2 Wölfe · Geschmackssache · Nicht mein Fall · Rezension

“Immer wieder wir” – Sara Pearson

©Klappentext, Cover & Zitat: Sara Pearson

 

Ebook: 6,99 / Taschenbuch: 14,99

Seitenzahl: 540

Verlag: Selfpublished

Release:  15. Dezember 2019

Genre: Romance, Drama, Contemporary

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bekommen, wofür ich mich nochmal ganz herzlich bedanken möchte, laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag unter “Werbung”.

Klappentext:

Was würdest du tun, wenn du für deinen Partner plötzlich ein völlig Fremder bist? Mit genau dieser Frage muss Ben sich auseinandersetzen, als sein Mann nach einem schlimmen Unfall aus dem Koma erwacht. Seit sieben Jahren sind sie ein Paar, doch Felix weiß das alles nicht mehr. Er erkennt seinen eigenen Mann nicht wieder. Wird Felix’ Erinnerung zurückkehren? Und selbst wenn nicht, kann es Ben schaffen, seinen Mann erneut für sich zu gewinnen?

Achtung! Hierbei handelt es sich um eine überarbeitete Neuauflage! Das Buch erschien am 03.03.2017 schon einmal mit einem anderen Cover. Auch der Inhalt wurde noch einmal überarbeitet.

Zitat:

“Ja, es war nicht immer einfach mit ihm, aber wir hatten bis jetzt alles gut hinbekommen und auch die großen und kleinen Probleme meistern können, mit denen andere Paare vermutlich selbst zu kämpfen haben. “
“Gab es noch Hoffnung für uns?”
“Doch solange wir uns und unsere Liebe hatten und bereit waren miteinander zu kämpfen, konnten wir alles schaffen.”

Eigene Meinung:

Nachdem Felix van Bommel als Autor bei einer Nominierung den ersten Platz gemacht hat und mit großen Sorgen um seinen Mann nach Hause fährt, viel früher als geplant, erwartet ihn Zuhause eine mehr als unangenehme Überraschung. Er muss erfahren, dass sein Ehemann schon seit langem eine Affäre hat und stellt diesen zu Rede. Einige  Zeit nach der Trennung hat Felix einen folgeschweren Flugzeugabsturz, bei dem er nicht nur danach in ein Koma fällt, sondern sobald er wieder erwacht an einer Amnesie leidet und sich an die ganzen Jahre mit seinem Mann nicht mehr erinnert. Ist das vielleicht eine zweite Chance für Ben? Können sie nochmal von vorne anfangen? Vielleicht, wenn es Ben nicht schon wieder vermasseln würde.

Eine an sich wirklich schöne Idee. Wie mag es sich wohl anfühlen, wenn der eigene Partner, all die gemeinsamen Jahre vergessen hat und sich an keine einzige Minute davon mehr erinnert? Wie ergeht es einem, wenn man aufwacht und erfährt, dass man sich nicht wie vermutet im Jahr XY befindet, sondern schon mehrere Jahre später. Man ist angeblich verheiratet und ist ein Autor. Aber man erinnert sich einfach nicht daran.
Die Autorin hat sich dieser Geschichte nochmals angenommen und diese überarbeitet. Sie liest sich nun viel flüssiger und runder, es wurde einiges ergänzt und man merkt im direkten Vergleich, dass die Autorin mit den Jahren und ihren Büchern gereift ist. Vom personellen Erzähler, wechselte sie zum Ich-Erzähler, wodurch man viel näher am Geschehen ist und mit den Charakteren hautnah alles erlebt und mitfühlt.

