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“Fluchnächte: Verlorene Freiheit” – Gabriella Queen

©Klappentext, Cover & Zitat: Gabriella Queen

 

Ebook: 5,99 / Taschenbuch: 15,99

Seitenzahl: 378

Verlag: Selfpublished

Release: 21. September 2021

Genre: Romance, Urban Fantasy

 

Klappentext:

Früher war Blake der beste große Bruder der Welt. Heute ist er ein Brandstifter, Mörder und noch Schlimmeres. Ein mysteriöser Fluch zwingt ihn zu schrecklichen Taten. Gefangen zwischen den Menschen, für die er nur Leid bedeutet, sucht Blake nach einem Ausweg aus diesem Albtraum, und nach denen, die so sind wie er.

Esra ist einer von ihnen. Doch statt seine Zeit mit der Hoffnung zu verschwenden, alles könne wieder gut werden, spielt er mit drei anderen Verfluchten ein blutiges Spiel um ein paar Stunden Freiheit.

Als die beiden Männer aufeinandertreffen, beginnt ein harter Kampf gegen das Misstrauen, die Angst und die Fesseln ihres gemeinsamen Schicksals.

Erlebe die packende Geschichte zweier grundverschiedener Männer auf der Suche nach einem Weg aus ihren dunkelsten Nächten.

Verlorene Freiheit ist der erste Teil der Fluchnächte-Trilogie. Das Buch endet nicht mit einem Cliffhanger, kann also ohne Frust gelesen werden.

Zitat:

“Endlich. Endlich traf er einen anderen Verfluchten.”
“Esras Kuss sprach von Liebe, von einer tiefen Verbundenheit und er versicherte ihm, dass sie zusammengehörten.”
“So sehr, dass er sich zusammenreißen musste, um nicht selbst mit dem Weinen anzufangen.”
“Blakes Gedanken setzten für einen Moment aus, als er die kühlen, schmalen Lippen auf seinen spürte.”
“Esra sah Blake immer wieder vorsichtig von der Seite her an. Sein Lächeln tat ihm gut.”

Eigene Meinung:

Zwei Männer, ein grausamer Fluch, 9 unheilvolle Tattoos und eine alles verändernde Begegnung.
Blake war mal der beste große Bruder, doch jetzt ist er ein Mörder, Brandstifter und schlimmer. Und warum? Ein Fluch zwingt ihn dazu, grausame Dinge zu tun und mit der Erinnerung daran zu leben. Doch Blake gibt die Hoffnung nicht auf, er hat versprochen, eine Lösung zu finden, einen Weg den Fluch aufzuheben, endlich frei zu sein. Doch er weiß kaum etwas über den Fluch aber es gibt ja noch andere wie ihn.
Einer davon ist Esra, der sich mit seinem Schicksal schon lange abgefunden hat. Statt seine Zeit mit sinnlosen Hoffnungen zu verschwenden, spielt er mit den anderen Verfluchten ein Spiel, um vielleicht das Wichtigste in ihrem bisherigen Leben: ein paar Stunden Freiheit.

Wenn ich einen Song höre und ich an ein Buch dabei denken muss, an die Charaktere aus diesem, was sie erleben, wie sie kämpfen, mit sich und anderen, dann hat mich das Buch so richtig geflasht.
Ich weiß gar nicht genau, wie ich anfangen soll, was ich schreiben soll. Die Autorin hat für mich was vollkommen Neues und Aufregendes erschaffen, eine Geschichte, die für mich einfach alles hat. Authentische Charaktere, eine mitreißende Handlung, einen flüssigen, gelungenen Schreibstil, ein aussagekräftiges Cover. Dieses Buch ist zu einem meiner Alltime-Favorites geworden.

Wir haben auf der einen Seite Blake, mit dem die Geschichte beginnt. Wir stehen mit ihm auf dem Friedhof, an einem verregneten, düsteren Tag und nehmen gemeinsam mit ihm Abschied von einem Menschen, der Blake sehr wichtig war. Allein dieser Moment hat gereicht, um mich komplett gefangen zu nehmen. Blake hat noch Hoffnung, er glaubt daran, dass es einen Weg gibt, diesen Fluch zu brechen. Er weiß noch nicht viel über diesen, nur das, was er bisher selbst herausfinden konnte. Vielleicht können ihm die anderen Verfluchten weitere Antworten geben, doch dafür muss er sie erstmal finden, was gar nicht so einfach ist.
Eines Nachts trifft er endlich auf einen, Esra. Doch diesem Antworten zu entlocken, stellt sich als schwieriger heraus als gedacht, denn Esra ist nicht gerade gesprächig. Doch irgendwas hindert sie daran, getrennte Wege zu gehen. Also bleibt ihnen nichts anderes übrig, als miteinander nach Antworten zu suchen.
Esra ist voller Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, es gab einen Augenblick in der Geschichte, der dies sehr gut deutlich gemacht hat. Man spürt seinen Schmerz und seine Zerrissenheit. Esra verdrängt all seine Ängste und Sorgen, indem er an einem blutigen Spiel teilnimmt, um sich so für einen kurzen Augenblick der Illusion der Freiheit hinzugeben. Gegenüber Blake ist er anfangs misstrauisch, verschwiegen und abweisend und wenn man langsam erfährt, warum dies eigentlich der Fall ist, kann man immer mehr hinter seine Fassade blicken und weiß, warum er diese schützende Mauer um sich errichtet hat. Dabei zu sein, wie diese langsam Stück für Stück zerfällt, nicht nur bei ihm, auch bei Blake, das waren wirklich sehr emotionale Momente.
Beide besitzen Tiefe und so viel Schmerz, machen auf ihre Art eine erstaunliche Entwicklung durch und dadurch dass es aus beiden Sichten geschrieben ist, kann man ihre Handlungen und Gedanken gut nachvollziehen. Hier wäre es allerdings schön gewesen, wenn der Wechsel zwischen den Sichten ein wenig mehr gekennzeichnet werden würde, hin und wieder kam ich doch ziemlich durcheinander. Sowohl die Entwicklung der Charaktere als auch die Beziehung der beiden zueinander, brauchen ihre Zeit, es geht nicht von heute auf morgen und an einigen Stellen haben sie mich immer mal zu Tränen gerührt. Beide haben ihre Stärken und Schwächen, ihre starken und schwachen Momente, dadurch kommen sie nicht nur authentisch rüber, sondern man hat das Gefühl, als könne man ihnen jeden Moment auf der Straße begegnen, am besten natürlich ohne diese Tattoos.

