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“F***ing Real: beyond reproach” – Svea Lundberg

©Klappentext, Cover & Zitat: Dead Soft Verlag

 

Ebook: 7,99 / Taschenbuch: 14,95

Seitenzahl: 444

Verlag: Dead Soft Verlag

Release: 29. Februar 2020

Genre: Romance, Erotik, Coming of Age

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bekommen, wofür ich mich nochmal ganz herzlich bedanken möchte, laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag unter “Werbung”.

 

 

Klappentext:

Frisch von der Highschool zieht es Liam fort von seinem konservativen Elternhaus. In Los Angeles will er endlich ausleben, was er die letzten Jahre unterdrückt hat, und seinem Traum vom Cheerleading nachgehen.
In einer Bar begegnet Liam Ricardo, genannt Rizzo, und ist sofort voller Bewunderung für den jungen Darsteller des CC Cock Labels. Denn Rizzo verkörpert all das, was Liam immer sein wollte: Er ist selbstbewusst, frech und steht voll zu den Klischees, die er erfüllt. Erst ein Blick hinter Rizzos stets fröhliche Fassade zeigt, dass auch er mit inneren Dämonen und vor allem Vorurteilen zu kämpfen hat. Denn in einem Business, das rohe Männlichkeit propagiert, hat es ein Darsteller, der die Zeit außerhalb der Drehs am liebsten in Drag verbringt, nicht leicht.
Liam ist zunehmend fasziniert von Rizzos Wandelbarkeit – und vielleicht ist er auch ein wenig verknallt. Aber leider passt er so gar nicht in Rizzos Beuteschema. Denn dieser steht ganz klar nur auf einen Typ Mann: erfahrene, dominante Daddys. Und dann erscheint zu allem Überfluss auch noch der Unternehmer Keith Anderson auf der Bildfläche – ein Mann, der all jenes verkörpert, nach dem sich Rizzo in seinen Träumen sehnt.

Zitat:

“Mein Herz sackte mir regelrecht in den Magen, noch ein Stückchen tiefer in den Unterleib, ehe es zu rasen anfing und sich mit lauten Poltern wieder in meiner Brust einnistete.”
“Ich wollte niemanden, den ich bevormunden musste, aber durchaus jemanden, der zuließ, dass ich mich um ihn kümmerte.”
“Denn genau diese Unbedarftheit war es, die ihn in meinen Augen so anziehend erscheinen ließ.”
“In Liams Miene zeichnete sich Unglauben ab. Dann Erleichterung. Und dann so etwas wie Glückseligkeit.”

Eigene Meinung:

Weg von seinem konservativen Elternhaus möchte Liam endlich sein Leben leben, sein größter Traum ist das Cheerleading. In einer Bar lernt er Rizzo oder auch Ricardo kennen, der das genaue Gegenteil von ihm ist und er möchte genau so sein wie er, selbstbewusst, offen, frech und steht zu dem, was und wie er ist. Doch bald muss sich Liam fragen, ob das Ganze nicht doch eher eine Fassade ist, was genau verbirgt sich wirklich hinter Rizzos Maskerade? Auch Rizzo muss sich in seinem Buisness, das bekannt ist für pure Männlichkeit, beweisen, denn neben seinem Job als Pornodarsteller, steht er gerne als Drag auf der Bühne und bezaubert die Welt als Mandy Licious. Liam ist immer mehr fasziniert von Ricardo und vielleicht sogar ein wenig verknallt, allerdings gibt es da ein Problem, Liam ist so gar nicht Rizzos Typ. Zu allem Überfluss taucht auch noch Keith Anderson auf, der genau das verkörpert, was Liam nicht ist.

