3 Wölfe · 4 Wölfe · Geschmackssache · Leseempfehlung · Rezension

“Gletschergold” – Crystel Greene

©Klappentext, Cover & Zitat: Dreamspinner Spinner

 

Ebook: 3,65 / Taschenbuch:

Seitenzahl: 134

Verlag: Dreamspinner Press

Release: 19. Februar 2019

Genre: Romance, Coming out

Klappentext:

Gay Romance im Schnee

Justin aus LA hat mit seinem Studium zu kämpfen und glaubt auch sonst nicht wirklich an sich, aber er weiß, dass er in zwei Dingen gut ist: Snowboarden und Sex.

Warum benimmt sich Andi, der heiße Snowboardlehrer in dem Tiroler Skiresort, in dem Justin Urlaub macht, als ob er Justin nicht mal sieht? Justin denkt bald nur noch an eins: den jungen Österreicher ins Bett zu kriegen. Denn nach einer Begegnung in der Sauna, weiß er, Andi mag ihn auch – auf jeden Fall vom Hals abwärts.

Um ans Ziel zu kommen, bucht Justin Andi schließlich als privaten Guide für einen Heliboardingtrip. Aber auf dem Gletscher kommt es zum Drama. Andi verletzt sich, dann geraten die beiden Männer in einen Blizzard. Plötzlich geht es nicht mehr um Spaß im Schnee und darum, einem süßen Typen vom Lande zu seinem Ersten Mal zu verhelfen, sondern ums Überleben. Und um noch mehr. Denn als die beiden Männer die Nacht in einer Hütte am Berg verbringen müssen, wird klar: Das zwischen ihnen ist nicht bloß dieser wilde Mix aus Culture Clash und magnetischer körperlicher Anziehung, sondern etwas viel Größeres – vielleicht sogar Liebe.

World of Love – Schwule Liebesgeschichten aus aller Herren Länder.

Zitat:

“Aber es ist auch die verrückte Wahrheit.”
“Der Silberschlafsack fängt an, in obszönem Rythmus zu knistern.”

Eigene Meinung:

Ein Trip in die tiroler Alpen verändert Justins Leben und stellt es ganz schön auf den Kopf, als er den gutaussehen Skilehrer Andi trifft. Peinlicher könnte die erste Begegnung allerdings nicht verlaufen sein, nackt mit Honig beschmiert in der Sauna, hinterlässt Justin bei Andi einen bleibenden Eindruck. Doch anstatt dass sie sich näher kommen, blockt Andi jegliche Versuche seitens Justin einfach ab. Justin kann das nicht auf sich sitzen lassen und versucht immer wieder sein Glück, bis er einen sehr waghalsigen Versuch startet und alles ein bisschen außer Kontrolle gerät.

Anfangs hatte ich schon meine Schwierigkeiten vor allem mit Justin. Da er ständig auf Andis Aussehen aber auch auf sein eigenes und das seiner Freunde eingeht, kommt er sehr oberflächlich rüber. Für ihn zählt nichts weiter als das gute Aussehen, dabei fragt man sich hin und wieder wo sein Maßstab ist, wenn er selbst einen etwas skurrilen Modegeschmack hat :D. Außerdem nimmt er stalkerähnliche Züge an, da er Andi ständig an den Hacken klebt. Seine Art auf Andi zu zu gehen, ist sehr gewöhnungsbedürftig, er versteht nicht wirklich ein Nein und will es nicht wahrhaben, doch es ist auch verständlich, da er etwas von Andi erfahren hat, was andere nicht wissen.

Leider wird es erst gegen Ende hin wirklich spannend und mitreißend, da Justin durch seinen falschen Stolz und seiner Sturheit sich und Andi in Gefahr bringt. Ein Schneesturm kann alles verändern. Justin hilft Andi zu dem zu stehen, was er ist und sich vor allem auch selbst zu akzeptieren. Da die Geschichte aus Justins Sicht erzählt wird, erfahren wir nur dessen Gedanken und Gefühle, was ich bezüglich Andi auf der einen Seite sehr schade finde aber auch spannend, da man miträtselt und mitfiebert, ob Justin es schafft.

