4 Wölfe · Geschmackssache · Leseempfehlung · Rezension

“Eine besondere Begabung: Das Geheimnis von Morlym” – Chris P. Rolls

©Klappentext, Cover & Zitat: Chris P. Rolls

 

Ebook: 8,99 / Taschenbuch:

Seitenzahl: 422

Verlag: Main Verlag (TB)

Release: 2. Juni 2019

Genre: Romance, Fantasy

Klappentext:

Buch Vier
Mit einer fulminanten Geste hat Dravo die Krone seinem Bruder überreicht und auf die Regentschaft verzichtet. Mit seinem geliebten Arlyn kehrt er dem Königreich Fenjarn den Rücken, um sich auf eine abenteuerliche Reise zu begeben. Hoch oben im Norden hoffen sie Hilfe im Kampf gegen Farjin zu finden, der ihnen immer dichter auf den Fersen ist.
Arlyn zieht es zudem mit aller Macht zum Germonshof, um zu erfahren, was aus seiner Familie und insbesondere Piju geworden ist. Dabei sind sie sich durchaus der Gefahr bewusst, in eine Falle zu laufen. Bald schon wird ihnen eines ganz klar: Arlyn muss sich Farjin stellen, es gibt kein Entkommen.
Dies ist der letzte Band des Epos.

Zitat:

“Sein verschmitztes Grinsen bewies zu Genüge, dass er das Wort nicht länger mit sich in Verbindung brachte.”
“Die Geschichtenerzähler würden sie in den dunklen Stunden des Winters zum Besten geben, weitertragen, von Generation zu Generation und sie würde noch erzählt werden, wenn kein Mensch des Freien Landes sich mehr an die Sklavenfänger erinnerte.”
“In ihrer jetzigen Welt hatte nur eine einzige Macht wirklich noch Bedeutung: die der Liebe.”

Eigene Meinung:

Arlyn und Dravo begeben sich im letzten Teil der Reihe in das Freie Land. Sie wollen gegen Farjin antreten, Arlyns Meistermagier, doch als erstes möchte Arlyn zum Germanshof, möchte erfahren, wie es seiner Familie geht, wie es Piju geht. Doch was er dort antrifft, ist nicht das, was er sich erhofft hatte. Doch eine Sache wird ihm bewusst, er muss sich Farjin stellen, doch er muss verhindern, dass Farjin Zugriff auf seine Magie bekommt. Sie bekommen unerwartete Unterstützung auf ihrer Reise, während Farjin ihnen immer wieder Steine in den Weg legt.

Möchte man erfahren, ob Arlyn und Dravo es schaffen, Farjin zu bezwingen, was aus den Bewohnern des Germanshof geworden ist, wie es Piju ergangen ist und welche Weggefährten sich noch den beiden anschließen, sollte man sich den abschließenden Band nicht entgehen lassen. Arlyns und Dravos Reise erhält hier ihren spannenden und fesselnden Abschluss.

Arlyn ist mir während der letzten Bände besonders stark ans Herz gewachsen und es war wirklich schön zu erleben, wie Arlyn im letzten Band zu seiner endgültigen charakterlichen Größe heranwächst, sich mit neuer Willensstärke und durch Dravos Hilfe gewachsener Mut Farjin entgegen stellt und sich so schnell durch gierige Blicke nicht mehr aus der Ruhe bringen lässt. Der Moment als Dravo Arlyn neckisch als seinen Lajin betitelt und Arlyn ohne zusammen zu zucken auf diesen Spaß eingeht, war ein wirklich schöner und berührender Augenblick, da man hier nochmal eine eindrückliche Bestätigung bekommt, dass Arlyn mit dieser Sache soweit abgeschlossen hat und an innerlicher Stärke gewonnen hat.
Auch Dravos Entwicklung ist spürbar beim Lesen. Er ist nicht mehr länger der verwöhnte und sich der Verantwortung entziehende Prinz. Auch er muss sich auf der Reise beweisen und steht Arlyn in jeder erdenklichen Lage zur Seite. Er stellt sich jedem, der ihn daran hindern will, Arlyn zu helfen und zu unterstützen. Es wird mehr als deutlich, dass er Arlyn liebt und alles für ihn tun würde, sogar sich selbst opfern, denn er kann sich ein Leben ohne seinen Kles nicht mehr vorstellen. Dies beruht auf Gegenseitigkeit.

Doch nicht nur Arlyn und Dravo machen die Geschichte aus. Im Laufe ihres Abenteuers begegnen ihnen nicht nur Feinde, sondern sie lernen neue Freunde und Gefährten kennen aber auch liebgewonnene Begleiter wie Piju und Kinsan haben ihren Auftritt. Besonders Piju bekommt noch eine sehr tragende Rolle und bestimmt wollte jeder von uns wissen, was aus ihm geworden ist und ob er glücklich wird. Dravo landet während seiner Reise in einem Dorf bewohnt von Magisch Begabten und lernt dort weitere Wegbegleiter kennen, sowie die Bewahrer einer uralten Macht, bzw. die Hüter um diese Macht zu bannen. Die Autorin gibt den Charakteren eine ausgereifte Geschichte, die für den Verlauf und den Ausgang des Buches eine entscheidende Rolle spielen und ohne die Arlyn und Dravo den Kampf nicht bewältigen könnten. Auch wenn einige Charaktere erst im jetzigen Band auftauchen, hat die Autorin ihnen so viel Leben eingehaucht, dass man sie nicht mehr missen will.

