5 Wölfe · Rezension · Top-Favorit

“Das Monster im 5. Stock” – Regina Mars

©Klappentext, Cover & Zitat: Regina Mars

 

Ebook: 4,99 / Taschenbuch: 12,99

Seitenzahl: 251

Verlag: Selfpublished

Release: 19. März 2019

Genre: Romance, Humor

Klappentext:

Ich glaube dir.« Es klang richtig feierlich. »Und ich werd dich nichts fragen. Nur … lauf nicht vor mir weg. Dann lauf ich dir auch nicht hinterher. Okay?«

Endlich in München! Jetzt braucht Wastl nur noch eine Wohnung und dann kann er sich auf die Suche nach der großen Liebe machen. Der größten! Leider findet er keine Wohnung. Nach unzähligen Besichtigungen landet er versehentlich im Luxusappartement von Adrian, den ein düsteres Geheimnis umgibt.

Was macht das naive Landei mit dem furchtbaren Dialekt in seiner Wohnung? Adrian will seine Ruhe! Und weiter einsam leiden, so, wie er es verdient. Doch Wastl umgarnt ihn mit grauenvollen Gerichten und seinem strahlenden Lächeln, und mit jedem Tag, der vergeht, stiehlt er sich mehr in Adrians Herz …

Zitat:

“Das Monster strich sich die Haare aus dem Gesicht und er sah die Verbrennungen.”
“Selbst jetzt erinnerte sich Adrian sich an die Wehmut, diesen schönen Schmerz, der die Brust ausfüllte und fast sprengte.”
“Dieses Lächeln drang ihm durch die Haut und direkt in die Brust.”
“Sebastians Seufzer streichelte seinen Rücken, bedeckte seinen ganzen Körper mit Gänsehaut.”

Eigene Meinung:

Der Schöne und das Biest. Das Landei und das Monster. Die sexy Miesmuschel und ein Halbgott.

So lassen sich Sebastian oder auch Wastl genannt, sowie Adrian am besten beschreiben. Wastl ist auf verzweifelter Suche nach einer Wohnung, doch leider in der mietwuchernsten Stadt Deutschlands, in München. Er schlägt sich rum mit immer verrückteren Wohnungsanbietern und immer höhreren Mietkosten rum und sitzt noch immer auf einem Berg von Schulden. Durch einen Zufall landet er in einem Luxusappartment, was viel zu groß für eine einzige Person ist. So beschließt Wastl sich dem einsamen Wohnungsbesitzer, der eine ganz andere Art von Schuld auf seinen Schultern trägt, auf zu drängen. Davon ist dieser nun gar nicht begeistert, Wastl besitzt einen fürchterlichen Dialekt und dessen misslungenen Gerichte sind definitiv kein Gaumenschmaus, zumindest sollten sie keiner sein.

“Die Schöne und das Biest” ist der Lieblingsfilm der Autorin, was man an dieser Geschichte sehr gut merkt. Ein grummeliger, reicher und von Narben gekennzeichneter Miesepeter und ein quirliger, lebensfroher, allerdings armer und sehr emotionaler Landbursche. Genau das macht die Geschichte so aus, sowie der unverwechselbare Humor der Autorin, durch den ich gefühlt jede zweite Seite vom Sessel gefallen bin.

Es erwarten euch zwei liebevoll ausgearbeitete Charaktere, die beide ihre Stärken und Schwächen haben, ein Luxusappartment, das sich in einen Zoo verwandelt, immer skurrielere Wohnungsanbieter, verrückte Kolleginnen und eine tragische Geschichte. Das Buch wird uns abwechselnd aus Wastls und Adrians Sicht erzählt, sodass ihr Erlebtes, ihre Emotionen und Gedanken noch näher miterlebt werden können, sodass einem die ein oder andere Situation regelrecht unter die Haut fährt.

Wastls mitfühlende, tollpatschige und liebenswerte Art bringt einen zum schmunzeln, doch durch seine mitfühlende Seite schleicht er sich ins Herz. Er ist emotional und hin und wieder ein bisschen naiv. Von seinen Kolleginnen wird er liebevoll als “Blondchen” bezeichnet, was ihn allerdings ganz schön wurmt, denn er fühlt sich nicht ernst genommen und möchte endlich als richtiger Mann angesehen werden. Er ist ein Sonnenschein sondergleichen und zeigt seine Emtotionen offen, mal will er es, mal nicht, doch er zeigt auch seine Tränen.

