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“Sheltered in blue: Wenn wir verletzen” – Svea Lundberg

©Klappentext, Cover & Zitat: Svea Lundberg

 

Ebook: 4,99 / Taschenbuch: 12,95

Seitenzahl: 368

Verlag: Selfpublished

Release: 28. September 2021

Genre: Romance, Contemporary, Suspense, Crime (Polizei)

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bekommen, wofür ich mich nochmal ganz herzlich bedanken möchte, laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag unter “Werbung”.

Klappentext:

Seine langjährigen Kollegen in Hamburg zu verlassen, fällt Sascha nicht leicht, aber für seine Freundin ist er bereit, einen Neuanfang in Stuttgart zu wagen. Zum Glück versteht sich Sascha auf Anhieb gut mit seinem neuen Streifenpartner – vielleicht zu gut. Denn mit Domenico fühlt sich sowohl dienstlich als auch privat alles so leicht und gleichsam intensiv an.
Gefühle für seinen Streifenpartner zu hegen, sorgt nur für Probleme, dennoch fällt es den beiden immer schwerer, der gegenseitigen Anziehung zu widerstehen. Nach einem riskanten Einsatz, der sie ins Fadenkreuz der Staatsanwaltschaft bringt, sucht Sascha Zuflucht bei Domenico. Spätestens dann können sie nicht mehr so tun, als sei die Anziehung zwischen ihnen nur eine vage Fantasie.

Zitat:

“Auf den ersten Blick sieht er sympathisch aus, allein schon wegen der winzigen Lachfältchen um die hellen Augen, deren Farben irgendwo zwischen Blau und Grün changiert.”
“Ein erstickter Laut entkommt mir, als Sascha meinen Bewegungen folgt, seine Lippen noch einmal auf meine drückt, ehe er sich ebenfalls von mir löst, einen halben Schritt zurücktritt.”
“Ich zwinge mich selbst, meine Musterung kurz zu halten, dennoch komme ich nicht umhin, festzustellen, wie sehr er gerade zum Anbeißen aussieht.”

Eigene Meinung:

Sascha wagt den großen Schritt. Er lässt seine Heimat Hamburg hinter sich, um endlich nach 3 Jahren Fernbeziehung mit seiner Freundin Marie zusammen zu ziehen. Freunde, Familie aber auch langjährige Kollegen lässt er für sie hinter sich, um einen Neuanfang zu wagen. Zum Glück versteht er sich auf Anhieb mit seinem neuen Streifenpartner Domenico. Als Team können sie sich aufeinander verlassen. Doch nicht nur dienstlich harmonieren die beiden, auch privat wirkt alles so leicht und intensiv. Gefühle sollten bei einem Streifenpartner nicht im Spiel sein, vor allem wenn man selbst vergeben ist, doch beiden fällt es mit der Zeit immer schwerer dieser Anziehung zu widerstehen. Nach einem riskanten Einsatz sucht Sascha Zuflucht bei Domenico, da er der Einzige zu sein scheint, der versteht, wie es ihm geht und ab diesem Augenblick kommen sie nicht mehr voneinander los.

Ich glaube, das ist eine der intensivsten, gefühlvollsten und emotionalsten Geschichten dieser Reihe. Ab der ersten Seite war ich drin und kam nicht mehr los. Sascha und Domenico sind so einnehmend. Dass ich beim Lesen alles um mich herum vergesse und ausblende, passiert mir ja eher selten, aber hier musste man mich zweimal ansprechen, wenn man etwas von mir wollte. Am Ende war ich einfach nur sprachlos. Dieses Buch ist eine reine Achterbahn der Gefühle. Es fängt an mit einem einfachen Kennenlernen und nur langsam werden die Gefühle zwischen den beiden mehr, doch die Ängste, die Zweifel, das Klammern an die bestehende Beziehung, dadurch entstand ein ständiges Auf und Ab.

