4 Wölfe · Challenge · Leseempfehlung · Rezension

“Exklusiv nicht zusammen” – Ina Taus, Katharina Wolf

©Klappentext, Cover & Zitat: Ina Taus, Katharina Wolf

 

Ebook: 3,99 / Taschenbuch: 12,99

Seitenzahl: 376

Verlag: Selfpublished

Release: 26. Mai 2021

Genre: Romance, Contemporary

 

Klappentext:

»Weißt du, was ich mir wünsche?«, fragte ich ihn.
»Nein«, sagte er leise.
»Ich will, dass du ohne mich kannst, aber nicht ohne mich willst.«

Finn und Anton sind seit Kindheitstagen beste Freunde – und das absolute Gegenteil voneinander. Während sich der charismatische Finn mit Begeisterung seinen Dating-Apps widmet, sucht der stille Anton nach der großen Liebe. Als Antons Beziehung unerwartet in die Brüche geht, sieht Finn seine Chance gekommen und will wieder dort anknüpfen, wo sie vor Jahren falsch abgebogen sind. Eine Freundschaft Plus ist genau das, was er sich wünscht. Doch Anton ist nicht bereit, sich auf Finn einzulassen. Bis sein bester Freund ihm einen Vorschlag macht, den er nicht ablehnen kann …

Zitat:

“Ich mochte diesen Anblick, auch wenn seine Belustigung auf meine Kosten ging.”
“Seine Hände tasteten sich zu meinem Kopf vor und er vergrub die Finger in meinem Haar.”
“Du hast mir gerade quasi ewige Liebe geschworen.”

Eigene Meinung:

Seit Kindheitstagen sind Finn und Anton beste Freunde und unzertrennlich.  Dabei sind sie das genaue Gegenteil voneinander. Der charismatische Finn liebt Abenteuer und widmet sich voller Begeisterung seinen Dating – Apps, während Anton nach der großen Liebe sucht. Eigentlich hat er sie auch, doch dann geht seine Beziehung unerwartet in die Brüche, er ist nur eine Affäre. Diese Chance will Finn nutzen, um das aufleben zu lassen, was sie einmal hatten, Freundschaft Plus. Doch kann es dabei wirklich nur bleiben?

Dies ist mein erstes Buch, das ich von den beiden Autorinnen lese. Von Katharina Wolf kannte ich schon eins, was mich nicht hundert prozentig überzeugen konnte. Ich finde es aber immer wieder spannend, wenn sich zwei Autoren entscheiden, gemeinsam zu schreiben und wie und ob das Ganze letztendlich harmoniert. Und hier kann ich sagen, ja tut es. Man merkt zwar, dass zwei unterschiedliche Personen die jeweiligen Charaktere schreiben aber der Schreibstil und einfach die gesamte Art zu schreiben passen wirklich gut zusammen. Es ließ sich flüssig lesen und man war schnell in der Geschichte drin. Die beiden haben eine recht lockere Art zu schreiben, haben sich ihren Protagonsiten angepasst, ohne es zu übertreiben, was mir persönlich wirklich gut gefallen hat. Anton und Finn sind anfang zwanzig, reden demenstprechend, die beiden Autorinnen haben einen guten Mittelweg gefunden zwischen flapsiger Jugend- und ernster Erwachsenensprache. Man merkt einfach beim Lesen, dass die beiden Protagonisten noch jung sind.

Hat man den Klappentext gelesen, weiß man im Groben eigentlich schon, worum es geht. Es erwarten einen keine großen Überraschungen, was ja auch nicht sein muss. Eigentlich hat mir genau das an der Geschichte auch so gut gefallen, dass es eine entspannte Wohlfühlgeschichte ist, in der man Finn und Anton während ihrer “Exklusiv nicht zusammen” Beziehung begleitet. Nur das Ende, als nochmal Antons Ex auftritt, ich finde, das hätte nicht sein müssen. Das war unnötiges Drama. Die ganze Geschichte wirkte so locker, es war einfach schön zu lesen, wie den beiden während ihres “exklusiv nicht Zusammenseins” bewusst wurde, dass sie doch mehr füreinander empfinden als bloße freundschaftliche Gefühle. Der letzte Auftritt von Antons Ex Michael wirkte leider sehr erzwungen, als müsse man am Ende unbedingt noch ein wenig Drama erzeugen, dabei hatte das die Geschichte gar nicht nötig. Die beiden Knalltüten haben schon für genug “Drama” gesorgt und den Leser zum verzweifeln gebracht, weil sie einfach nicht einsehen wollten, was der Leser schon längst wusste, da ist viel mehr zwischen den beiden als nur Freundschaft Plus.

