5 Wölfe · Leseempfehlung · Rezension

“Sheltered in blue: Wenn Barrikaden brennen” – Svea Lundberg

©Klappentext, Cover & Zitat: Svea Lundberg

 

Ebook: 4,99 / Taschenbuch: 12,95

Seitenzahl: 296

Verlag: Selfpublished

Release: 1. Mai 2019

Genre: Romance, Contemporary, Suspense, Crime (Polizei)

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bekommen, wofür ich mich nochmal ganz herzlich bedanken möchte, laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag unter “Werbung”.

Klappentext:

Frisch von der Polizeischule beginnt Nils Lassner voller Tatendrang seinen Dienst bei der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit. Doch bereits bei seinem ersten Einsatz muss er am eigenen Leib erleben, dass seine Uniform ihn nicht nur zum Freund und Helfer, sondern auch zum Feindbild macht. Inmitten brennender Barrikaden braucht Nils mit einem Mal eine emotionale Stütze – und findet sie in seinem Truppführer.
Aber Polizeihauptmeister Erik Rieth hat gerade ganz andere Probleme, als sich um einen jungen Kollegen zu kümmern: beispielsweise seine Ex-Frau davon abzuhalten, einen erbitterten Sorgerechtsstreit zu beginnen.
Zwischen Demo-Einsätzen und Festnahmen kommen Nils und Erik sich dennoch näher. Aber dank seiner On-Off-Beziehung zu einem bekannten Gesicht der Stuttgarter High Society gerät Nils auf unerwartete Weise plötzlich erneut zwischen zwei Fronten …

Band 1 der Reihe “Sheltered in blue”.
Alle Bände sind in sich abgeschlossen und unabhängig voneinander lesbar.

Zitat:

“Ich fahre herum und blicke direkt in das Gesicht eines recht jungen Kollegen in Overall, der mir reichlich verdattert entgegenstarrt.”
“Er legt die freie Hand an meinen Kiefer, dreht meinen Kopf zu sich, bis sich unsere Lippen beinahe berühren.”
“Er hat Paul erklärt, dass seine Mama und sein Papa kein Ehepaar mehr sind, und dass sein Papa jetzt einen Mann als Frau hat.”

Eigene Meinung:

Nils Lassner kommt frisch von der Polizeischule und beginnt nun seinen Dienst in der BFE (Bereitschafts- und Festnahmeinheit), wo er auf  seinen Einsatzleiter Erik Rieth trifft. Beide finden sich auf den ersten Blick mehr als sympathisch, wenn da nicht Eriks Ex-Frau und Sohnemann wären und Nils´ Freund (?). Inmitten von Demo-Einsätzen und Festnahmen kommen sich Nils und Erik immer näher. Doch Eriks Exfrau bricht einen Sorgerechtsstreit an und Nils’ Partner hat scheinbar auch einiges zu verbergen.

Auch bei diesen Buch hat mich die Autorin durch ihre ausführliche Recherche überzeugt. Gut sie hatte hier die Mithilfe von ihrem Mann, der genau in dieser Einheit arbeitet, wodurch alles noch authentischer wird. Viele Vorurteile aber auch mit vielen Falschannahmen wurde aufgeräumt, Irrtümer abgeschafft, nicht nur im Bezug auf die Polizei, sondern auch die sogenannten Täter, was das Ganze für mich wirklich spannend gemacht hat. Man nimmt falsche Annahmen an und ist schockiert, dass nicht diejenigen, die Polizei angreift, wie man anfangs vermutet hat. Das Buch ist mit ausführlichen Fällen gespiekt, doch es ist nicht überladen, sodass man von einem in den nächsten rutscht, zumal da ja noch von Nils und Erik die privaten Probleme sind, sowie ihre langsam aufkeimenden Gefühle füreinander.

