4 Wölfe · Challenge · Leseempfehlung · Rezension

“Ein Dämon fürs Herz: Teufel sind auch nur Menschen 1” – Louisa Masters

©Klappentext, Cover & Zitat: Second Chances Verlag

 

Ebook: 5,99 / Taschenbuch: 12,00

Seitenzahl: 380

Verlag: Second Chances Verlag

Release: 8. Juli 2021

Genre: Romance, Urban Fantasy, Humor

 

Klappentext:

Mein Name ist Sam Tiller, und ich arbeite für Luzifer. Allerdings ist das weder so cool noch so satanisch, wie es klingt.
Tatsächlich bin ich aus Versehen in diesem Job beim Community of Species Government gelandet. Wenn man es genau nimmt, bin ich als Office Manager nur ein besserer Babysitter, der eine Horde Shifter- und Dämonen-Agenten im Zaum halten soll. Keine leichte Aufgabe für mich als einzigen Menschen im Team.
Außerdem verbringe ich viel Zeit damit, Gideon Bailey aus dem Weg zu gehen, dem Dämon, mit dem ich kurz vor meinem Arbeitsantritt beim CSG zufällig im Bett gelandet bin. Er ist offenbar stinksauer auf mich, und ich möchte mich nur ungern von ihm ermorden lassen. Leider verschwinden gerade jedoch immer wieder Schwangere, und es geht das Gerücht, dass jemand genetische Experimente an ihnen durchführt. Sexuelle Spannungen können wir da gar nicht gebrauchen, vor allem nicht, wenn der Fall plötzlich persönlich wird …

“Ein Dämon fürs Herz” ist der erste Band der vierteiligen Reihe “Teufel sind auch nur Menschen”.

Zitat:

“Ich setzte mich auf und sehe mir den Mann an meiner Seite an –  mein Retter und gleichzeitig der Grund dafür, dass ich gerettet werden musste.”
“Ich bin schon fast wieder eingeschlafen, als ich fühle, wie die Matratze hinter mir beschwert wird.”
“Aber er umschlingt mich mit seinen starken Armen und vergräbt das Gesicht an meinem Hals.”

Eigene Meinung:

Sam Tiller langweilt sich in seinem Job als Office Manager, da kommt das Inserat für eine neue Stelle wie gerufen. “Abwechslung und Abenteuer garantiert”, das klingt doch gut, also direkt mal zum Vorstellungsgespräch, das doch mehr als schräg verläuft. Gigantische Hunde, die nichts anderes als eine Einbildung sein konnten, Hörner auf dem Kopf der Empfangsdame, nein das kann nicht sein,… seine neue Arbeitskollegen und Vorgesetzten sind keine Menschen. Und so beginnt seine neue Stelle im CSG, Community of Species Goverment, in dem er zukünftig mit vielen unterschiedlichen Wesen zusammen arbeiten wird, auch wenn er einer Abteilung voller Höllenhunde zugewiesen wird. Gleichzeitig trifft er auf Dämonen, Succubi und Incubi, Shiftern und Vampiren. Der neue Job macht ihm Spaß, Aufträge koordinieren, die neue Welt kennen lernen, jeder Fall  ist anders als der vorige und endlich ist er aus dem Alltagstrott raus. Bis er dann eines Tages sogar für Luzifer persönlich arbeiten darf, dort trifft er auf Herausforderungen, mit denen selbst er nicht gerechnet hat.

Bisher mochte ich wirklich jede Reihe, die vom Verlag rausgebracht wurde. Nur bei dieser hier bin ich ein wenig zwiegespalten.
Die Grundidee der Geschichte rund um Sam und seiner neuen Arbeitsstelle im CSG fand ich wirklich spannend. Ich war wirklich gespannt, wie er sich dort einfindet, was er dort erleben würde. Und da wäre schon mein erster großer Kritikpunkt, die teils wirklich großen Zeitsprünge. Direkt am Anfang, kaum hat er bei der Stelle angefangen, springen wir ganze 5 Jahre. Das fand ich wirklich unglaublich schade. Ich hätte gerne miterlebt, wie er seine neuen Kollegen kennen lernt, wie er darauf reagiert, wenn er erfährt, was sie sind und wie sie ticken. Das erste Mal in dem einer seiner Kollegen oder sein späterer bester Freund ganz plötzlich einfach bei ihm Zuhause auftauchen. Man verpasst leider den kompletten Part, in dem er sich einlebt. Von meiner Seite aus, hätte die Autorin gerne den ersten Band rund um Sam sogar in zwei Teile aufteilen können, hier hätte es einfach gerne mehr sein dürfen.
Vor allem auch im Bezug auf Gideon, mit dem Sam vor seinem ersten Arbeitstag im Bett landet und dann feststellen muss, dass dieser ebenfalls bei der CSG angestellt ist. Zumal man nur noch liest, dass sobald Gideon Sam in der CSG erblickt, ihn mit verächtlichen Blicken straft und davon zischt und man fragt sich dann schon warum eigentlich. So bleibt auch leider die Romance ein wenig auf der Strecke. Ich hatte das Gefühl, dass in den fünf Jahren wichtige kleine Augenblicke geschehen sind, in denen Sam und Gideon merken, sie wollen mehr voneinander als nur einen One-Night-Stand. Für mich war es letztendlich nicht nachvollziehbar, warum die beiden sich ineinander verliebt haben. Es war plötzlich einfach so, dass sie nicht mehr ohne einander konnten. Es wurde auch nie richtig aufgeklärt, warum Gideon plötzlich so angefressen war, dass Sam in der CSG auftaucht, es wurde lediglich in einem Nebensatz abgehandelt und mit einem Schulterzucken abgetan. Hier hätte ich es ganz schön gefunden, auch mal aus Gideons Sicht zu lesen, was sogar handlungsbedingt funktioniert hätte, da es Augenblicke gab, in denen Sam nun nicht ganz zurechnungsfähig war und ich meine nicht die Situation, in der er sich ziemlich betrunken hatte.

