5 Wölfe · Leseempfehlung · Rezension

“F***ing Real: beyond all doubt” – Svea Lundberg

©Klappentext, Cover & Zitat: Dead Soft Verlag

 

Ebook: 6,99 / Taschenbuch: 13,95

Seitenzahl: 412

Verlag: Dead Soft Verlag

Release: 1. November 2019

Genre: Romance, Erotik

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bekommen, wofür ich mich nochmal ganz herzlich bedanken möchte, laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag unter “Werbung”.

 

 

Klappentext:

Auf dem Zenit seiner Karriere als internationaler Pornostar sehnt sich Tyler Stone nur nach einem: dem Rampenlicht zu entfliehen. Über die Jahre ist ihm das Business zuwider geworden und ihn begleitet die ständige Angst, seine Ex könnte herausfinden, woher das Geld stammt, mit dem er den Lebensunterhalt ihrer gemeinsamen Tochter finanziert. Um endlich den Ausstieg zu schaffen, kommt ihm das Angebot des Labels CC Cocks gerade recht: eine unverschämt hohe Gage für einen Dreh der besonderen Art. Vierzehn Tage gemeinsam mit einem Porno-Kollegen in einer Ferienwohnung. Keine Kameraleute, keine Regieanweisungen. Dafür Live-Webcams in jedem Zimmer. Es gibt nur einen Haken: Sein Co-Darsteller Jayson Ward liebt es, der feuchte Traum Tausender zu sein und sich in sozialen Netzwerken zu präsentieren, womit er keine Sympathiepunkte bei Tyler sammelt. Doch auf engstem Raum entwickelt sich aus Abneigung und Spott nach und nach der Wunsch, einander nahe zu sein–ohne Kameras. Dumm nur, dass der Vertrag genau das verbietet. Und dümmer noch, dass Tylers wohlbehütetes Privatleben durch die Annäherung an Jayson mit einem Mal wie auf dem Präsentierteller liegt.

Zitat:

“Und das war es, was mich am meisten anmachte und gleichsam zur Verzweiflung brachte.”
“Zugegeben, wir hatten so einige Zeit aufeinander und ineinander und sonst wie miteinander verbracht.”
“In erster Linie werde ich vermissen, dich an mich zu ziehen und zu spüren, wie du dich an mich schmiegst.”
“Weil all das, was zwischen uns passierte, so verdammt echt war.”

Eigene Meinung:

Tyler Stone, internationaler Pornostar, lebt zwei unterschiedliche Leben. Zum einen Tyler Stone, der begnadete und begehrte Pornostar und dann gibt es da noch Dale Nolan, Vater und Hobbyfotograf. Tyler kann seinem Beruf allerdings nichts mehr abgewinnen, Sex vor der Kamera ist zwar noch immer reizvoll, doch er hat keine Lust mehr auf diesen gefaketen Sex, alles ist geskrippted, nichts geschieht ohne Plan, es ist genau festgelegt, wann was geschehen muss. Und dann wäre da noch seine Ex, bei der er die ständige Befürchtung hat, sie könne entdecken, womit er all das Geld verdient, mit dem er sie und ihre gemeinsame Tochter unterstützt. Ein neues Projekt des Labels, in dem er zwei Wochen mit einem Kollegen gemeinsam in einem Ferienhaus verbringen soll, rund um die Uhr mit Kamera, soll die Lösung all seiner Probleme sein. Denn hiermit könnte er genug verdienen, um sich endlich von dem Buisness zu lösen. Doch er hat nicht die Rechnung mit Jayson Ward gemacht, seinem Kollegen, mit dem er die Zeit verbringen wird. Denn dieser ist so ganz anders, als Tyler anfangs dachte.

