3 Wölfe · Leseempfehlung · Rezension

“Hard Enough – Schimmer in Bernstein” – D.C. Malloy

©Klappentext, Cover & Zitat: D.C. Malloy

 

Ebook: 3,99 / Taschenbuch: 9,99

Seitenzahl: 215

Verlag: Selfpublished

Release: 01. August 2019

Genre: Fantasy, Romance, Wandler

 

Klappentext:

Sein Auftrag ist eigentlich ganz einfach. Er verführt den muskelbepackten Türsteher mit den langen Haaren und den Tattoos, entlockt ihm ein paar Infos und damit ist der Deal erledigt. Ist ja nicht so, als würde Hayden die Nummer zum ersten Mal abziehen. Allerdings hat er nicht damit gerechnet, dass er ausgerechnet mit dem rauen Schlägertypen Ridge die heißeste Nacht seines Lebens verbringen würde. Und dass der grobe Klotz dann auch noch sein Herz zum Zittern bringt, war schon gleich gar nicht eingeplant! Nur, wo soll das hinführen? Hayden muss seinen eigenen Arsch retten und dann so schnell wie möglich untertauchen. Aber eine weitere Nacht kann er doch riskieren oder etwa nicht?

Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und kann für sich allein gelesen werden, wobei sie mehr Spaß macht, wenn man die Vorgänger “Good Enough – Funken in Türkis” und “Strong Enough – Flammen in Indigo” kennt. Die Kerle werden euch nicht enttäuschen, also ab in den Weiler! Macht euch auf sinnliche Lesestunden gefasst!

Zitat:

“Die Distanz zwischen McVaine und ihm wurde immer geringer und mit jedem Inch, den er weiter vordrang, beschleunigte das Herz das Blut in seinen Adern.”
“Das war es. Das war es gewesen. Hayden wollte endgültig nichts mehr von ihm wissen.”
“Schließlich wurde er auf die Stirn geküsst –  dorthin, wo ihn noch keiner zuvor geküsst hatte – und an eine breite Brust gepresst, in der ein Herz sehr kräftig und laut schlug.”

Eigene Meinung:

Hayden Everard, korrupter Bulle, ein Taugenichts?! In den Diensten des Mafiaboss Krulic soll er nur einen Auftrag erledigen. Dem muskelbepackten und tättowierten Türsteher ein paar Informationen abknöpfen, damit Krulic Slick Sonny Hard endlich das Handwerk legen kann. Doch es kommt alles ganz anders, nicht nur, dass er auch von dem sogenannten Türsteher reingelegt wurde, auch sein Herz bringt ihn ganz schön in Schwierigkeiten.

Hayden hat man in den vorigen Bänden schon kennen gelernt und auch wenn ich ihn teilweise wegen dem Mist, den er verzapft hat, nicht leiden konnte, wusste ich doch, dass da so viel mehr hinter steckt und gerade nach dem Ende des vorigen Bandes wollte ich einfach mehr über diesen Charakter erfahren und hoffte, dass er vielleicht sogar sein eigenes Buch bekommen würde und tadaa, da ist es. Zwar lässt sich dieser Band auch ohne Kenntnisse der vorigen lesen, doch zum besseren Verständnis sollte man sich diese nicht entgehen lassen, zumal es sich lohnt, den Weiler und seine Bewohner schon vorher kennen zu lernen.

Hayden und Ridge sind zwei Männer, die es in ihrem Leben nicht wirklich leicht gehabt hatten. Der eine von seiner Mutter vernachlässigt und seelisch misshandelt, der Andere als Schoßhund und Bestie erzogen, jeden zu töten, den es zu töten galt.

Leider, leider, leider ist die Geschichte wieder viel zu kurz. Ich mag den Schreibstil und die Grundideen der Autorin wirklich, doch sie quetscht eine Geschichte, die gut und gerne das doppelte an Seitenzahlen ausgefüllt hätte, in einen wirklich engen Raum. Wir werden in das Geschehen geradezu hineingeschleudert und danach rasen wir durch das Geschehen. Man kann keinerlei Bezug zu den Charakteren aufbauen und es fehlt ihnen wie auch in den vorigen Bänden einfach an Tiefe, was unglaublich schade ist. Ridges Vergangenheit und auch Haydens werden während eines Gespräches komplett abgehandelt, obwohl man daraus so viel hätte mehr machen können. Es bleiben sogar ein paar Fragen offen und gerade Ridge bietet so viel Potenzial. Ich kann mich auch noch daran erinnern, dass im zweiten Band Hayden die Flucht ergriff und plötzlich erledigt er hier Aufgaben für einen Mafiaboss, wo mir ein wenig der Teil dazwischen fehlte. Es bleibt alles recht schwammig und blass und gerade Hayden wäre ein Charakter gewesen, bei dem mit genügend Tiefe eine wirklich bewegende Geschichte entstanden wäre.

