5 Wölfe · Challenge · Leseempfehlung · Rezension

“Einfach du und ich” – Ray Celar

©Klappentext, Cover & Zitat: Ray Celar

 

Ebook: 4,99 / Taschenbuch: 13,95

Seitenzahl: 425

Verlag: Selfpublished

Release: 30. Januar 2020

Genre: Romance, BDSM, Contemporary

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bekommen, wofür ich mich nochmal ganz herzlich bedanken möchte, laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag unter “Werbung”.

 

 

Klappentext:

Was sich aus einem einzigen Spruch entwickeln kann …

Als Thorin, seines Zeichens gelangweilter Student, während einer Vorlesung auf einer Datingapp wahllos Leute anschreibt, rechnet er nicht damit, eine Antwort auf seinen dummen Spruch zu erhalten.

… wenn sich zwei Gleichgesinnte finden ….

Pan hat fast ein Jahr lang versucht, einen festen Freund zu finden – jedoch ohne nennenswerten Erfolg. Eine Datingapp scheint seine letzte Option, doch auch hier hat er kein Glück. Außer freizügigen Fotos bekommt er kaum Nachrichten. Bis ein flapsiger Spruch in seinen Posteingang flattert.

… und es einfach passt.

Zitat:

“Hatte es jemand tatsächlich nötig, seine Sexualität als Usernamen zu nutzen und so jeden gleich vorab darüber zu informieren, auf wen er so stand?”
“Wir sind einfach du und ich… scheiß auf Labels. Niemand sagt, dass wir nicht beides sein können. Du bist mein Ziegenjunge. Punkt.”
“Denn jemand besseren, hätte ich mir nie wünschen können.”

Eigene Meinung:

Online Dating, dort findet man doch nie im Leben den Richtigen, das muss auch Pan feststellen, denn Schw…Bilder und Sexanfragen sind nicht wirklich das, was er sich erhofft hatte. Doch dann schreibt ihn jemand an, der Humor hat und sich auch in ganzen Sätzen ausdrücken kann. Thorin ist witzig, ist nicht aufdringlich und sein Profilbild zeigt nicht sein bestes Stück. Schnell merken die beiden, dass sie viel miteinander verbindet und sie auch eine ganz spezielle Gemeinsamkeit haben. Doch wie sieht es im realen Leben aus? Was passiert, wenn sie sich das erste Mal gegenüber stehen?

Als ich gehört habe, worum es grob in diesem Buch gehen soll, war ich doch etwas skeptisch, was mich erwarten würde. Doch Pan und Thorin zogen mich schnell in ihren Bann. Die beiden tasten sich Schritt für Schritt aneinander ran, beide sind sich unsicher, ob sie den jeweils nächsten Schritt wagen sollen und können. Pan und Thorin sind so authentisch dargstellt, dass es mich nicht wundern würde, wenn ich den beiden eines Tages auf der Straße begegnen würde. Sie wissen beide, was sie möchten, sind selbstbewusst und haben Ziele, doch sobald sie sich gegenüberstehen, werden sie unsicher und zurückhaltend. So wie sich wohl jeder fühlen würde, wenn man sich erst online kennen lernt und sich dann endlich gegenübersteht. Beide benehmen sich ihrem Alter entsprechend, können aufgedreht und witzig sein aber auch mal ins Wanken geraten und wissen nicht immer, ob sie nicht vielleicht doch einen Schritt zu viel gewagt haben.

Bisher fand das Thema BDSM nur in ihren Köpfen statt, sie haben sich nur in ihrer Fanatsie vorgestellt, wie es wohl wären wenn, doch endlich gibt es da jemanden, mit dem sie ausprobieren können und endlich das ausleben, was sie sich bisher nur vorstellen konnten.  Dadurch geht man hier mit den beiden eher behutsam an das Thema und lernt mit ihnen gemeinsam das Ganze kennen. Hier ist kein Dom perfekt, er weiß nicht von vornerein, was der Sub will und bestimmt nicht einfach ungefragt über dessen komplettes Leben, so wie es bisher immer der Fall in Büchern war, die mir in die Hände mit diesem Thema gekommen sind. Hier sind es zwei auf diesem Gebiet eher unerfahrene junge Männer, die erst noch alles entdecken und auch mal wirklich aufeinander achten. Die Autorin stellt eine BDSM Beziehung realistisch dar, was mir wirklich gut gefallen hat. Thorin achtet Pans Grenzen, ist jederzeit für ihn da und achtet in jeder Minute auf ihn, so wie es sein soll. Pan weiß, was er will und sobald er sich nicht mal in Thorrins Führung begibt, weiß er sich sehr wohl durchzusetzen. Man erlebt beim Lesen ganz eindeutig, dass sich die beiden auf Augenhöhe befinden und sich immer nach dem Wohl des Anderen erkundigen. Beim Lesen dieses Buches mit diesem speziellen Thema habe ich mal keine Bauchschmerzen bekommen und hatte nicht das Gefühl, dass sich derjenige nicht mit dem Thema auskennt, sondern sich wirklich damit befasst und auseinander gesetzt hat. Auch dominiert das Thema nicht ihren Alltag und Thorin weiß sehr wohl, dass er vor sich einen eigenständigen und eigenwilligen Partner vor sich hat, den er achtet und schätzt. Eher macht er sich Sorgen, wie zum Beispiel beim Bestellen eines Getränkes,  dass er sich sogar zu viel rausgenommen hat.

