4 Wölfe · Kurzgeschichte · Leseempfehlung · Rezension

“Valentin: Club der dichten Dichter” – Regina Mars

©Klappentext, Cover & Zitat: Regina Mars

 

Ebook: 2,99 / Taschenbuch: 6,99

Seitenzahl: 108

Verlag: Selfpublished

Release:  03. Oktober 2019

Genre: Romance, Humor

 

Klappentext:

Die dichten Dichter dichten weiter!

Nichts läuft, wie es sollte. Valentin schafft es weder, seinen Roman zu beenden, noch Professor Südberg seine Liebe zu erklären. Dabei hat der Prof die schokoladigsten Augen aller möglichen Professoren! Selbst Valentins Kollegen, die dichten Dichter, können ihm nicht helfen.

Dann bekommt Valentin auch noch einen unerwünschten Mitbewohner: Jayson Käsebier. Breitschultrig, fröhlich und fitnessverrückt ist er alles, was Valentin nicht ist. Und ganz bestimmt nicht das, was er braucht, um sein Leben in Schwung zu bringen. Egal, wie hingezogen er sich zu Jayson fühlt. Jayson, der 80 Kilo stemmt und bei Filmen heult wie ein Kleinkind (aber nur an den schönen Stellen) ist garantiert der falsche Mann für einen intellektuellen Poeten wie ihn. Dumm nur, dass Jayson das ganz anders sieht …

Zitat:

“Valentin starrte das furchtbare Wesen vor sich an.”
“Dessem verwirrtes Gesicht war das Letzte, das er sah, bevor er ihn küsste. “
“Sein Herz flatterte, als er sich auf Jaysons Brust niederließ.”

Eigene Meinung:

Noch immer schafft es Valentin nicht seinen Roman zu beenden, noch Professor Südberg seine Liebe zu gestehen. Doch bald, ja bald wird sich das alles ändern, wenn er seinen Roman fertig hat, wird er den Professor ansprechen, genau. Doch dann bekommt Valentin plötzlich einen neuen Mitbewohner. Jayson Käsebier, ein Muskelprotz, fröhlich und fitnessverrückt. Das genaue Gegenteil von Valentin. Also nicht der richtige Mann für einen Poeten wie ihn. Allerdings sieht Jayson das ganz anders.

Ich habe Milans Geschichte ja schon verschlungen, nicht anders erging es mir bei Valentin. Während Milan seine alte Liebe wiedertrifft, kämpft Valentin mit seiner alten und findet eine neue. Mit einer großzügigen Portion Humor und ganz viel Gefühl wird uns Valentins Geschichte erzählt. Es fließen Lachtränen, man stößt schmachtende Seufzer aus und es schmelzen Herzen. Also eigentlich wie bei jedem Buch von Regina Mars. Valentin der nerdige Poet und Jayson der muskelstrotzende Fitnessjunkie, ein ungleiches Paar, die doch so viel verbindet und nicht die Augen und Hände voneinander lassen können. Sowie ein Wiedertreffen mit allen dichten Dichtern, Zebulon und Rob kriegen sich wie gewohnt in die Wolle, bezeichnen sich als Romantikl**** und Reiseschl****, unterhalten uns mit ihren abenteuerlichen Wortgefechten und bringen uns immer wieder zum schmunzeln. Milan steht Valentin mit Rat und Tat zur Seite und er scheint der Einzige zu sein, dem Valentin wirklich sein Herz ausschütten kann und der ihn auch ernst nimmt. Dennoch halten die dichten Dichter zusammen und man lernt noch ein paar mehr kennen.

Valentin ist der typische brilletragende Nerd, der eher schüchtern und zurückhaltend ist und gern mal übersehen wird. Er ist in Professor Südberg verliebt, traut sich aber nicht, mit ihm zu reden. Aber sobald sein Buch fertig ist, dann will er ihn endlich ansprechen. Sein neuer Mitbewohner macht ihm allerdings einen Strich durch die Rechung. Aber so jemand poetisches wie Valentin kann sich doch nicht in jemanden wie Jayson Käsebier verlieben. Das geht doch einfach nicht, sie passen einfach nicht zusammen. Als eines Nachts Jayson angetrunken zu Val ins Zimmer huscht, ist es um die beiden geschehen. Das war eine meiner absoluten Lieblingsszenen aus dem Buch. Zwar ist der ulkige Humor von Regina Mars definitiv vorhanden, wird es dennoch überraus romantisch und kribbelig erotisch. Valentins Art anfangs über Jayson zu denken, er könne so einen Nerd wie Valentin auf den Arm nehmen und sich lächerlich machen, diese nagenden Zweifel kamen zwar etwas zu kurz aber dennoch lassen sie mit Valentin mitfühlen. Diese Art zu zweifeln, an sich selbst und ob man wirklich so gemocht wird, wie man ist, die kennt wahrscheinlich jeder. So jemanden wie Valentin, den kann Jayson doch gar nicht toll finden, das ist völlig unmöglich. Auch die gemeinsame Nacht war bestimmt ein Ausrutscher. Momente, die einem Valentin sehr ans Herz wachsen ließen, weil er im Grunde doch so viel mehr kann, als er selbst ahnt.