Dennoch ist es schön von altbekannten Charakteren zu lesen, wie Don und Frank, sowie Brennan und Nick aber auch den restlichen Bewohnern des Weilers. Es sind liebgewonnene Charaktere, bei denen ich mich jedes Mal freue, wenn man wieder von ihnen liest und was mir auch an dieser Reihe so gefällt. Immer wieder zieht es uns zu diesem familiären Weiler zurück, der auch für einen A… wie Hayden die Türen in einer Notsituation öffnet. Auch erfreulich war es zu lesen, dass gerade Frank gegenüber Hayden den größten Mut zeigt und sich auf dessen Seite stellt, da zwischen den beiden im vorigen Band ein ziemlich angespanntest Verhältnis bestand. Und auch wenn den Charakteren an Tiefe fehlt, war ich bei einigen Szenen seitens Hayden wirklich gerührt, weil diese zeigten, was er eigentlich für ein zerstörter Charakter war, der eigentlich nur ein, zwei helfende Hände benötigte um  aus dem trostlosen Sumpf, der bisher sein Leben war, zu entkommen.
Durch die schnelle Abhandlung der Ereignisse muss ich gestehen, kam Ridge für mich doch ein wenig als Weichei rüber. Jahrelang hat er seine Dienste verrichtet und kaum taucht Hayden auf, wird ihm mit einem Mal von alldem schlecht und er will es nicht mehr tun. Wie hat er sich denn zuvor gefühlt? Gerade bei Ridge hätte man mehr Hintergrund benötigt, um ihn zu verstehen.

Kritik:

Wieder viel zu wenig Seitenzahlen für eine Geschichte, der ein größerer Umfang besser getan hätte. Gerade Ridge und Hayden sind Charaktere, die man gut hätte ausbauen können, da sie viel Potenzial bieten, doch das wird leider nicht genutzt, was wirklich schade ist. Auch die Gefühle zueinander waren unfassbar schnell da und man kann nicht mal festmachen, woher sie eigentlich kamen und warum sie sich entwickelten. Die Vergangenheiten der beiden Protagonsiten werden innerhalb von zwei, drei Sätzen erzählt, in einem einfachen Gespräch, obwohl sie deutlich zeigten, warum Ridge Ridge wurde und Hayden Hayden, doch man hätte sie gut ausbauen können. Es sind Geschehnisse, die man eigentlich nicht einfach so erzählt, sondern bei denen sich die meisten Charaktere zurückziehen und schweigen, doch hier scheinen Liebe und ein paar auffordernde Worte auszureichen, was für mich schwer nachvollziehbar war.

Fazit:

Mit “Hard Enough” geht es in die nächste Runde rund um die Bewohner des Weilers. Wer die vorigen Bände schon gelesen hat, hat auch schon Bekanntschaft mit Hayden Everad gemacht und auch wenn er ein unangenehmer Zeitgenosse war, hat er bei mir doch so viel Interesse geweckt, dass ich seine persönliche Geschichte kennen lernen wollte und hier ist sie nun zum Glück. Nun bekommt er jemanden an seine Seite, der ihm die Stirn bieten kann und ihm ein ganz anderes Leben zeigt, was er bisher kennen gelernt hat. Hier hat leider die Kürze des Buches der Geschichte geschadet. Ridge McVaine und Hayden besitzen beide prägende Vergangenheiten, die man gut hätte ausarbeiten und den Charakteren viel Tiefe hätte verleihen könne, doch leider wurden bei beiden innerhalb von wenigen Sätzen ihr gesamtes bisheriges Leben erklärt und hat so keinerlei Eindruck hinterlassen. Dennoch hat mich ihre Geschichte ein wenig berührt, denn gerade Hayden ist so ganz anders, als man ihn bisher kennen gelernt hat. Ich hab mich trotz allem sehr gefreut, wieder in den altbekannten und liebgewonnenen Weiler zurückzukehren.

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