Leider wirkt sich dieser genauere Einblick bei mir nicht wirklich positiver aus. Für mich waren Ben und Felix schon in der alten Fassung keine wirklichen Sympathieträger und ihre Gedanken nun noch direkter mitzuverfolgen, hat es für mich persönlich nicht wirklich besser gemacht. Ganz besondere Schwierigkeiten hatte ich mit Ben. Seine Art zu handeln, zu denken und auf Felix zu reagieren, waren für mich kaum ertragbar. Für mich hat er nur in Selbstmitleid gebadet und wollte einfach nur nicht allein sein, weshalb er entweder die Affäre hatte oder sobald diese nicht mehr aktuell war, um Felix gekämpft hat. Für mich kamen einfach nicht die großen Gefühle rüber, auch von Felix Seite aus nicht. Mich erinnert Ben an eine Person aus meinem näheren Umfeld, die genauso handelt und denkt und mit der ich nicht wirklich klarkam, sodass dadurch diese Antisympathie gegenüber Ben nun wahrscheinlich herrscht. Als Ben bei einer bestimmten Gegebenheit aufbraust und Felix kritisiert, hätte ich das Buch beinahe sogar abgebrochen, weil Bens Reaktion für mich ein absolutes No-Go war. Er ist auf Felix wegen etwas wütend, was er doch selbst getan hat und nimmt sich das Recht raus, auf Felix sauer zu sein, obwohl er nicht viel besser ist. Zwar weiß Ben auch, dass er etwas falsch gemacht hat und was es ist, doch ständig nur zu lesen, dass ihm dass ja durchaus bewusst ist, er es aber einfach nicht ändert, war für mich irgendwann nur noch anstrengend. Doch auch Felix war für mich nicht wirklich besser. Auf mich wirkte er sehr naiv und teilweise auch leichtgläubig.
Mich haben Bens und Felix´ Gefühle einfach nicht erreicht und ich glaube, dass statt mehr, weniger besser gewesen wäre. Durch die ständige Wiederholung ihrer Gedankengänge, hatte man das Gefühl, sie drehen sich im Kreis und es wirkte eher ermüdend.

In entscheidenden Augenblicken fehlte der gewisse Tiefgang um mit den Charakteren mitzuempfinden, stattdessen kam es für mich eher so vor, als drehe sich bei den beiden alles um Sex. Diese Szenen wurden ausführlich ausgeführt, während die entscheidenden Szenen, in denen sich die beiden über ihre Zukunft klarwerden, in der sie sich aussprechen sollten, diese blieben nicht hängen. Allgemein wirkt vieles erzwungen und nicht authentisch.

Sprachlich hat sich die Neuauflage definotiv gelohnt, es lässt sich angenehmer und flüssiger lesen, doch weder inhaltlich noch die Charaktere konnten überzeugen.

Kritik:

Mich haben vor allem die Charaktere nicht überzeugt. Während Ben für mich sehr egoistisch und selbstmitleidsuhlend rüberkam, war Felix für mich einfach nur naiv und leichtgläubig. Die großen Gefühle, warum Ben gerade Felix wirklich liebt und ihn nicht verlieren will, kamen bei mir nicht an. Allgemein konnte es mich emotional nicht abholen.
In der Kürze liegt die Würze trifft es hier außerdem ganz gut. Man hätte sich auf bestimmte Punkte in der Geschichte begrenzen sollen und aus diesen alles rauskitzeln sollen. Auch die ständig im Kreis drehenden Gedankenkarusselle machten die Geschichte eher ermüdend und langatmig.

Fazit:

Mit der Neuauflage von “Immer wieder wir” ist es Sara Pearson gelungen sprachlich nochmal einiges aus der Geschichte rauszuholen. Die Geschichte rund um Felix und Ben lässt mich zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite befasst sich diese Geschichte mit tiefgreifenden Themen, wie Affäre und Amnesie, doch meiner Meinung nach hätte man sich auf eventuell eine Sache konzentrieren sollen, denn so wirkte vieles eher angeschnitten und grob behandelt, als dass man einen wirklichen Tiefgang erleben konnte. Ben und Felix waren für mich auch leider keine Charaktere, die weder authentisch waren, noch die mir ans Herz gewachsen sind, sodass ich mich letztendlich gerade mit Ben sehr schwer getan habe. Wer mich tatsächlich noch am ehesten interessiert hat, waren Oliver, Felix Bekanntschaft aus seiner Reha und Felix bester Freund Elias, beim Lesen hatte man so eine Ahnung, dass es wohl noch eine Geschichte zu den beiden geben könnte. Im Großen und Ganzen konnte mich die Geschichte rund um Elias und Ben nicht abholen, für mich war sie leider eher langatmig und zermürbend, doch durch die sprachliche Entwicklung und das Ausmerzen einiger Logikfehler ließ sich die Geschichte angenehmer lesen. 

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