An sich bin ich bei der Geschichte zwiegespalten. Auf der einen Seite hat sich für mich der Anfang recht gezogen, obwohl das Buch an sich recht kurz ist, wie Justin hinter Andi her ist, ich hab teilweise überlegt, das sogar zu überspringen. Das Ende oder das letzte Drittel hat alles für mich wieder rausgeholt, die Autorin hat eine plötzliche fesselnde Spannung aufgebaut, bei der man die beiden bei einem Schneesturm begleitet und dann kommt es endlich zum Ersehnten. Leider ist das Ende abrupt und etwas offen aber man kann sich den Rest denken. Auch wenn Justin anfangs wirklich schwierig war, sollte man am Ball bleiben, weil er doch eine gwisse Wandlung durchmacht und endlich mal “aufwacht”. Justins Freunde sind die besten die man haben kann, sie stehen ihm mit Rat und Tat beiseite und halten egal was kommt zu ihm, das sind richtige Freunde. Dabei hat sich Justin teils recht daneben benommen. Doch gleichzeitig merkt man während des Lesens, dass im Grunde vieles nur eine Maskerade ist, sein derzeitiges Studium macht er nicht um seineswillen, sondern weil seine Mutter es will. Er weiß gar nicht so genau, was er in seinem Leben will und Andi hilft ihm dabei, sich langsam auf alles ein zu lassen.

Mich hat ebenfalls der Schreibstil überzeugt. Er ist locker und flüssig zu lesen, er ist passend zu Justibs Art gewählt, ist aber auch nicht zu ausgeflippt. Es werden die richtigen Gefühle übermittelt und gerade die erotischen Szenen lassen den im Buch vorkommenden Schnee schmelzen. 😉 Die Beschreibungen der tiroler Landschaft haben einen ein traumhaftes Bild vor Augen gemalt, sodass man beim Lesen das Gefühl hatte, selbst vor Ort zu sein und den Schnee glitzern zu sehen. Man befand sich selbst in der Skilandschaft und man sollte sich tief in eine Decke kuscheln um nicht zu erfrieren.

Kritik:

Justin wird wohl nicht jedem gefallen und einigen auf die Nerven gehen, er ist anfangs sehr oberflächlich und ist auch zu seinen Freunden nicht immer gerade ein Sonnenschein. Einigen könnte er auf sauer aufstoßen. Lest rein auch ruhig über die Leseprobe, ob ihr soweit damit klarkommt. Er hat lediglich an Andi Interesse, weil dieser gut aussieht, eigentlich weiß er kaum was von Andi. Wo man sich letztendlich fragt, warum er sich eigentlich in Andi verliebt hat.

Fazit:

Eine Geschichte die die Gletscher von Tirol zum Schmelzen bringt. Lasst euch in die verschneiten Skilandschaften entführen und begleitet Justin auf seiner Mission Andi von sich zu überzeugen. Die Geschichte  zieht sich anfangs, doch ab dem gemeinsamem Helikopterflug hatten mich die beiden in ihren Bann gezogen. Das hat für mich die Geschichte doch nochmal lesenwert gemacht. Ich fand, dass es wert war, am Ball zu bleiben. Leider ist Justin nicht gerade der sympathischste Charakter, da er sehr oberflächlich ist und nur aufs Äußere achtet, zumindest am Anfang. Er macht im Laufe der Geschichte eine bemerkbare Wandlung durch, er ist einer dieser Charaktere, die einfach mal ordentlich hinfallen mussten, um zu lernen, was wirklich wichtig ist.  Werft einen Blick in die Leseprobe und macht euch auf jeden Falls selbst noch ein Bild. Mich konnte das Buch trotz einiger Punkte überzeugen, einfach weil Andi und Justin gut zusammen passen und auf ihre Art außergewöhnlich sind. Das ist das Debüt der Autorin und ich bin gespannt, was wir noch von ihr lesen werden, es hat mich zwar nicht hundertprozentig überzeugt aber ich werde dennoch die Augen offen halten. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.