Adrian ist im Grunde das genaue Gegenteil, er lebt zurückgezogen und er ist der typische Fall von harte Schale weicher Kern. Griesgrämig, abweisend und verbittert, doch je mehr sich Sebastian in dessen Herz schleicht umso mehr taut er auf. Wenn man allerdings liest, was er so erlebt hat und wie seine Umwelt auf ihn reagiert, wundert man sich nicht mehr.

Zwei völlig unterschiedliche Charaktere landen unter einem Dach, was zu Streitereien aber auch zu ganz gefühlvollen und innigen Momenten führen kann. Genau diese hat die Autorin besonders hervorgehoben. Durch passende Wortwahl und detaillierter Beschreibung gehen diese Momente entweder einem direkt ans Herz oder lassen einen das Knistern spüren. Während anfangs der Humor kein Ende nimmt und Sebastians Wohnungssuche einen zum lachen bringt, wird es mit der Zeit immer emotionaler, heißer aber auch trauriger. Wer nur Witz und Scherze erwartet, liegt hier vollkommen falsch. Die abenteuerlustige Wohnugssuche ist nicht an der Wahrheit vorbeigeschliddert, sie trifft voll zu, gleichzeitig behandelt Wastls und Adrians Geschichte Themen wie Schuldzuweisug, Belastung, Abschottung/Zurückgezogenheit, Schuldgefühle, Vergebung, Vetrauen, Angst und Einsamkeit. Vor allem fragt sich wohl jeder beim Lesen, wie er mit einem körperlich Enstelltem umgehen würde. Auf einfühlsame und mitreißende Art nimmt uns die Autorin auf eine fesselnde Reise mit, die von zwei Charakteren erzählt, die man nicht verlassen möchte und das Wörtchen “Ende” will man nicht wahrhaben.

Kritik:

Mich hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite gefallen. Dem ein oder anderen wird vermutlich die Begebenheit arm-reich aus dem Halse hängen, für den anderen ist der Humor nichts. Für Kenner der Bücher der Autorin wird es bestimmt ein Lesemuss sein, Neulingen kann ich persönlich eine Leseempfehlung aussprechen aber dennoch kann man mal einen Blick in die Leseprobe werfen.

Fazit:

Das Landei und der reiche Schnösel heißen euch in ihrer WG willkommen, zu finden gibt es einen wuseligen stetig wachsender Haufen Vierbeiner, einen emotionalen Halbgott und eine sexy Miesmuschel. Dazu kommen eine gehörige Portion Humor, verzweifelte, verzwickte Wohnungssuchen, skurrile Vermieter und Weißwurst. 😀 Schuldzuweisung und Schuldgefühle, sowie Trauer, Angst und Einsamkeit spielen ebenfalls eine entscheidene Rolle und machen aus der anfangs sehr lustigen Geschichte eine doch immer ernstere. Gefühle und knisternde Erotik dürfen auch nicht fehlen und bilden das i-Tüpfelchen. Die Autorin hat eine ganz eigene Art uns ihre Geschichten zu erzählen, der Schreibstil ist detailliert, emotional und mitreißend. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite an jede Zeile gefesselt und konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Sebastian und Adrian sind zwei liebevolle,authentische Charaktere die sowohl Stärken als auch Schwächen haben. Der eine sehr emotional, der andere hat sich Gefühle verboten. In jeglicher Form Gegensätze: arm-reich, emotional-kalt, doch sie sind beide auf ihre Art stark. Tränen zu zu lassen, ist manchmal die größte Stärke. Ein Besuch im 5. Stock ist auf jeden Fall lohnenswert.

2 Kommentare zu „“Das Monster im 5. Stock” – Regina Mars

  1. Schöne Rezension. Du hast mich überzeugt, das Buch doch zu lesen. Ich war abgeschreckt durch den zu erwartenden Dialekt. Eigentlich lese ich das nicht gerne. Aber ich mag Reginas Bücher und wie gesagt, du warst sehr überzeugend.

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