Ein Blick hinter die Kamera offenbart, dass nichts so ist, wie es den Anschein macht. Zumindest empfindet Tyler dies so. Alles geskripptet, jeder Orgasmus gespielt, jedes Stöhnen, jedes Wimmern, alles Fake. Tyler kann dem Ganzen nichts mehr abgewinnen. Ihn reizt nichts mehr an diesem Job, den er vor allem deshalb angenommen hat, weil seine damalige Situation mehr schlecht als recht war. Durch die Jahre, die Tyler in dem Buisness verbracht hat, fällt es ihm schwer zu glauben, dass es auch nur irgendeiner aus der Branche wirklich so gut findet, wie es derjenige vor der Kamera spielt. Zumindest ergeht es ihm so, wenn er vor laufender Kamera Sex hat, dann ist er Tyler Stone, der seine Drehpartner immer im Auge behält und darauf achtet, dass es ihnen gut geht. Ist Tyler in seinen eigenen vier Wänden, ist er Dale Nolan, fürsorglicher Vater, der penibel darauf achtet, dass nichts von ihm an die Öffentlichkeit gerät, damit seine Ex und seine Tochter nichts von seinem Job erfahren, der Hobbyfotograf, der nebenberuflich noch für sein Studium  paukt, um sein Hobby zum Beruf zu machen. Dale Nolan, der sich nichts sehnlicher wünscht, wieder intimen Sex zu haben, bei dem er mit seinem Partner ganz allein ist, ohne Kamera, ohne zu wissen, dass da jemand sitzt und sich auf seinen Film einen runterholt. So kann er auch nicht glauben, dass Jayson Ward es wirklich genießt vor der Kamera Sex zu haben, dass er jedes Mal er selbst ist, sich nicht verstellt und alles an ihm echt ist, ob vor oder hinter der Kamera, dass es immer derselbe Jayson Ward ist.

Jayson Ward liebt seinen Job, das tut er wirklich und das zeigt er auch, vor und hinter der Kamera. Er teilt sein Leben mit seinen Fans auf sozialen Netzwerken und postet zu jeder Gelegenheit ein Bild von sich. Tyler kann dies absolut nicht nachvollziehen und auch mir war es anfangs suspekt, weil ich von diesem ganzen Kram nicht viel halte. Doch umso weiter die Geschichte voranschreitet umso verständlicher wird es, warum Jayson sein Leben auf diese Weise teilt. Während Dale den vernünftigen Part übernimmt, ist Jayson keineswegs weder naiv noch kindisch, doch er ist aufgeweckt und offener, er bringt den gewissen Schwung in Tylers Leben und beide bringen sich gerne mal gegenseitig aus der Fassung.  Jayson schließt man auf jeden Fall schnell ins Herz, allein für seine doch irgendwie aufgeschlossene und energiegeladene Art.

Doch nicht nur Tyler und Jayson hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Auch Jayson Freund Rizzo zieht einen mit seiner quirligen und speziellen Art in den Bann. Ich freu mich schon sehr auf den nächsten Teil der Reihe, in dem es um ihn gehen wird. Neben dem Job als Pornodarsteller, in dem er es liebt, von “Daddys” vernascht zu werden, kann man ihn außerdem als Drag bewundern. Er hat seine ganz eigene Art, etwas aufgedreht und doch merkt man, dass er etwas verbirgt. Zwar scheint er mit der Meinung seiner Umgebung über ihn gut klarzukommen, doch gleichzeitig spürt man beim Lesen, auch wenn es mehr aus Jaysons oder Tylers Sicht geschrieben ist, dass Rizzo viel mehr verbirgt, als es nach außen hin den Anschein macht. Ich bin schon sehr gespannt auf seine Geschichte.