Pan und Thorin sind zwei außergewöhnliche Charaktere, die man schnell ins Herz schließt und dessen gemeinsamen Weg man gerne begleitet. Pan möchte sich zwar gerne fesseln lassen und lässt sich unter Thorins Führung fallen, doch außerhalb jeder Session hat er es faustdick hinter den Ohren, ist nie um einen Spruch verlegen und kann sehr wohl sagen, was er möchte und was nicht. Thorin strahlt zwar viel Selbstbewusstsein aus, doch sobald Pan ihm gegenübersteht und darauf hört, was er von ihm verlangt, werden auch seine Knie schwach und manchmal weiß er nicht, ob er sich nicht zu weit vorgewagt hat. Die beiden auf ihrem gemeinsamen Weg zu begleiten, war berührend und fesselnd zugleich.

Zwar passt es zu dem Alter der beiden und es macht es im Grunde nur authentischer, wenn sich ein Autor der entsprechenden Sprache bedient, war es mir hier doch einfach zu viel. Begriffe aus der Jugendsprache wurden hier sehr häufig viel mehr zu oft verwendet, sodass es einen immer mal wieder aus den Lesefluss brachte. Mir fehlte auch ein wenig Alltag in der Geschichte der beiden. Zwar erleben wir auch Momente mit ihren Freunden und ihr Leben dreht sich auch um Uni und Beruf, doch manchmal ging die Romance unter dem BDSM unter.

Doch im Großen und Ganzen haben mich Thorin und Pan mit mehr oder weniger unschuldigen Art an die Seiten gefesselt ;). Die Autorin überzeugt einen wieder durch viel Humor und durch das eher zaghafte Rantasten an das Thema BDSM macht es auch definitiv für Anfänger lesbar.

Kritik:

In der Geschichte fehlt allgemein ein wenig der Alltag, es dreht sich ein großer Teil des Buches um das Kernthema BDSM, was auch an sich vollkommen ok ist aber dennoch hätte ich es schön gefunden auch mal ein wenig mehr romantische Szenen zwischen den beiden zu lesen, die meist nur nach oder während einer Session stattgefunden haben. Am meisten störte mich allerdings die häufige Verwendung der Wörter aus der Jugendsprache. Zwar macht es das nur authentischer und es ist schön zu lesen, wenn sich der Autor mit seinen Charakteren beschäftigt und sie so realistisch wie möglich darstellen möchte, dennoch war es mir hier eindeutig zu viel.

Fazit:

“Einfach du und ich” der Titel sagt schon alles. Pan und Thorin lernen sich über Datingapp kennen und merken schnell, dass sie vielmehr verbindet, als sie anfangs ahnten. Sie sind Dom und Sub, Partner, Freunde oder einfach Thorin und Pan, die sich nicht nur gemeinsam an das Abenteuer BDSM rantasten, sondern schnell merken, dass sie in dem jeweils anderen einen Seelenverwandten gefunden haben. Mit viel Humor, zwei authentischen Charakteren, die man schnell ins Herz schließt und nicht anders kann, als sie niedlich zu finden, auch wenn sie dann einen wahrscheinlich schräg anschauen hat mich die Autorin mal wieder begeistern können. Durch das eher seichte Rantasten an das Thema BDSM ist dise Geschichte auch etwas für jeden Anfänger oder jedem, der sich bisher noch nicht an solch ein Buch gewagt hat. Es ist eine von wenigen Geschichten mit diesem Thema, das mir keine Bauchschmerzen beim Lesen bereitet hat. Mit Pan und Thorin wurde es authentisch dargestellt, wie Anfänge in diesem Bereich stattfinden können und dass ein Dom sehr wohl auf das Befinden seines Subs achtet und der Sub kein Mensch ist, der eine 24/7 Betreuung benötigt. Dieses Buch werde ich bestimmt öfters nochmal zur Hand nehmen, um die Zeit mit Pan und Thorin zu verbringen. Ich hätte gerne noch viel länger an ihrem Leben teilgehabt.

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