5 Wölfe · Leseempfehlung · Rezension

“Hexensold (Noras Galgenmärchen 4)” – Nora Bendzko

©Klappentext, Cover & Zitat: Nora Bendzko

 

Ebook: 5,99 / Taschenbuch: 14,99

Seitenzahl: 482

Verlag: Selfpublished

Realased: 28. November 2018

Genre: Fantasy, Thriller

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bekommen, laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag unter “Werbung”.

 

Klappentext:

»Tanze nicht mit Feen und handle nie mit Hexen.«

Elegio kennt diese Warnung, seit er ein kleiner Junge ist.

Geboren in eine Familie von Assassinen wächst er im Oberitalien des 17. Jahrhunderts auf. Sein Vater Lysander setzt alles daran, ihn auszubilden. Doch dem sanften Elegio ist Töten zuwider.

Sein Leben ändert sich für immer, als er in den Besitz eines verzauberten Kleides gelangt. Es verwandelt ihn in Rapunzel – eine gefährliche Schönheit. In ihrer Gestalt ist er endlich der Todesengel, den Lysander in ihm sehen will.

Aber sein Vater hat ihn nicht grundlos vor Hexenwerk gewarnt. Mit Rapunzel erwachen Mächte im Land, die einen nie dagewesenen Krieg entfesseln.

Und Elegio, der nie kämpfen wollte, gerät mitten zwischen die Fronten …

Eine dunkelfantastische Thriller-Adaption zur Zeit des 30-jährigen Krieges, angelehnt an das bekannte Märchen der Brüder Grimm: »Rapunzel«.

Zitat:

„Ottilia sah neben ihrem blassen Bruder wie eine verwunschene Prinzessin aus. Es war genau das Bild, was Rapunzel bei der Hexe gesehen hatte. Ottilia und Casper, Arm in Arm zwischen violetten Blüten, wie schlafend.”

Eigene Meinung:

“Hexensold” ist das erste Buch und somit auch das erste Galgenmärchen, was ich von der Autorin gelesen habe.

Ich war mir anfangs nicht sicher, was mich erwartet aber umso mehr ich gelesen habe umso mehr bin ich in die Geschichte abgetaucht. Gleich vorweg wenn man schwache Nerven hat, sollte man dieses Buch nicht in die Hand nehmen, wer allerdings düstere Geschichten mag, die einen gehörigen Fantasyanteil haben und die Märchen mal aus einer ganz anderen Sicht zeigen, ist hier genau richtig.

Man lernt Elegios Geschichte kennen, der mit seinen 15 Jahren zu einem vollwertigen Assassinen werden soll, doch er schafft es nicht, erst als er eine Perücke anlegt und ein Kleid anzieht und er zu Rapunzel wird, schafft er es. Ist er Rapunzel, ändert sich sein ganzes Wesen, nicht nur seine Magie nimmt, er wird zu Rapunzel. Rapunzel wird als eigenständige Person dargestellt, sodass man sogar als Leser vergisst, dass Elegio und Rapunzel ein und dieselbe Person sind.

Der Schreibstil ist genau passend zur Zeit gewählt, auch wenn es doch einen modernen Anklang hat und dennoch ist es sehr stimmig. Mir hat es gut gefallen, gerade das Düstere und Dunkle in der Geschichte bereitet einem Gänsehaut. Hin und wieder war ich verwirrt weil ich nicht wusste, sind nun einige Gegebenheiten Einbildungen gewesen oder nicht aber wenn man weiter liest, versteht man es.

Wir werden auf ein besonderes Abenteuer mitgenommen, mit sehr unerwarteten Ereignissen, ich möchte nicht spoilern aber ein Erlebnis hab ich zweimal gelesen um zu verstehen, was da gerade passiert ist, nicht weil es kompliziert geschrieben war, sondern weil ich es einfach nicht glauben konnte. Trotz düsteren Inhalt hat das Buch ein Happy End, nur vielleicht nicht so wie jeder denkt.

Was mich positiv überrascht hat, ist, dass einige Nebencharaktere sogar homosexuell sind. Es ist mal was anderes in so einer düsteren Geschichte und gerade zu der Zeit wo es spielt, finde ich es einen interessanten Aspekt. Allgemein spielen hier Nebencharaktere hier große und wichtige Rollen über die man auch einiges erfährt aber hauptsächlich ist es Elegios Geschichte.

Die Geschehnisse wurden sehr bildlich beschrieben, was einem alles näher bringt. Gerade die düsteren Stellen hat die Autorin so authentisch und gefühlsnah geschrieben, dass sie einem noch lange im Gedächtnis geblieben sind und es noch eine Weile tun werden.

Kritik:

“Hexensold” ist eine sehr düstere Variante des bekannten Märchens Rapunzel, für manch einen könnte es zu düster sein, da es zu der Zeit spielt, in dem der 30-jährige Krieg zwischen den Katholiken und den Protestanten stattgefunden hat. Es herrscht Grausamkeit und Ungerechtigkeit, jedem dem das zu nahe gehen könnte, sollte lieber die Finger hiervon lassen, wer aber schon die vorigen Galgenmärchen kennen gelernt hat, weiß worauf er sich einlassen wird. Für Leser die Gay Romance und Ähnliches bevorzugen sind hier definitv fehl am Platze.

Fazit:

Hexensold“ ist ein „Märchen“ der besonderen Art. Eine düstere Geschichte voller Magie und Dunkelheit. Die Autorin nimmt uns in eine düstere und finstere Zeit mit, in der ein junger Mann mit Hilfe einer Perücke und eines Kleides eine zweite Persönlichkeit entwickelt, dessen Vater ein erfolgreicher Assassine ist, eine Welt, in der Hexen existieren, in der Menschen um ihr Leben bangen, weil sie an etwas glauben bzw. anders glauben. Man erlebt die Geschichte hautnah mit, mich hat hier vor allem der Schreibstil überzeugt, der zum einen zu der Zeit passt, in der diese spielt und zum anderen hat er einen modernen Anklang. Mir hat es gut gefallen, gerade das Düstere und Dunkle in der Geschichte bereitet einem Gänsehaut. Gerade die finsteren Geschehnisse bleiben einem noch lange im Gedächtnis und man denkt noch lange darüber nach. Ich hab eine Szene zweimal gelesen, weil ich nicht glauben konnte, dass es wirklich passiert ist.

Man sollte also bedenken, dass dies nichts für schwache Nerven ist aber wer sowas mag, ist hier genau richtig. Wir tauchen tief in Elegios Gedankenwelt ab, erleben dessen Vorstellungen und dessen Einbildungen, falls dies überhaupt welche sind.

Am meisten fasziniert hat mich, wie sich beim Lesen Elegios Persönlichkeit so sehr verändert hat, sodass man vergisst, dass Rapunzel und Elegio ein und dieselbe Person sind. Für den queeren Anteil in diesem Buch sorgt einmal Elegio selbst und einige Nebencharaktere sind homosexuell, was weitere Probleme mit sich bringt, wenn man bedenkt, zu welcher Zeit das Buch spielt.

Wer Märchen liebt und diese mal ganz anders erleben will, sollte das hier unbedingt lesen, ich werde mir auf jeden Fall noch die anderen Galgenmärchen auf die to-read Liste schreiben.

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