Auch wenn es mal ein eher ungewöhnliches Thema ist, merkt man dennoch wieder, dass sich die Autorin sehr wohl mit der Thematik auseinandergesetzt hat. Es gibt sowohl die schönen Seiten aber auch die nicht so schönen, das Realistische. Was geschieht wirklich hinter der Kamera? Wie fühlen sich die Darsteller? Was empfinden sie dabei, sich so vor der Kamera zu präsentieren? All das stellt die Autorin authentisch dar, ohne zu übertreiben oder es ins lächerliche zu ziehen. Durch die wechselnde Sicht zwischen Jayson und Tyler, erleben wir zwei unterschiedliche Welten, zwei unterschiedliche Personen, die mit ihrem Leben auf ihre ganz eigene Art und Weise umgehen. Und mir hat besonders gut gefallen, dass es zwar ein Erotikroman ist, die expliziten allerdings keine Übernhand nehmen und in einem vertretbaren Rahmen vorhanden sind. Vor allem werden durch die Szenen die Gefühle der beiden Charaktere deutlich. Die Autorin hat ein Händchen dafür, die Szenen sowohl ansprechend aber auch heiß und wild zu schreiben. Es werden viele Emotionen währenddessen von den beiden übertragen und sind spürbar. Die Gedanken spielen eine wichtige Rolle, zeigen deutlich, wie es den beiden Charakteren zu der Zeit geht und was es wirklich bei ihnen verursacht, vor allem bei Tyler.
Die Autorin hat einen feinfühligen Schreibstil, der flüssig zu lesen ist und der dazu führt, dass die Geschichte an einem vorbeifließt. Sie schafft es, ein so explizites, doch etwas klischeebehaftete Thema mit einer gewissen Ernsthaftigkeit dazustellen und etwas ganz eigenes und neues draus zu machen, etwas ganz anders, als man erwartet.

Ein wirklich gelungener Einstieg in die “F***ing” Reihe und ich freu mich schon sehr auf die weiteren Teile.

Kritik:

Zum Ende hin kam es mir vor, als würde etwas fehlen, besonders im Bezug auf Tyler und Jayson. Mir kam es so vor, als hätte ich den gewissen entscheidenden Punkt überlesen, wo es für beide feststand, dass zwischenen ihnen alles geklärt ist und sie zusammen sind. Das Ende und vor allem auch die Auflösung waren recht abrupt und schnell abgehandelt.

Fazit:

“F***ing Real: beyond all doubt” ist ein wirklich gelungener Einstieg in eine neue Reihe von Svea Lundberg. Die Geschichte rund um Tyler und Jayson ist in sich abgeschlossen und ist ein sowohl emotionaler aber auch heißer Auftakt einer Reihe rund um die Darsteller des Pornolabbels CC Cocks. Tyler und Jayson sind so verschieden wie Tag und Nacht, der eine verschlossen, ernst und eine gewisse Härte ausstrahlend, der andere aufgeschlossen, offen und begeistert von seinem Job. Die beiden verbringen eine gemeinsame Zeit vor laufenden Kameras, lernen sich kennen, besser als beide ahnen und beide entwickeln Gefühle, die so wohl nicht geplant waren. Zwei Wochen gemeinsam in einem Ferienhaus, ausgestattet mit  allem drum und dran und dann noch die Kameras, die die zwei bei allem aufnehmen sollen. Ein Projekt, das Tyler anfangs gar nicht zusagt, doch umso mehr Zeit er mit Jayson verbringt, umso mehr rücken die roten, blinkenden Lichter in den Hintergrund. Mit viel Feingefühl und sacht verpackten Emotionen hat die Autorin eine Geschichte über ein Thema erschaffen, bei dem man nicht damit gerechnet hat, dass man daraus nochmal was völlig neues machen kann. Doch mit Fingerspitzengefühl kreiert die Autorin eine Geschichte voller pickelnder aber auch gefühlvoller Erotik, sowie emotionalen Momenten, die einen regelrecht an die Seiten fesseln. Tyler und Jayson lassen einen nicht so schnell los, sie erzählen auf ihre ganz eigene Art ihre Geschichte und lassen uns an jeden Augenblick ihres Lebens teilhaben.

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