5 Wölfe · Anthologie · Leseempfehlung · Rezension

“Eine Handvoll Geschichten vom anderen Ufer” – Mo Kast

©Klappentext, Cover & Zitat: Mo Kast

 

Ebook: – / Taschenbuch: 8,00

Seitenzahl: 120

Verlag: Selfpublished

Release: 1. Mai 2019

Genre: Romance

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bekommen, wofür ich mich nochmal ganz herzlich bedanken möchte, laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag unter “Werbung”.

Klappentext:

Lasst euch treiben und taucht ein in leichte Erzählungen über Liebe, Freundschaft und auch ein wenig über das Anderssein. So vielfältig wie Beziehungen selbst, so unterschiedlich sind auch die Kurzgeschichten in dieser Anthologie. Aber eines verbindet sie alle: Am Ende ist das fremde Ufer zum Greifen nahe.

Eigene Meinung:

“Eine Handvoll”, eine bessere Beschreibung gibt es nicht für dieses kleine Büchlein voller liebervoller Kurzgeschichten, um die große Liebe in all ihren Facetten. Das Taschenbuch passt von der Größe perfekt in die Hand und man kann es sich wunderbar für unterwegs einfach einstecken um so einen kleinen Lesesnack bei sich zu haben. Uns erwarten 12 berührende Kurzgeschichten, die jede für sich ein Ausschnitt aus so unterschiedlichen Leben ist, so als würde man bei den jeweiligen Personen einfach mal kurz einen Blick reinwerfen, um zu schauen, wie es ihnen geht, was sie treiben, wie sie sich verlieben, was sie berührt und wie sie leben. Die Autorin zaubert mit einfachen Worten wunderschöne und gefühlvolle Momente, sie passt den Schreibstil jeder Geschichte an und somit auch die Wortwahl.  Ich möchte euch einen kleinen Einblick in jede Geschichte geben.

1. Schokoherzen in Himbeereis

Valentinstag, zwei Freunde und Himbeereis mit Schokoherzen, das die miesepetrige Stimmung zum Schmelzen bringt. Valentin und Daniel hängen gemeinsam ab, Valentin nach einer drei jährigen Beziehung und Daniel seit langer Zeit unglücklicher Singel. Daniel geht Valentin mit seiner schlechten Laune, verursacht durch den Valentingstag, ziemlich auf die Nerven. Doch als Valentin sein gut behütestes Eis mit ihm teilt, ist der Valentinstag plötzlich passe. Diese Geschichte ist ein wirklich gelungener Einstieg in dieses Büchlein, sie ist genauso wie die anderen, nicht wirklich lang, doch die Autorin schafft es hier genügend zu vermitteln. (“So schmeckt also Erste Liebe!”)

2. Liebe wie Gurkensushi

Liebe wie eine billige Nudelsuppe, in die man betrunken schales Bier kippt oder doch eher wie eine Fischsuppe oder vielleicht doch eher wie billiges Gurkensushi. Diese Geschichte zeigt, dass eine Beziehung nicht immer perfekt sein muss, solange die zwei Menschen, die sich lieben, glücklich miteinander sind. Zwei Charaktere, die auf ihre eigene Weise anders denken und das manchmal auf so schräge Weise, dass sie sich nicht mal selbst verstehen. Doch Samuels Freund ist einer der wenigen, der sehr wohl versteht, was er mit seinen manchmal rätselhaften Äußerungen aussagen möchte. Eine wirklich berührende Geschichte über die vielleicht schlechteste Beziehung der Welt aber in der beide glücklich sind. (“Der Kuss schmeckt nicht wie Sushi, aber auch nicht wie schales Bier.”)

3. Saitenschwingungen

Eine Geschichte über vertane Chancen, eine Liebe die mit einem Kuss begann, getrennt wurde durch Zeit und Raum, doch nach 10 langen Jahren noch immer existiert. Ein junger Violinist, der mit seinen 17 Jahren schon ein Star als Violinenspieler ist, doch der schneller alles verliert, als er ahnt und ein nicht ganz so talentierter Geiger, der ebenfalls falsche Entscheidungen getroffen hat. Beide sind sich unsicher, als sie sich trennen, wie sie füreinander empfinden und erst nach 10 Jahren, in denen sie beide unterschiedliche Wege gegangen sind, beginnen sie quasi einen Neustart zu zweit. Eine Geschichte über die Liebe, die erst Zeit und ein paar verpatzte Versuche brauchte, bis es wirklich funktionierte. (“Ich hab dich wirklich vermisst.”)

