Mails aus, in denen sie sich die intimsten Dinge gestehen. Simon spürt, dass er sich langsam, aber sicher in Blue verliebt, doch der ist noch nicht bereit, sich mit Simon zu treffen. Dann fällt eine der E-Mails in falsche Hände – und plötzlich steht Simons Leben Kopf.

Zitat:

“Ich bin es nicht gewohnt, Geheimnisse vor ihm zu haben.”
“Aber gleichzeitig unterschreibt dieser Junge seine Mails mir >>Alles Liebe<<.”
“Dann küsse ich ihn rasch noch einmal und wir stehen beide auf und strecken uns.”

Eigene Meinung:

Simon führt ein Leben wie jeder Andere, naja fast. Er hat eine verrückte Familie, die sich gerne Reality-Shows im Fernsehen ansieht, um über diese hitzige Diskussionen zu führen. Mit seinen Freunden kann er über alles reden, einfach er selbst sein und abhängen. Was nur keiner von ihnen weiß, er ist schwul. Dem Einzigen, den er sich diesbezüglich anvertrauen kann, ist Blue. Blue ist witzig, weise aber auch ein wenig schüchtern. Allerdings weiß Simon nicht, wie er aussieht und wie er wirklich heißt, denn sie tauschen lediglich Mails aus, mehr nicht. Tja und dann geraten die E-Mails in die falschen Hände und alles steht plötzlich Kopf.

Der Film zu der Geschichte hat mich schon überzeugt, weshalb ich mich entschied, mir die Story von Simon sowohl fürs Ohr zu holen und auch als Buch. Das Buch und der Film unterscheiden sich zwar in einigen Dingen, doch im Gegensatz zu einigen Fantasy -Epen stört es nicht und fällt auch kaum auf. Aber darum soll sich diese Rezension ja nicht drehen.

Seit Simons Klassenkamerad Martin die Mails von ihm und Blue entdeckt hat, gerät bei Simon alles durcheinander. Denn dem Entdecker der Mails fällt nichts anderes ein, als Simon zu erpressen. Es stört ihn nicht, dass er geoutet werden könnte, er will Blue da nur nicht mit reinziehen und diesen somit automatisch mitouten. Ich mochte nicht mit Simon tauschen, ich weiß nicht, wie ich mich entschieden hätte, wenn ich in seiner Situation gewesen wäre. Deshalb bewundere ich Simon für seinen Umgang mit diesem ganzen Chaos.
Die Autorin hat es geschafft, Simons Gefühlschaos und wie er mit diesem Durcheinander umgeht, wie ich finde, authentisch darzustellen. Er weiß genau, er könnte sich vor seinen Eltern und seinen Freunden outen, doch gleichzeitig wagt er sich diesen Schritt nicht. Wie sagte er, er hat ständig ein Coming-out. Kaum passiert in seiner Familie was neues, fragt jeder neugierig diesen aus. Seine Freunde sind an den Simon gewöhnt, den sie kennen, wenn er sich nun outet, ist er womöglich wer anderes, zumindest kommt es ihm so vor. Er will seine Freunde nicht verlieren, gleichzeitig fängt er an, sich zu verlieben, er will auch den Kontakt nicht zu Blue verlieren, weil er ihm alle seine Geheimnisse und Gedanken mitteilen kann.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Simon hat eine angenehme Art seine Geschichte zu erzählen. Auf der einen Seite ist er sprachlich einfach nur der Highschool-Schüler, auf der anderen Seite wirkt er auch schon recht erwachsen und hat eine angenehme Art sich auszudrücken.
Blue und Simon lernen sich vor allem über die E-Mails kennen, was mal was anderes ist und wirklich schön mitzuverfolgen war, warum sie anfangen sich ineinander zu verlieben, zumindest von Simons Seite. Die gegenseitige Ermutigung sich zu outen, das Verständnis füreinander und dass der Eine den Anderen in einigen Augenblicken gut verstehen kann. Aber dann immer wieder der Gedanken, wenn sie wüssten, wer der Andere ist, würde das Reden über diese ganzen Dinge gar nicht mehr so einfach fallen.

Simons Freunde spielen eine wirklich entscheidende Rolle. Während ich im Film eigentlich alle ganz gerne mochte, wuchs mir Abby im Buch am meisten ans Herz. Sie ist immer für ihn da, hat eine lockere, coole Art mit denh verrücktesten Situationen umzugehen. Dafür dass Nick Simons bester und längster Freund ist, kam er leider etwas zu kurz daher. Und Leah war teilweise leider echt nervig. Ich konnte sie auf der einen Seite gut verstehen aber sie wirkte zumindest im Film eigentlich nicht wie der superzickige Typ. Dennoch möchte ich unbedingt ihr Buch lesen. Die Verliebtheit in Nick spielt eine wichtige Rolle und ist ein, wie ich finde, bedeutsamter Unterschied zum Film, ich finde es wirklich schade, dass es dort geändert wurde. Auf der anderen Seite mochte ich aber auch, dass es dann kein zu unnötig langes Drama wurde, bei dem sich Simon dramatisch entschuldigen muss, sondern es sind teils vier-Augen-Gespräche in denen das schlicht geklärt wird und seine Freunde verstehen Simon und seine Handlungen auch. Ja sie sagen, Simon war ein Idiot, aber sie entschuldigen sich auch für ihr Benehmen und nachdem sich Simon erklärt hat und einfach die richtigen Worte gewählt hat, ist das Thema dann auch vom Tisch und spielt nicht noch mehrere Kapitel eine Rolle. Selbst Martin kann man dank Simon nicht wirklich hassen, obwohl er echt ein ziemlicher Idiot und A**** ist.

Für mich ist es ein absolutes Wohlfühlbuch und man kann einfach bis zur letzten Seite mitfiebern. Das Buch von Leah werde ich definitiv auch noch lesen, zumal man dort wohl noch ein wenig mehr von Simon und Blue lesen kann. Simon hat eine wirklich tolle Art seine Geschichte zu erzählen und beschreibt mitreißend, wie er sich verliebt und das allein durch Worte in einer E-Mail und den Gedanken, die er sich macht. Immer diese Frage, wer von den anderen Schülern auf der Schule kann es denn nun sein. 

Fazit:

“Love, Simon” eine mal etwas andere Geschichte übers Verlieben, Freundschaft und Familie. Zwei junge Männer lernen sich dadurch kennen, dass sie sich über ihre Probleme und Sorgen durch E-Mails austauschen und müssen dabei darauf achten, nicht zu viel von sich zu verraten, denn eins wissen sie beide mit Sicherheit, sie beide wohnen im selben Ort und gehen auf diesselbe Schule, doch sie wollen nicht, dass der jeweils andere weiß, wer sie wirklich sind. Denn mit jemand fremdes übers Coming-out und dass man schwul ist, zu schreiben, ist befreiend und endlich ist da jemand, der einen versteht. Dann entdeckt jemand die Mails, macht Screenshots und ab da geht das Chaos los. Zu sagen, man solle sich doch einfach outen, einfach man selbst sein, hier merkt man, dies zu sagen, ist einfach, es wirklich zu tun, ist nochmal was ganz anderes. Eine wirklich schöne Geschichte darüber, kann man sich eigentlich über E-Mails verlieben und weil man sich ständig fragt, wer der Andere wohl sein könnte. Herrlich komisch, voller Gefühl und wenn man den Film schon mochte, sollte man sich definitiv noch das Buch holen.

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