Apropos Tattoos, es ist einfach bizarr, wenn Tattoos wie eigene Persönlichkeiten, eigene selbstständige Wesen rüber kommen. Doch durch Blakes und Esras Gedanken ist genau dies der Fall, sie sprechen von ihnen, als wären es eigenständige Kreaturen und wenn man die Bedeutung dieser Tattoos kennt, ist dies gar nicht mehr so abwegig, als würden sie Bestien, Ungeheuer, Monster in den Verfluchten wecken, was dem Ganzen eine ganz eigene Dimension gibt.

Am meisten hat mich auch der Schreibstil überzeugt, detailliert, fesselnd und spannend. Wir lesen aus der Sicht der beiden Protagonisten und nehmen die Welt nur aus ihrer Sicht wahr. Es werden kaum Person erwähnt oder die Umgebung genauer beschrieben, was hier aber keineswegs stört. Sie nehmen nur das wahr, was für ihr derzeitiges Leben Bedeutung hat, was nochmal deutlich macht, wie sehr sie unter dem Fluch leiden und eingeschränkt sind. Die Geschichte ist spannungsgeladen, sehr emotional aber auch nichts für schwache Nerven, obwohl wir nie genau lesen, was die beiden machen, wenn sie unter dem Bann eines der Tattoos stehen, was mir ziemlich gut gefallen hat. Der Schrecken entsteht vielmehr dadurch, dass die Autorin nicht bis ins kleinste Detail jede blutige Tat beschreibt aber dafür solche Taten, die für die Geschichte ausschlaggebend sind, zum Beispiel wie Esra an Blake seine ganze Verzweiflung rauslässt. In solchen Momenten spürt man beim Lesen die Emotionen, ist gänzlich im Geschehen und genau das hat für mich dieses Buch ausgemacht. Man spürt Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Wut und Trauer und dadurch bekommen Augenblicke der Liebe und Freundschaft, des Glücks und der Freude eine ganz neue hochemotionale Bedeutung, selbst ein wenig Humor lässt sich in einigen Augenblicken finden.

Für mich eins der besten Bücher, das ich je in den Händen gehalten habe, ein wirklich gelungener Einstieg in eine fesselnde Urban-Fantasy Triologie.

Kritik:

Der Wechsel zwischen Esra und Blake ist nicht immer ganz ersichtlich, wodurch das Lesen hin und wieder erschwert wird. Ich musste teils Absätze nochmal lesen, da ich nicht wusste, aus wessen Sicht wir denn nun eigentlich lesen. Auch wenn der Name direkt am Anfang des neusten Absatzes erwähnt wurde, hat sich rausgestellt, dass der Andere diesen beschrieben hat.
Wer Probleme mit zu viel Gewalt und dergleichen hat, sollte sich zweimal überlegen, ob er zu dem Buch greifen möchte. Zwar schreibt die Autorin keine detaillierten Szenen, doch so ganz ohne ist die Geschichte auch nicht. Also wer damit gar nichts anfangen kann, am besten einen Blick in die Leseprobe werfen.

Fazit:

“Fluchnächte: Verlorene Freiheit”, ein gelungener und epischer Einstieg. Blake und Esra, zwei außergewöhnliche Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, treffen aufeinander und kommen nicht mehr voneinander los, was unterschiedliche Gründe hat. Tattoos, die gefühlt ihr Eigenleben entwickeln und das Leben der Verfluchten bestimmen und beeinflussen. Hoffnung, Verzweiflung, Trauer und Wut, Freundschaft und Liebe, Momente des Friedens und der Freiheit. Nächte des Grauens und der Angst. Wie viel Leid kann ein einzelner Mensch ertragen? Zwei junge Männer, die mteinander verbunden sind und sich nicht mehr länger ihrem Schicksal tatenlos ergeben wollen. Obwohl bei dem einen noch ein wenig Überzeugungsarbeit geleistet werden muss.  Eine Geschichte, die für mich einfach alles hat, authentische Charaktere, ein spannendes Setting, ein bildgewaltiger Schreibstil und pure Emotionen. Mein persönliches Jahreshighlight und ein neuer Alltime-Favorite.

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