4. Luftzug

Es ist viel zu heiß. Wer kennt ihn nicht, den viel zu heißen Sommer, in dem man nur faul rumliegt und am liebsten nichts tut. Doch dann geht bei Elias die Zimmertür auf, wodurch nicht nur ein frischer Luftzug durch sein Zimmer geht, sondern auch Noah mit hineinbringt. Noah der in Elias Leben eine frischeBrise hineinbringt. Ein kruzer Augenblick, der doch genug sagt um uns wissen zu lassen, was die beiden verbindet, ein heißer Sommer und ein erfrischendes Lüftchen. (“Er wuschelt mir durch die Haare.“)

5. Zwischen den Zeilen

Antonia ist direkt und subtil ist eindeutig das falsche Wort um sie zu beschreiben und außerdem ist sie Hannahs beste Freundin. Doch seit geraumer Zeit benimmt sie sich seltsam und gar nicht mehr wie die Toni, wie Hannah sie kennt. Hannah versteht die indirekten Anzeichen nicht, versteht nicht, was Toni ihr mit Hilfe von Blumen und einem Kinobesuch versucht zu sagen.  Und dann steht Toni vor ihr und bittet sie darum, ein Kleinod anzunehmen, das für Hannah viel zu früh kommt, also muss sie es diesmal übernehmen, ganz direkt zu sein, dabei ist sie es doch meist, die nicht weiß, was sie sagen soll. Eine unglaublich süße Geschichte über die Liebe, die einen dazu bringen kann, ganz anders zu handeln, als man es sonst eigentlich von sich kennt. (“Der Kuss selbst war etwas hektisch, unsicher.”)

6. Drei gegen Drei

Gabriel und seine Freunde kommen zu ihrem Basketballplatz, bei dem schon drei andere Jungs spielen. Spontan stimmen sie zu, mit den drein ein Match zu starten und spielen drei gegen drei. Doch irgendwas kommt Gabriel seltsam vor, einer der Konkurrenten sieht immer mal zu ihm, berührt ihn flüchtig aber zu auffällig, als das es unabsichtlich sein könnte. Ob der Gegenspieler namens Vincent eventuell an mehr interessiert ist? Nach dem gemeinsamem Spiel bleiben beide noch ein bisschen länger und als Gab das nächste Mal zum Platz geht, ist Vincent da und das nicht nur zum spielen. Ein gemeinsames Spiel und ein gemeinsames Hobby und zwei junge Männer, die mehr verbindet als nur die Liebe zum Ballspiel. (“Ein scheues Lächeln trifft mich.“)

7. Pink und Glitzer

Yannik hat ein Problem, das Richard heißt, der sich allerdings Evelyn nennt, sich die Nagel lackiert, die Augenbrauen zupft und die langen Haare blondiert und außerdem ist er sein Sitznachbar und spricht ihn nur mit Yaya an. Und das alles nur weil Yannik stottert. Alle lachen ihn aus und reden hinter seinem Rücken über ihn, besonders seit Richard neben ihm sitzt, mit diesen blöden Katzenspangen im Haar. Doch hat es Richard wirklich so leicht wie Yannik denkt, kann er wirklich einfach so “normale” Klamotten anziehen und alles ist wieder gut? Man hat es nicht leicht, wenn man anders ist und man muss auch mal darum kämpfen, man selbst sein zu können. (“Wenn man nicht zu den anderen passte, egal wie sehr man auch wollte.“)

8. Kein Kitsch

Sie sind nicht Walt Disney und schon gar nicht die Schlümpfe, sie sind nicht das verwöhnte reiche Söhnchen und nicht der rotzfreche Punker, sie sind kein Kitsch. Aber was sind sie dann? Das will Alexander endlich wissen, doch Emil weiß es selbst nicht so genau. Alexanders Fragerei nervt, dabei will er es doch im Grunde selber wissen. Sie sind mehr als nur Freunde, sie haben Sex, treffen sich gerne und… lieben sich? Was ist das zwischen ihnen? Eine Momentaufnahme, zweier junger Männer, die sich unsicher sind, was das genau zwischen ihnen ist und sich erst klar werden müssen, was sie sind. Ein Paar oder nur Freunde? (“Einfach leben, würde schon schief gehen.“)

9. Herbstliebe

Jeden Tag sitzen sie gemeinsam in der Pause auf der Bank und so dicht beieinander, dass Isabell ihre Wärme spüren kann. Sie reden nicht, sie raucht, Isabell genießt einfach nur die Zeit, auch wenn sie das Gefühl hat, nicht anwesend zu sein, unsichtbar, unscheinbar. Erst auf einer Party kommen sie endlich wirklich in Kontakt und seit dem reden sie immer wieder miteinander, dennoch…. Die erste Liebe, mal geht sie gut aus, mal nicht. Doch egal wie, es gibt immer einen Weg auf dem man glücklich werden kann. Wer kennt es nicht, dem Schwarm irgendwie nahe sein zu wollen, bemerkt oder unbemerkt, Hauptsache man ist in seiner Nähe. Eine Geschichte mit einem etwas anderem und unerwarteten Happy End. (“Manchmal habe ich Angst im grauen Herbstlicht zu verschwinden.“)