Ein wenig Klischee sind Finn und Anton ja schon. Anton der Nerd und Streber, der seine Zukunft im Blick hat und weiß, was er im Leben will und der tättowierte Finn, der sich gerne über Dating-Apps nach neuen Sexdates umsieht und mehr in den Tag hineinlebt. Zwei völlige Gegensätze. Doch hier fand ich die Klischees, mit denen gespielt wurde, weder nervig noch störend, sondern sie passten gut zur gesamten Geschichte. Da ich noch keines der anderen Bücher der Autorinnen kannte, ist mir gar nicht aufgefallen, dass die vorkommenen Nebencharaktere schon aus bereits erschienenen Büchern stammen. Diese blieben zwar etwas blass und es fehlte der gewisse Kick hinter den Charakteren, doch eins weiß ich ganz genau, das wird nicht das letzte Buch der Autorinnen sein, das ich lesen werde. Ich möchte schließlich noch Flo und Jonas kennen lernen, die beiden haben es mir dann doch ein wenig angetan.

Die Freundschaft zwischen Finn und Anton ist auf der einen Seite wirklich was besonderes, die beiden gehen durch dick und dünn, durch gute und durch schlechte Zeiten, sind immer füreinander da. Manchmal war es ein wenig zu perfekt. Was mit anderen nicht klappt, klappt aber definitiv mit dem besten Freund, der hat für alles Verständnis und stellt sich immer auf die Seite des Freundes. Doch auch Finn und Anton können sich mal in die Haare kriegen und sie sagen sich die Wahrheit, auch wenn sie schmerzhaft sein sollte. Gerade Finn nimmt keinen Blatt vor den Mund. Mit seiner quirligen und aufgedrehten Art mochte ich ihn am meisten. Er ist allen gegenüber mehr der Coole, doch bei Anton lässt er sich auch mal fallen und er hat ihm gegenüber einen ziemlichen Beschützerinstinkt entwickelt. Anton ist mehr so der Streber, der sich um alles bemüht und nichts falsch machen möchte.

Exklusiv nicht zusammen, Zusammensein mit viel körperlichem aber ja keine Gefühle?! Eine lustige Grundidee, wo ich nur dachte, das kann ja nur schief gehen. Finn und Anton schleichen sich einem schnell ins Herz. Eine rundum schöne Geschichte über zwei beste Freunde, die viel länger “zusammen” sind, als ihnen eigentlich bewusst ist. Die Gefühle mussten erst ans Licht gebracht werden und wie geht das besser, wenn man nicht zusammen ist. Meine nächste Reise bei den beiden Autorinnen führt mich auf jeden Fall auf ein Festival.

Kritik:

Die Geschichte rund um Anton und Finn beinhaltet einige Klischees. Der Streber / Nerd und der tättowierte Draufgänger. Der Ex, der seine Liebe unbedingt zurück haben will und demjenigen die Schuld gibt, alles kaputt gemacht zu haben, obwohl er derjenige war, der eine Ehe führte und sich einen Lover hielt. Der abschließende Auftritt dieses Ex war meiner Meinung nach völlig unnötig und wirkte erzwungen, um ja nochmal ein wenig Drama reinzubringen. Die Nebencharaktere waren zwar gut eingearbeitet, wirkten hin und wieder aber ein wenig leblos und eintönig.

Fazit:

“Exklusiv nicht zusammen” eine herrlich verrückte Geschichte über zwei beste Freunde, die erst “nicht zusammen” sind, um dann zu merken, dass es doch genau das ist, was sie wollen, zusammen sein. Finn und Anton sind ein unzertrennliches Duo, beste Freunde, immer füreinander da und scheuen nicht davor zurück, sich auch mal gegenseitig die Wahrheit um die Ohren zu schlagen. Was machen, wenn man zusammen sein will aber ohne diese ganzen Gefühle und den anderen Quatsch? Genau man ist “exklusiv nicht zusammen”. Der Titel und der Klappentext klangen für mich so skurill, das kann doch nicht funktionieren. Finn und Anton beweisen uns das Gegenteil und das auf so charmante, lockere, liebvolle und sehr humorvolle Weise, das darf man sich nicht entgehen lassen. Das Buch ist auf jeden Fall etwas zum Wohlfühlen und Seele baumeln lassen, einfach abschalten und im Buch versinken, keine großen Überraschungen, keine große Wendungen, aber ich finde, das braucht auch nicht jede Geschichte und es passt einfach zu den beiden. Nur zum Ende passiert für mich unnötig erzeugtes Drama aber das Kapitel kann man zur Not auch überspringen. Finn und Anton sind für mich zwei Gegensätze, die sich stärker anziehen als jeder Magnet. Alle um sie herum wissen, dass zwischen den beiden so viel mehr ist als nur Freundschaft Plus, außer sie selbst. Das bringt einen als Leser hin und wieder echt zum verzweifeln, auf die gute Art.

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