Wem ist Ricardo, auch Rizzo genannt, im ersten Teil rund um Jayson und Tyler nicht aufgefallen? Der kleine Wirbelwind hat im ersten Band schon einen deutlich bleibenden Eindruck hinterlassen und als ich erfahren habe, dass es im zweiten Band tatsächlich um ihn geht, konnte ich es kaum erwarten, Rizzos Geschichte endlich in den Händen zu halten. Was soll ich sagen? Nicht auf den Mund gefallen, frech, schlagfertig, er weiß, was er will und von wem er es sich holen kann, genau so war mein erster Eindruck und in diesem Band hat er sich einfach nur noch bewahrheitet.
Dass es allerdings einen Charakter geben könnte, der mich noch viel mehr an die Seiten des Buches fesseln würde, hatte ich nicht erwartet. Mit seiner unschuldigen Art, leichten Naivität und Tollpatschigkeit ist mir Liam recht schnell ans Herz gewachsen. Man könnte ihn als Welpen bezeichnen, als alles, was einem zu dem Wort “niedlich” in den Sinn kommt. Zwar löst er sich aus seinem Elternhaus, weil er endlich sein Leben leben will, er möchte glücklich sein und sich auch ausleben können, dennoch ist er unbedarft und schüchtern. Bei seinen ersten Erfahrungen, die er mit Rizzo sammelt, ist er verklemmt, ungeschickt und so unschuldig, dass man sehr gut nachvollziehen kann, warum Rizzo Liam so schnell in sein Herz schließt. Er wird rot, sobald Rizzo pikantere Themen anspricht und ihm ganz unverblümt erzählt, was er gerne mit ihm anstellen würde. Doch trotz allem ist Liam nicht das, was Rizzos eigentlichem Beuteschema entspricht, denn der Pornodarsteller steht mehr auf Daddys. Älter, wissen was sie wollen, ein wenig dominant, all das, was Liam so gar nicht verkörpert, dafür aber Keith Anderson.

Wie immer entstehen durch all das Spannungen und bei Svea Lundbergs Büchern juckt es mich immer wieder doch in den Fingern, einen Blick auf die letzten Seiten zu werfen, um zu erfahren, ob alles gut ausgeht. Ich meine mich zu erinnern, es hier riskiert zu haben, weil ich es einfach nicht hätte ertragen können, wenn gerade Liam leer ausgeht. Dieses Buch ist schon ein dicker Schinken aber meines Erachtens nach, hätte die Autorin gerne nochmal die Hälfte dran hängen können. Wie sich die Beziehungen zwischen Liam und Rizzo und Ricardo und Keith entwickeln, die bekommen ihren nötigen Raum und man kann beim Lesen die sich entwickelnden Gefühle einfach nur spüren, doch Keith und Liam bekommen meines Empfinden nach, viel zu wenig Platz, auch wie sich das Ganze letztendlich auflöst, wirkt sehr schnell abgehandelt, was ich wirklich schade fand. Die Spannungskurve baute sich langsam auf und raste dann rastant schnell dem Ende zu.
So konnte man zwar einen tiefen Bezug zu Rizzo und Liam aufbauen aber leider blieb Keith ein wenig auf der Strecke. Es ist nicht so, dass ich ihn nicht mochte aber ich empfand ihn teilweise als vielmehr fünftes Rad am Wagen. Wie der kleine Liam Gefühle für Rizzo entwickelt, konnte man mit jeder Seite, jedem Wort und jedem weiteren Buchstaben förmlich in sich aufsaugen, doch bei Keith bekam ich das Ganze einfach nicht zu fassen. Teilweise wirkte es für mich so, als müsse Keith dazu kommen, da Rizzo nun mal diesen speziellen Kink hat und der Sex zwischen Rizzo und Liam auf längere Zeit nicht mehr funktioniert hätte.

Trotz allem liebe ich die Vielfältigkeit der Charaktere. Keith der eher ruhige, vernünftige, der es liebt, seine beiden Schützlinge zu umsorgen. Denn auch wenn er immer wieder den “Daddy” raushängen lässt, ist ihm nichts wichtiger als das Wohl der beiden. Rizzo, der verruchte Pornodarsteller, der quirlige Ex-Cheerleader, die charmante, galante Dragqueen und der freche Boy, die allesamt eine Vorliebe für Granatapfelschorle und unschuldige Welpenaugen besitzen. Liam, für den das Wort “niedlich” erfunden worden ist, der sich seinen Weg noch suchen muss, sich mit jeder weiteren Buchseite entwickelt und vom schüchternen, teilweise wortkargen zu einem selbstsicheren und einem homophoben A… die Stirn bietenden jungen Mann entwickelt, der auch mal in ganz besondere Fettnäpfchen tritt, ob es zu viel Konsum von Alkohol ist und er dadurch einem Buchsbaum seinen Mageninhalt präsentiert oder er Rizzo ein prekäres Bild von Keiths Handy aus schickt und merkt, was für eine große Dummheit er begangen hat.
Umso mehr Romancen man liest, umso gängiger wird die Floskel “Ich liebe dich”, doch als diese in einer bestimmten Situation fällt, ging mir das Herz auf und ich war so gerührt von der Szene, dass ich schwer mit mir zu kämpfen hatte. Wenn halt nach einem langen “Kampf” endlich die erlösenden Worte fallen.