Die Autorin bedient sich vieler Klischees: ein düsterer Thrillerautor, mit Narben und mysteriöser Aura, ein schüchterner, perfektionsliebende Nerd, ein sentimentaler Muskelprotz, der bei schönen Momenten weinen muss, doch wo sie sonst eher störend und eigentlich nicht mein Fall sind, finde ich, machen sie genau den gewissen Reiz. Die Autorin schafft es, Klischees angenehm zu verpacken und unterhaltsam zu machen. Sie berühren einen, lassen einen nicht so schnell los und auch wenn die Geschichte vorhersehbar scheint, so liest man dennoch gebannt Zeile um Zeile.

Eine zwar kurzweilige Geschichte, dennoch fesselnd und ergreifend. Valentins Art zu fühlen und zu denken, reißen einen mit sich und am Ende schließt man mit einem Lächeln das Buch und ist schon ganz gespannt auf den nächsten dichten Dichter.

Kritik:

Auch hier fehlt der gewohnte Tiefgang, was lediglich an der Kürze der Geschichte liegt. Von Jayson erfahren wir recht wenig, eigentlich nur, dass er ein Fitnessfanatiker ist und früher dick war, genauso gemobbt worden ist, wie Valentin damals. Viel mehr erfährt man leider allerdings auch nicht.

Stören könnte hier eventuell ebenfalls, dass man das Gefühl hat, diese Geschichte dient lediglich, für Robs und Zebulons Geschichte zu werben, was für mich allerdings nicht der Fall war, da sie eher nur am Anfang und zum Ende hin ein wenig Raum einnehmen.

Die Geschichte erscheint auch im Großen und Ganzen recht vorhersehbar und man konnte einiges schon erahnen, dass es so geschehen würde. Ein wirklicher Spannungsbogen kommt nicht auf.

Fazit:

Mit Valentin geht die Heftromanreihe rund um den Club der dichten Dichter weiter. Ist Milan noch der begnadete Thrillerautor ist, schafft es Valentin nicht mal seinen ersten Roman zu veröffentlichen, an dem er schon seit Jahren arbeitet und immer und immer und immer wieder überarbeitet, alles genaustens recherchiert und versucht jeden Fehler auszumerzen. Er kommt einfach nicht voran, genauso wenig wie bei seiner beinahe eigentlich gar nicht existenzen Beziehung zu seinem Professor, in den er ziemlich verschossen ist. Doch plötzlich taucht Jayson Käsebier auf, der sein komplettes Leben auf den Kopf stellt. Ein Buch voller schrägen Humor, Momente mit prickelnder Erotik, sowie mitreißenden Emotionen. Mit Valentin hat Regina Mars den gängigen Nerd erschaffen, der sich einem schnell ins Herz schleicht, der eine ganz eigene Ansicht der Welt hat und sich anfangs noch sehr gegen seine eigenen Gefühle wehrt. Zwar machen Zebulon und Rob den Anfang und führen uns mit ihren spektakulären Wortgefechten in die Geschichte und verabschieden uns auch wieder, doch Valentin und Jayson nehmen schnell ihren Raum ein und geben diesen auch nicht so schnell wieder her. Sie zeigen uns, wie Liebe auf den ersten Blick stattfindet, wie man schwierige Prozesse beim Schreiben lösen kann, wenn einem einfach eine Szene nicht gelingen will, wie man einfach mal zu sich selbst stehen muss, für die Liebe kämpfen sollte und nicht länger auf sein Glück warten sollte, mal kein Feigling zu sein, mal gerade heraus zu sagen, was man denkt und empfindet. Ein kompaktes Regina Mars Paket mit allem drum und dran.

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