5 Wölfe · Leseempfehlung · Rezension

“Heiße Keramik” – Regina Mars

©Klappentext, Cover & Zitat: Regina Mars

 

Ebook: 4,99 / Taschenbuch: 12,99

Seitenzahl: 251

Verlag: Selfpublished

Release: 15. Juli 2019

Genre: Romance, Humor

Klappentext:

»Ich bin hier, um Ihnen ein Angebot zu machen.«
Was macht dieser blonde Schnösel in seiner Werkstatt? Als hätte Gordan nicht schon genug Probleme, steht dieser Robin plötzlich vor dem schlecht gelaunten Keramiker und will eine Plastik, die Gordan nicht töpfern kann. Gordan tut das einzig Richtige und wirft ihn raus. Aber Robin ist hartnäckig. Um seiner Familie zu beweisen, dass er mehr als ein leichtlebiger Trottel ist, geht er Gordan weiter auf die Nerven. Und Tag für Tag schleicht er sich mehr in dessen Herz …
Enthält: Kleinstadtromantik, Gürteltiergießkannen, betrunkene Eskapaden und die ganz große Liebe.

Zitat:

“In der schäbigen Keramikwerkstatt war er ein Fremdkörper, genau wie in der schäbigen Kleinstadt, in der sich die Werkstatt befand.”
“Beinahe wäre er wieder in die Knie gegangen, aber die brodelnden Gefühle in ihm hielten aufrecht.”
“Gordan packte ihn, wirbelte ihn herum und drückte die Lippen in Robins Nacken.”

Eigene Meinung:

Ein blonder Schnösel taucht bei Gordan in der Werkstatt auf und macht ihm ein unfassbares Angebot, weas er eigentlich nicht ablehnen dürfte. Doch Gordan lehnt ab und wirft den blonden Schönling einfach raus, im wahrsten Sinne des Wortes. Robin, besagter Blondling, ist sprachlos, doch so schnell gibt er nicht auf. Er will seiner Familie zeigen, dass er mehr kann, als sexsüchtig und unnütz zu sein, denn für das hält seine Familie ihn. Durch seine Hartnäckigkeit geht er Gordan allerdings nur immer mehr auf die Nerven, bis Gordan plötzlich bemerkt, dass mehr unter der aufegesetzten Fassade Robins steckt und genau diese fehlerhafte und makelbesetzte Seite möchte er sehen und kennen lernen. Beide bemerken nicht, wie immer mehr Gefühle mit ins Spiel kommen.

Wieder durfte ich ein Buch von Regina Mars in den Händen halten und habe mich wieder köstlich amüsiert. Mit viel Witz und Charme hat die Autorin eine wundervolle Geschichte über zwei einzigartige Charaktere geschrieben, die einem zum einen doch recht nahe geht aber einen auch immer wieder zum schmunzeln bringt. Gordan und Robin nehmen uns mit auf eine Reise voller Gefühle, selbstzweifelnder Gedanken und Momente, bei denen man beide am Kragen packen und schütteln möchte.

Robin ist nach außen hin ein Schönling sondergleichen. Er möchte perfekt sein und macht doch so viel falsch und eckt gefühlt überall an.  Er ist ein Tollpatsch und ein Schwerenöter und liebt Sex, doch als Sohn einer sehr reichen und einflussreichen Familie gerät er dadurch immer wieder in Erpressungen und Geldforderungen für die Verschwiegenheit. Seine Familie ist es leid mit ihm, da er scheinbar nichts anderes kann, als sich in Schwierigkeiten zu bringen. Doch Robin will ihnen zeigen, dass viel mehr in ihm steckt, als alle von ihm denken. Deshalb will er den grummeligen Keramiker Gordan um den Finger wickeln und überreden, ihm ganz besondere Plastiken zu verkaufen. Doch anstatt Gordan von sich zu überzeugen, zeigt er ihm eher unbewusst die Maken und Kanten unter seiner glattpolierten Maske, die Gordan viel interessanter findet als die aalglatte Oberfläche. Gordan möchte den wahren Robin kennen lernen. Hin und wieder kamen mir bei Robins Gedanken die Tränen, denn wenn man mal hinter die Fassade blickt, merkt man, wie sehr Robin darunter leidet, immer perfekt sein zu müssen. Er lässt sich weder fallen, noch gönnt er sich mal Augenblicke, in denen er nicht immer auf seine Umgebung achtet, vor die er sich keine Fehler erlauben darf.