10. Tori to Uke

Es ist keine dieser typischen kitschigen Geschichten, in der der Protagonsit jahrelang unglücklich verliebt war und einfach nicht den Mund aufbekommen hat. Oder vielleicht doch? Jonas ist der felsenfesten Überzeugung, dass dem nicht so ist. Ja er steht auf Ben seit er dreizehn ist und hat sich bisher nicht getraut, es ihm zu sagen… Bis Ben ihn plötzlich darauf anspricht, ob er nicht auf Männer stehe und eventuell auch auf ihn. Anfangs ist Jonas sich unsicher, was genau das zwischen ihnen ist, will Ben nach dem spontan geplanten Kuss wirklich was von ihm? Warum benimmt er sich auf seiner Geburtstagsparty so seltsam und warum sitzt er plötzlich weinend draußen auf der Hollywoodschaukel? Dabei waren sie doch bisher einfach nur Judokumepls oder so… oder ist da vielleicht doch mehr? Wenn die anfänglichen Rollen tauschen und alles einfach ein bisschen anders kommt, als man es sonst kennt. (“Seine Hand berührte meine.”)

11. Alles wie gehabt

Imogen ist bi, hat es ihrer besten Freundin Mimi aber noch nicht gesagt. Sie hat es nicht so mit erzwungenen Gesprächen, sondern erwähnt es eher so nebenbei, ist doch nichts dabei oder doch?  Aber auch Mimi hat so ihren Senf dazu beizutragen. Aber im Grunde ist doch alles wie gehabt. Schließlich ändert sich doch nichts. Ein Outing, das zeigt, wie es eigentlich für jeden sein sollte, ein Ding von nebenher und nichts, was man groß an die Glocke hängen müsste. (“So hatte sie sich das vorgestellt.”)

12. FCK XMAS

Er hasst Weihnachten, er zieht eine warme Disco seinem kalten Zuhause vor, in der die Heizung nicht funktioniert. Er hat weder Familie noch Freunde, Freunde kosten Zeit, Geld und Nerven und er hat nichts davon. Doch dann taucht Dave auf, ist penetrant und hartnäckig und hat an Weihnachten so einige Überraschungen parat, die ihn doch sympathischer machen als gedacht. Manchmal muss man einfach mal hartnäckig und dickköpfig sein und sich aufeinander einlassen. Mit viel Humor und Gefühl endet somit die Anthologie. (“Deswegen erwiderte ich sein Strahlen mit einem schiefen Grinsen.“)

Somit endet diese Anthologie, zu der ich wohl noch öfters greifen werde, da es kleine Geschichten für Zwischendurch sind, die man immer wieder genießen kann. Die Autorin hat ein Händchen für Kurzgeschichten, die wie aus dem Leben gegriffen scheinen. Also falls ihr was für die Busfahrt, Zugfahrt, das Wartezimmer beim Arzt oder einfach was zum Abschalten braucht, ist diese kleine Sammlung genau das Richtige für euch.

Kritik:

Anthologien sind nicht jedermanns Sache, nicht jede Geschichte sagt einem zu, man erwartet etwas anderes, man hätte gerne noch weiter gelesen oder die Kurzgeschichte war einfach zu lang.

Fazit:

Mit “Eine Handvoll Geschichten vom anderen Ufer” hat die Autorin einen kleinen Lesegenuss erschaffen, den man zwischendurch und immer wieder genießen kann. 12 unterschiedliche Geschichten, 12 unterschiedliche Menschen und Pärchen, die die Liebe erst entdecken, sie schon lange kennen oder sich vielleicht gar nicht so die Gedanken darüber machen. Ich hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl von wirklich existierenden Menschen zu lesen, von der die Autorin uns berichten möchte, weil ihre Geschichten es wert sind, erzählt zu werden. Ich denke, jeder findet sich in irgendeine der Geschichten wieder, weil man eventuell selbst schon mal in der Situation war, weil man ähnlich empfunden oder gehandelt hat.  Die erste Liebe, das eigene Outing, ein Basketballmatch, ein leckeres Himbeereis, pinker Nagellack, Gurkensushi, eine erfrischende Brise, ein alles veränderndes Wiedersehen, nicht gesagte und unerhörte Worte, Blumensträuße, ein Ring, unerwiderte Liebe, unerwartete Gefühle, überraschende Wendungen, es ewartet einen so viel und jede Geschichte ist eine gelungene Portion eines Lebens.

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