5 Wölfe · Leseempfehlung · Rezension

“Die Magie des zweiten Blickes” – Gabriella Queen

©Klappentext, Cover & Zitat: Gabriella Queen

 

 

Ebook: 4,99 / Taschenbuch:

Seitenzahl: 185

Verlag: Selfpublished

Release: 1. April 2019

Genre: Romance, Contemporary

Klappentext:

David hat einen kleinen Schwanz.

Seit der Trennung von seinem Freund stolpert er von einem intimen Desaster zum nächsten und so langsam verliert er die Hoffnung, noch jemanden zu finden, der ihn lieben kann. Selbst die Dating-Agentur Sweet Love scheitert an dieser Aufgabe. Der letzte Ausweg scheint eine OP zu sein, aber die kostet einen Haufen Kohle – mehr als David mit seinem Kellnerjob je zusammensparen könnte. Und dann lernt er auch noch diesen unheimlich süßen Kerl kennen, obwohl er eigentlich niemanden mehr daten wollte, bis das Problem behoben ist.

Scham, Angst, Herzklopfen, Hoffnung – Zählen am Ende wirklich nur die inneren Werte? Wann ist ein Mann ein Mann? Und wie viel kostet das Glück?

Zitat:

“Oft sind es Kleinigkeiten, dieden Unterschied machen.”
“Wer gut mit den Nuancen seiner Stimme umgehen kann und die richtigen Worte für dich findet, der kann dich kurz vor den Höhepunkt bringen, ohne dich zu berühren.”
“Das war nur für die beide.”

Eigene Meinung:

David hat ein großes Problem oder sollte man wohl eher sagen ein recht kleines. In seiner Hose hat er lediglich 8 Zentimeter, was ihm die Suche nach einem Partner ziemlich erschwert, denn David hat bisher nur die Erfahrung gemacht, es kommt doch auf die Größe an. Ob eine weitere Dating-App die versprochenen Ergebnisse bringt oder muss sich David letztendlich doch noch unters Messer legen?

Das ist nun mein zweites Buch der Autorin und wieder war es eine schöne, stimmige und aussagekräftige Geschichte. Das heutige Sexualleben wird vorwiegend durch plumpe Pornos, durch ein abstruses Schönheitsbild und leicht zu bekommende Sexpartner bestimmt, dadurch entstehen Erwartungen, die nicht immer leicht erfüllbar sind. So fühlt sich auf jeden Fall David. Ständig macht er die gleichen schwierigen Momente durch, erst Kennenlernen, abchecken, ob der Andere auch Interesse hat, auf Tauchfühlung, bis sie letztendlich seine zur Verfügung stehenden Zentimeter entdecken und den Rückzug antreten. David kann das einfach nicht mehr, weshalb er nach zwei weiteren Abfuhren härtere Maßnahmen ergreifen will. Doch dann trifft er Josh.

Den zweiten Blick muss vor allem David lernen, denn durch seine bisherigen Erfahrungen wurde auch der Blick auf sich selbst verschoben. Erotik ist vielmehr als nur  das stupide Rein Raus, man kann jemanden schon durch Worte um den Verstand bringen und das muss David lernen. Doch vor allem muss er lernen, sich selbst zu akzeptieren, um sich auf weitere Abenteuer ein zu lassen.

Die Autorin hat ein sehr angenehmen, flüssigen und gut lesbaren Scheibstil. Wir werden direkt von David mitgenommen und erleben seinen Weg mit sich selbst und seiner Größe klar zu kommen. Kennt nicht ein jeder das Gefühl, die Angst, an könne nicht genügen, meist sind unsere eigenen Ansprüche höher als die von anderen, besonders von unserem Partner und dennoch wollen wir doch einfach nur, dass unser Partner uns schön findet. Einigen fällt es schwer zu akzeptieren, dass dies manchmal sogar schon längst der Fall ist. Und genau das hat die Autorin hier auf liebevolle Art aufgegriffen und bringt uns durch David genau diese Problematik nahe.

Computerspielfans werden sich hier übrigens gut Zuhause fühlen, David vergleicht sein Leben gerne hin und wieder mit diesen, was mir persönlich gut gefallen hat und einen gewissen Humor in die Geschichte gebracht hat. Eher außergewöhnliche Dates und liebevolle Nebencharaktere runden das Bild noch ab, außerdem hatte ich bei Josh die Befürchtung, das dort altbekanntes Drama miteingebracht werden könnte, allerdings hatte die Autorin hier eine erfrischende und auch doch recht amüsante Idee, sodass die eher ruhige Geschichte kein unnötiges Drama bekommt. Mir fehlte allerdings ein bisschen mehr zu Josh, über den man nur durch Dates ein wenig erfährt, er wirkt dadurch eher blass und ist nicht ganz greifbar. Josh ist flippig und gegenüber vielem aufgeschlossen, was hin und weder  zu unrealistisch rüber kommt, da er sich an nichts zu stören scheint.

Das Buch ist eine wunderbare Lektüre für Zwischendurch und doch bleibt man zum Schluss ein bisschen nachdenklich zurück.

Kritik:

Dieser immer wiederkehrende Vergleich mit einem Computerspiele, dass man sein Leben nicht speichern kann, dass man gegen einen Boss kämpft, könnte demein oder anderen doch nach einiger Zeit nerven, da David im Laufe der Geschichte das immer wieder macht.

Fazit:

“Die Magie des zweiten Blickes” erzählt de Geschichte von David, der ein kleines, großes Porblem hat. Nach mehrmalig schief gelaufenen Versuchen jemanden kenne zu lernen, die jedes Mal an seine 8 Zentimeter in seiner Hose gescheitert sind, hat David keine Lust mehr und will nun alles probieren um endlich mehr bieten zu haben. Die Angst niemandem zu genügen, von niemandem so gemocht zu werden, wie man ist. Durch Davids liebevoll und flüssig geschriebene Geschichte bringt uns die Autorin genau diese Thematik näher. Davis ist ein wahrer Zocker, weshalb er vieles in seinem Leben gerne mit Spielen vergleicht, wodurch die Geschichte einen gewissen humorvollen Charme bekommt. Zwar bleiben die Nebencharaktere und vor allem Davids Schwarm ein bisschen blass und gerade dieser wirkt durch seine manchmal etwas zu lockere Art unrealistisch, da er sich an nichts zu stören scheint. Doch durch die bewegende Thematik, über die sich wohl ein jeder von uns mal Gedanken gemacht hat und die liebevoll erzählte Geschichte von David ist das Buch eine gelungene Lektüre für gemütliche Stunden auf dem Sofa, auch wenn man danach eventuell ein bisschen nachdenklich zurückbleibt.

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