Gordan war gleich von anfang an ein sehr sympathischer Charakter.  Er kitzelt den wahren Robin heraus und holt ihn an die Oberfläche und genau in diesen verliebt er sich. Von seinem Ex verlassen auf Grund eines anderen, fällt es Gordan schwer sich von diesem zu lösen und hängt noch immer an ihn. Unabgesprochen will er mit Robins Hilfe diesen eifersüchtig machen um diesen wieder für sich zu gewinnen. Doch als es soweit ist, muss er feststellen, dass sich sein Herz für wen ganz anderes entschieden hat. Gordan ist eher der grummelige Part, doch auch er unterschätzt sich selbst. Gordans eher ruhepolhafte Art nimmt Robin das eher sprunghafte und erdet ihn.

Nicht nur, dass sich die beiden Charaktere gegenseitig auf positive Art beeinflussen, sie nehmen sich auch gegenseitig so, wie sie wirklich sind. Sie lieben vor allem die Ecken und Kanten, die kleinen und die großen Makel und das bringt die Autorin auf so einfühlsame Weise rüber, dass man selbst die beiden Charaktere sehr ins Herz schließt. Mit viel Humor und dem gewissen Etwas, einem flüssigen und liebevollen Schreibstil, durch den man durch seine Einfachheit und doch Bildhaftigkeit versinkt. Dass die Charaktere durch den jeweils anderen wachsen, sind wir von der Autorin gewöhnt, doch es wird nie langweilig. Doch nicht nur die beiden bilden ein stimmiges Bild, die zwar nicht gänzlich ausgestalteten Nebencharaktere runden das Bild dennoch sehr gut ab. Da ist zum einen Gordans Schwester mit ihren Kindern und ihrem Mann, ihren Sohn lernen wir in der Extrageschichte noch mal genauer kennen, seine Schwester Erica wirkte anfangs nicht wirklich umgänglich und ich hab sie tatsächlich falsch eingeschätzt, denn umso weiter die Geschichte voranschreitet und Robin sich ihr gegenüber beweist, umso sympathischer wird sie. Dann ist da Gordans Ex, der immer mal wieder auftaucht und die aufkeimenden, langsam wachsenden Gefühle von Robin und Gordan durcheinander wirbelt. Zum Schluss ist da noch die Dorfgemeinschaft, die das Gesamtbild wunderbar abrundet. Zwar bugsiert sich Robin immer mal wieder in für ihn peinliche Situationen, doch genau deswegen fangen die Bewohner an ihn zu mögen und nehmen ihn in ihren Kreis auf.

Die Autorin hat wieder eine liebevolle und gefühlvolle Geschichte erschaffen mit zwei außergewöhnlichen Charakteren, hinter denen wieder mehr steckt, als man auf den ersten Blick vermutet.

Kritik:

Die Autorin schafft es, ein Grundkonzept in mehreren Varianten zu schreiben, sodass es zumindest für mich immer wieder aufs Neue spannend ist. Das muss aber nicht für jedermann so sein. Dem ein oder anderen könnte diese Art von Geschichte allmählich langweilen.

Fazit:

In “Heiße Keramik” geht es heiß her…. Scherz beiseite. In diesem Buch erzählen uns Robin und Gordan ihre Geschichte. Zwei Charaktere die mal wieder unterschiedlicher nicht sein könnten, so wie wir es von Regina Mars kennen und lieben. Robin der wohl leicht verpeilte, reiche Schönling, der um die Gunst des grummeligen und in sich gekehrten Keramikers Gordan buhlt. Ihr erstes Treffen verläuft gerade für Robin nicht gerade glanzvoll, doch der blonde Sturkopf gibt nicht so schnell auf und schafft es, für beide unerwartet, in Gordans Herz. Mit viel Humor aber auch Gefühl erzählt uns die Autorin diese liebevolle Geschichte über zwei Menschen, die eher durch ein glückliches Missverständnis zueinander finden. Eine Stadt voller, zumindest laut Robin, verrückter Leute, die sich zwar über ihn amüsieren aber auch so in ihre Mitte aufnehmen, wie er nun mal ist, eine besorgte Schwester, die es nach außen hin aber nicht schafft, wirklich zu zeigen, ein sprunghafter Ex, der versucht sich zwischen Robin und Gordan zu stellen. Eine Geschichte über das Loslassen alter Dinge, den Mut sich auf Neues einzulassen und das Suchen nach seinem wahren Selbst. Gordan und Robin schleichen sich auf jeden Fall schnell ins Herz des Lesers und lassen einen so schnell nicht wieder los. Es erwarten ein paar Lesestunden voller Lachtränen, doch gerade Robins Gedankengänge lassen einen immer mal wieder zum Taschentuch greifen. Wieder eine sehr lesenwerte Geschichte von Regina Mars.

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