Der Schreibstil ist wieder bildhaft und detailliert und weicht auch nicht von dem der vorigen Bände ab, sodass der Anschluss wieder fließend übergeht. Es wird an einigen Stellen eine gewisse Spannung aufgebaut, sodass man das Abenteuer mit einem packenden Nervenkitzel verfolgt. Die liebevollen Momente zwischen Arlyn und Dravo aber auch die, in denen wir Abschied nehmen müssen sind emotional und bewegend geschrieben, dass einem entweder das Herz aufgeht oder man doch ein paar Tränchen verdrückt.

Arlyn und Dravo entwickeln im Laufe der Geschichte ihre eigene Dynamik, gehen auch ihren eigenen Weg und bewältigen gemeinsam die wohl schwerste Aufgabe ihrer gemeinsamen Reise, der Kampf gegen Farjin, wo ich auch gleich bei meinem ersten Kritikpunkt bin, der aber vor allem persönlich bedingt ist. Ich finde übermächtige Gegner und gefühlt in die Länge gezogene Kämpfe anstrengend. Farjin war ein Gegner, der wie eine Schallplatte immer wieder dieselben Sprüche brachte und scheinbar unbezwingbar war. Nach so einer langen Geschichte und Reise kann diese nicht anders enden als durch einen epischen Endkampf, doch auch Dravos innere sich teilweise wiederholenden Monologe wurden teils anstrengend und ermüdend. Dennoch kommt durch die Länge des Kampfes Farjins Stärke rüber und letztendlich Arlyns Macht. Es ist auch eher mein persönliches Empfinden, dass in einer guter Kürze die Würze liegt.

Am meisten gestört haben mich allerdings die vielen Fehler, von fehlenden Kommas/Buchstaben, falsch geschriebene Wörter und vor allem die Verwechslung von das/dass, als auch Groß-und Kleinschreibung. So gut wie in jedem Kapitel war mindestens ein Fehler, was nach einiger Zeit dann doch sehr störend war und man hin und wieder aus dem Lesefluss kam.

Dennoch ist dies ein gelungenes Ende der Begabung-Reihe, in der uns die Autorin auf eine gefühlvolle, emotionale Reise voller Gefahren, treuen Gefährten, liebgewonnenen Freunden, spannende Kämpfe und vor allem großen Gefühlen mitgenommen hat. Hier besiegt die Liebe den Hass und wir haben neue Charaktere kennen gelernt, von altbekannten Abschied genommen und haben zwei junge Helden auf den wohl entscheidensten Weg begleitet, mit ihnen mitgefiebert, geweint, gelacht, gehasst und geliebt.

Kritik:

Die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler haben den Lesefluss sehr gestört. Fehlende Satzzeichen und Buchstaben, falscher Einsatz von dass/das oder falsch geschriebene Wörter. Leider kommt dies beinahe in jedem Kapitel vor, was trotz der hohen Seitenzahl doch recht viel war.

Auch wenn die Geschichte mit einem epischem Endkampf enden musste, war mir dieser zu lang, Dravos sich wiederholenden und dadurch teils ermüdenden inneren Dialoge aber auch Farjin war wie eine kaputte Schallplatte, die nur zwei Lieder an Beleidigungen abspielen konnte, all das hat es anstrengend gemacht am Ball zu bleiben.

Fazit:

“Eine besondere Begabung: Das Geheimnis von Morlym“ ist der letzte Band der Begabung-Reihe, in dem uns das eindrucksvolle Ende von Arlyns und Dravos Reise erwartet. Endlich lesen wir, wie tapfer Arlyn sich seinem Meistermagier Farjin entgegen stellt, um endlich in Ruhe und Frieden an Dravos Seite zu leben. Nahtlos geht die Geschichte von Band 3 auf 4 über wie bei den vorigen Bänden. Wer also lieber Geschichten in einem Rutsch ließt, kann dies jetzt tun, zumal die Übergänge fließend sind. Wir lernen neue Charaktere kennen, ohne die Arlyn und Dravo während ihres Abenteuers aufgeschmissen wären und die zu treuen Freunden werden. Von Liebgewonnene müssen  wir von einigen leider Abschied nehmen. Das Ende ist spannend und fesselnd, sowie emotional und nervenaufreibend, sowohl positiv als auch negativ. Für mich persönlich haben sich einige Stellen ermüdend in die Länge gezogen. Dennoch habe ich gerade mit Arlyn und Dravo mitgefühlt und mitgefeiert und es war schön zu lesen, wie glücklich die beiden endlich werden. Hiermit bekommt die lange Reise der beiden ihr würdiges Ende, wo keinerlei Fragen offen bleiben.

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