Und wie immer rundet Svea Lundberg mit Nebencharakteren das Bild ab. Natürlich hätte sie Rob als homophoben Vollidioten stehen lassen können, doch statt blass zu bleiben, bekommt er eine minimale eigene Geschichte, die auch Einfluss auf Liam ausübt. Wir bekommen nicht nur Einblicke in Liams Cheerleading Training, wir erleben auch Rizzo live als Drag, man konnte ihn förmlich durch den Raum schweben sehen.
Worüber ich mich am meisten gefreut habe, ist die Tatsache, dass Tyler und Jayson nicht einfach abgeschrieben waren, sondern wieder auftauchen und wirklich entscheidende Rollen spielen, ob es nun mal wieder ein klärendes Gespräch zwischen Jayson und Rizzo betrifft oder ob nun Tyler für Liam ein guter Freund wird, der ihm nicht nur mit Rat, sondern auch mit Tat zur Seite steht. Wir erfahren, was nach “F***ing Real: beyond all doubt” noch bei den beiden passiert und sie bringen den heißen Sex aus dem ersten Teil mit ;). Denn das darf hier ja auch nicht fehlen, auch wenn es hier nicht so viel ist, wie im ersten Teil, heißt aber nicht, dass es nicht auch heiß her geht. Nur hab ich für mich hier festgestellt, dass der Daddykink nicht meine Spielart ist, doch das bricht diesem Buch keinen Zacken aus der Krone, weil die Autorin es dennoch schafft, dies nachvollziehbar zu erzählen und dem Leser einfühlsam nahe zu bringen. Und trotz der teilweisen ernsten Thematik, schaffen es, geschickt eingebaute Sätze, einen immer wieder zum lachen oder zum schmunzeln zu bringen.

Ich bin schon sehr auf den nächsten Teil dieser Reihe gespannt und ich hoffe, dass es noch einen geben wird, weil all die bisher kennen gelernten Charaktere möchte man einfach nicht missen.

Kritik:

Leider wirkte es zum Ende hin so, als hätte die Autorin eine begrenzte Seitenanzahl, sodass die Beziehung zwischen Keith und Liam nicht ihren verdienten Raum bekommen hat und wie sich das Ganze letztendlich auflöst, wurde recht schnell abgehandelt. Während man zu Liam und Rizzo eine Verbindung aufbauen konnte, bleibt Keith leider ein wenig blass und wirkt mehr, als hätte er dabei sein müssen, weil es sonst nicht funktioniert hätte.

Fazit:

“F***ing Real: beyond reproach”, eine Fortsetzung auf die ich hingefiebert habe und innerhalb kürzester Zeit verschlungen wurde. Nach einem kurzen Kennenlernen im vorigen Band dieser Reihe, konnte ich es kaum erwarten, zu erfahren, wer sich wirklich hinter diesem frechen und schlagfertigen Charakter namens Rizzo verbirgt. Neben einem Pornosternchen, das ganz genau weiß, was er will und es sich auch einfach nimmt, gibt es die vornehme Drag und den doch sensiblen jungen Mann, der mit Vorurteilen und unerwarteten Gefühlen kämpft. Doch nicht nur Rizzo schlägt den Leser in seinen Bann, auch Liam, der das Wort “niedlich” für sich gepachtet hat, verzaubert den Leser mit seinen Welpenaugen, seiner Naivität, Unschuldigkeit und Verlegenheit. Wenn ihr Rizzo schon mochtet, ist dieses Buch allein lesenswert, doch Liam ist derjenige, der mich wirklich an die Seiten gefesselt hat. Und wie heißt es so schön “Wiedersehen macht Freude”: Von Jayson und Tyler zu lesen, hat mich vollkommen für die Geschichte rund um Keith, Rizzo und Liam begeistert. Ich liebe es einfach, wenn Charaktere aus vorigen Bänden ihr Comeback bekommen und Svea Lundberg gelingt dies immer wieder. Dieser Band hätte gut und gerne noch ein paar Seiten länger sein können, da ich einfach nicht aufhören wollte, die drei zu begleiten und gerne noch mehr von ihnen gelesen hätte.

 

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