Das ist auch etwas, was mir besonders an dem Buch gefiel. Der Humor. Sams Art zu denken ist teilweise recht oberflächlich und dann aber auch wieder super amüsant. Meine absolute Lieblingsszene war das gemeinsame Essen mit seinen neuen Kollegen. Auch die Höllenhunde haben für den ein oder anderen Lacher gesorgt und sie mochte ich von den Beschreibungen her am meisten. Einfach ein herrliches Bild, ich sag nur weinende Höllenhunde. Oder ein Dämon mit Ordnungsfimmel, der sich einfach dreist über Speisekammern und Schlafzimmerschränke hermacht, um dort für Ordnung zu sorgen und einige peinliche Dinge zu tage fördert, also aus dem Schlafzimmerschrank.
Sam ist an sich ein sehr angenehmer Zeitgenosse und hat zumindest bei mir mit seiner Art Sympathiepunkte gewonnen. Er hat eine angenehme, offene Art, ist nicht zu neugierig, wenn auch manchmal zu wenig, da er sich einfach nicht traut, Fragen zu stellen, was manchmal auch sehr schade war. Nach fünf Jahren Arbeit in so einer Abteilung bzw. in so einem Umfeld sollte man schon einiges wissen, doch wirklich viel wusste Sam nicht, begründet dadurch, dass er sich nicht traute zu fragen. Was auch als Ausrede gewerten werden könnte, damit der Leser trotz fünf Jahre Zeitsprung mit Sam einige Überraschungen erleben kann. Da er ein Mensch ist, wird er von seinen Kollegen ziemlich eingenommen, umsorgt und nun so schnell findet Sam nicht immer seine Ruhe. Ich finde es fast schade, dass es bei Sam so kommt, wie es nun mal kommt. Die Wendung war sehr überraschend aber ich glaube, ich hätte es schöner gefunden, wenn es so geblieben wäre.

Allgemein fand ich die Grundidee und die Umsetzung doch recht spannend. Als Sam in seinem neuen Team arbeitet und man nun auch endlich mal an einem Fall teilhaben durfte, nahm das Buch auch langsam Schwung auf. Die Art und Weise wie sie versuchen das Ganze zu lösen, war wirklich aufregend und man erlebt zumindest am neuen Team, wie sie allmählich zusammenwachsen, Sam aufnehmen und zusammenhalten. Auch wenn man denkt, dass bei solch einer Fülle an Wesen und gerade im Bezug auf Gideon, man würde bei den beiden mit Sexszenen überschwemmt werden, hat es mir hier sehr gut gefallen, dass dem nicht so war.

Auch wenn der erste Band nicht hundertprozent bei mir punkten konnte, bin ich dennoch sehr auf den nächsten Teil gespannt, in dem es wohl um den Vampiren aus Sams Team geht. Da man ihn hier schon ein wenig kennen lernt und ich ihn witzig und sympathisch fand, kann ich es kaum erwarten, seine Geschichte zu lesen. Sam beschreibt ihn charmant als sexy Silberfuchs-Vampir, was mich immer wieder zum schmunzeln brachte.

Kritik:

Die Zeitsprünge waren hier leider sehr störend und haben einiges an Handlung geschluckt, aus der man noch mehr hätte machen können. Der für mich spannenste Teil wurde einfach so übergangen und fand keinen Platz in der Geschichte, dabei wäre es schon schön gewesen, mitzuverfolgen, wie sich ein Mensch in einem Umfeld zurecht findet, in dem Gestaltwandler, Zauberer, Dämonen und Vampire arbeiten. Allgemein blieb die Welt rund um die Wesen recht blass. Man erfährt nur das, was Sam weiß und das ist trotz 5 Jahre Arbeit in der CSG nicht wirklich viel. Die Romance kam zumindest bei mir nicht wirklich an und ist teils einfach nicht nachvollziehbar, da auch hier einiges an Einblick fehlt und ich denke, dass in den 5 Jahren einiges geschehen ist. Man wird erst 5 Jahre mit Nichtachtung gestraft und plötzlich kann man nicht mehr ohne einander?! Das empfand ich nicht als sonderlich realistisch.

Fazit:

“Ein Dämon fürs Herz” erzählt die Geschichte von Sam Tiller, der sich als einziger Mensch in einer Abteilung voller Höllenhunde rumschlagen und sich in einer Welt voller Shifter, Succubi, Incubi, Dämonen und Vampiren zurechtfinden muss. Eine Geschichte, bei der das Auge nicht trocken bleibt und zwar vor lachen. Höllenhunde, die ihren Menschenofficer abgöttisch lieben und nicht mehr gehen lassen wollen, ein Mensch, der im Kreise seiner neuen Arbeitskollegen aus Versehen besoffen wird und sich dann ziemlich zum Affen macht. Ich habe Tränen gelacht, allein der ordnungsfanatische Dämon. Herrlich. Der Humor hat für mich diese Reihe doch noch lesenswert gemacht, denn leider gab es einige Punkte, die mir nicht gefallen haben. Große Zeitsprünge und eine Romance, die zumindest für mich nicht wirklich nachvollziebar war. Ich freue mich dennoch auf den nächsten Band, in dem es um einen Vampire geht. Kleiner Tipp: Hat man des Newsletter des Verlags abonniert, bekommt man eine kleine Bonusszene zu Sam und Gideon, die nochmal ein wenig mehr Einblick in die Beziehung der beiden gewährt.

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