Für das größte Auf und Ab hat wohl Sascha gesorgt. Liest man dessen Handlungen fällt es einem leicht, ihn einfach zu verurteilen, ich mein, immerhin betrügt er seine Freundin. Punkt. Und auch wenn Domenico sich aus der Misere ziehen will, dazu gehören halt immer zwei. Doch wenn man mal hinter die Kulissen sieht, sich auf die Gefühle der beiden einlässt, merkt man schnell, wie zerreißend es sein muss, wenn das eigene Herz so verrückt spielt und man doch eigentlich weiß, dass man derzeit mit der Person zusammen ist, die man am meisten liebt und dann… dann taucht plötzlich jemand neues auf, der dein Herz vollkommen verrückt spielen lässt. Ja Gefühle kann man unterdrücken, aber belügt man damit nicht alle anderen und vor allem sich selbst?! An der Geschichte merkt man so wunderbar, es gibt nicht nur einfaches schwarz/weiß, es gibt so viele Grautöne im Leben.
Genau das macht Sascha deutlich. Seine Ängste, Zweifel, seine Hoffnungslosigkeit, er ist verloren und weiß einfach nicht weiter. Ich konnte seine Gefühle und Gedanken nicht nur nachvollziehen sondern auch spüren. Sein innerer Kampf und die Zerrissenheit. Aber auch Domenico hat es mir angetan. Er ist verständnisvoll, er drängt Sascha nicht, versucht ihn zu verstehen und gibt sich doch nicht selbst auf. Außerdem liebe ich ihn mit seinen beiden durchgeknallten Hündinnen. Ich möchte aber nicht nur die beiden erwähnen, eine wichtige Rolle spielt auch Marie und ich empfinde sie als wirklich angenehme weibliche Nebenfigur, es braucht nicht immer die quirlige beste Freundin, die gerne mit ihrem besten schwulen Freund shoppen geht, es braucht keine überdramatisierende, ständig eifersüchtige Freundin. Ich mochte sie sehr gerne. Die Klischee weiblichen Figuren in solchen Geschichten waren mir meist ziemlich egal aber die Autorin lässt die weiblichen Nebencharaktere nicht plump und stumpf rüber kommen, sondern sie sind lebendig und authentisch. Ich hoffe, dass es in dem nächsten Band mit Marie genauso weitergeht und sie trotz dem, was sie erleben wird, ebenfalls nachvollziehbar und echt bleibt.
Man bekommt abwechselnd Eindrücke in die beiden Charaktere, die sich mit ihren Emotionen und Handlungen auseinandersetzen müssen, was nicht immer ganz einfach ist. Mir gefällt sehr gut, dass sich die Autorin für beide Charaktere die Zeit nimmt, ihnen beiden den nötigen Raum gibt, um sich zu entfalten und um sich sicher zu werden, was bzw. wen sie eigentlich wollen. Doch kaum wissen sie es, geht gefühlt alles wieder von vorne los. Nicht immer gelingt alles von Anfang an. Man ist bei jedem Augenblick, bei jedem Gedanken dabei, man leidet und bangt mit und durch jeden kleinen Augenblick, den man mit ihnen durchmacht, wirken die beiden so realistisch und authentisch. Natürlich dachte ich mir immer mal wieder, herrje jetzt entscheide dich doch endlich mal, aber die Autorin beschreibt Saschas gefühlt aussichtslose Lage so detailliert und so emotional, dass sie für mich sehr nachvollziehbar war. So eine Entscheidung kann und sollte man nicht einfach so treffen, denn nicht nur das eigene Glück hängt davon ab, man kann nicht nur andere verletzten, sondern auch sich selbst. Leider war das Ende ab einer bestimmten Stelle des Buches ein wenig vorhersehbar und ich hab mir teilweise sogar gewünscht, dass es nicht unbedingt so kommt, da es so offensichtlich war.

Polizeiarbeit spielt auch hier wieder eine entscheidende Rolle und wurde sehr gut in die Geschichte der beiden eingearbeitet. Was macht es mit einem, wenn man quasi genötigt wird, etwas zu tun, was man wirklich ungern machen will?! Man sollte einfach keine voreiligen Schlüsse ziehen, wenn man nur Zuschauer ist, wenn man nur dumm daneben steht und mit dem Handy filmt, anstatt sich mal mit der Siuation auseinander zu setzen. Durch dieses Buch bekommt man nochmal vielmehr Verständnis und ich kann nichts weiter machen, als meinen größten Respekt all jenen aussprechen, die Tag für Tag unserer Straßen sicherer machen. Ich möchte nicht in so einer Situation stecken und doch habe ich es irgendwie getan, habe mit Sascha gemeinsam überlegt, wie er jetzt handeln sollte.

Am Ende mag man die Geschichte nicht loslassen und ich bin so verdammt froh, dass es bald weitergeht. Ja die Geschichte endet mit einem kleinen gemeinen Cliffhänger aber irgendwie zeigt dieser nochmal deutlich, wie stockend es in einem Leben, in diesem Fall Saschas vorranschreiten kann, dass man ein Ziel vor Augen hat und plötzlich kommt ein Abgrund und man weiß nicht, wie man ihn überwinden soll. Man nimmt sich fest vor, diesen einen entscheidenden Schritt zu gehen, dabei sieht man den Weg gar nicht. Man ist felsenfest entschlossen, jetzt macht man den Schritt und dann kommt ein kleiner Zweifel, ein Steinchen, das einem glauben machen will, den falschen Schritt zu machen. Ich kann es auf jeden Fall kaum erwarten, die beiden weiterhin auf ihrem steinigen Weg zu begleiten.

Kritik:

Ab einem gewissen Punkt in der Geschichte war es ziemlich offensichtlich, dass es so kommt, wie es nun mal am Ende kommt, fand ich auf der einen Seite schade, bringt aber natürlich noch mehr Spannung, mehr Zwist und Zweifel rein. Wer mit den in dem Buch behandelten Themen wie suicide by cop aber auch Fremdgehen nicht klar kommt, sollte sich überlegen, ob er wirklich zu dem Buch greifen möchte. Leseprobe soll bekanntlich helfen.

Fazit:

“Sheltered Blue: Wenn wir verletzten” ist für mich bisher der emotionsgeladenste und mitreißenste Band dieser Reihe. Sascha und Domenico nehmen uns auf eine doch reichlich turbulente Gefühlsachterbahn mit. Obwohl die Geschichte der beiden simpler zu seien scheint, als der Charaktere zum Beispiel aus dem vorigen Band. Svea hat den beiden so viel Raum gegeben, lässt uns so tief an den Gedanken und Gefühlen der beiden teilhaben, zeigt welche lebensverändernde Entscheidungen Polizisten manchmal treffen und mit welchen Störenfrieden sie sich rumplagen müssen und dass letztendlich einfach auch nur ein Mensch in dieser Uniform steckt. Sascha und Domenico sind so authentisch und lebensnah, ich hatte beim Beenden des Buches das Gefühl, wenn ich jetzt rausgehe, begegne ich den beiden auf der Straße. Doch nicht nur die beiden tragen die Geschichte, auch den Nebencharakteren ist viel Leben eingehaucht worden, sodass sie die Geschichte ebenfalls mitgestalten. Oh und nicht zu vergessen die Frenchie-Hündinnen Greta und Cookie, glaubt mir, ihr kommt nicht drum herum, sie ins Herz zu schließen.

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