Nicht nur die Einsätze und sämtliche polizeilichen Angelegenheiten wurden spannend gestaltet, auch die zwischenmenschlichen Geschehnissen wurden fesselnd gestaltet. Eriks Sorgerecht- und Aufenhaltsstreit mit seiner Frau mag vielleicht banal klingen, doch man fiebert mit, dass es doch gut ausgeht, zumal einem Emilio sehr ans Herz wächst. Er ist der eigentliche Held dieser Geschichte ;).
Aber auch Nils hat so seine Päckchen zu tragen, die vor allem seine Gefühle auf den Kopf stellen. Er sitzt zwischen den Stühlen, kann sich nicht entscheiden, doch mit der Zeit merkt er, dass sein Herz nur für einen höher schlägt. Dennoch kommen ihm Zweifelund er springt nicht gleich von einem zum Anderen, er hängt sowohl an dem einen als auch an dem anderen, was ihn aber nicht unsympathisch sondern lediglich noch menschlicher und authentischer macht.
Beide Charaktere wurden authentisch ausgearbeitet und haben ihre Schwächen und Stärken. Gerade Nils nimmt den ersten Demoeinsatz nicht einfach so auf die leichte Schultern, sondern ist danach vollkommen durch den Wind und handelt widersprüchlich. Auch Erik steckt trotz seiner jahrelangen Erfahrung nicht immer alles einfach weg, sondern muss ebenfalls hin und wieder kämpfen. Dennoch wird seine längere Zeit die er dort arbeitet deutlich gegenüber anderen, zumal er auch Einsatzleiter ist. Wer denke ich, jedem wohl ans Herz wächst, ist Emilio, Eriks Sohn und man wünscht sich,dass jedes Kind so denkt wie er und diese Offenheit auch noch im Erwachsenenalter beibehält.
Die Beziehung zwischen Erik und Layla hat eher ein unspektakuläres Ende, was sich teilweise auch nicht ganz nachvollziehen lässt. Layla wusste von Anfang an, dass nicht nur auf Frauen steht, dennoch haben sie geheiratet. Immer wieder war die Rede davon und sie hat ihre Zweifel kundgetan, doch ganz plötzlich will sie dann doch die Trennung, obwohl sie so lange zusammen waren und sogar ein Kind haben. Das fand ich leider nicht ganz nachvollziehbar und wirkte etwas erzwungen.

Der Schreibstil hat mich ab der ersten Zeile gefesselt, wir werden mitgenommen auf chaotische Demoeinsätze, lehrreiche Trainingsstunden, staunende Kinderaugen, hochkochende Gefühle, unerwartete Wendungen und zwei Männer, die erst einige Stolpersteine mitnehmen, bevor sie zueinander finden können. Die Autorin legt vor allem großen Wert auf emotionale Momente, zwar tauschen die beiden auch Zärtlichkeiten aus, doch ausschweifende Sexszene sind nicht vorhanden, dennoch bringt uns die Autorin die Emotionen durch ihren gefühlvollen aber nicht zu ausschweifenden Schreibstil nahe. Gerade die Demoeinsätze aber auch die Geschehnisse rund um die Familie sind spannend geschrieben. Die Sicht aus der wir die Geschichte erleben, wechselt zwischen Erik und Nils hin und her und ist in der Ich-Perspektive verfasst, wodurch wir tiefer in ihre Gefühlswelt abtauchen und alles hautnah erleben.

“Sheltered Blue: Wenn Barrikaden brennen” ist ein gelungener erster Band und ich bin schon sehr auf die weiteren gespannt, welche Bereiche der Polizei wir dann kennen lernen und welche Charaktere uns mit auf ihren Weg nehmen.

Kritik:

Zwar lernen wir Eriks Eltern sehr gut kennen, da Erik bei ihnen wohnt, doch Nils` werden nur am Rande erwähnt, auch bleibt er von der Vergangenheit ein bisschen blass. Mich persönlich hätten Patricks, Nils Freund, Beweggründe sehr interessiert, doch Nils findet diese nicht raus, was ich persönlich sehr schade fand, dass dies eher ganz plump abgehackt worden ist. Allgemein hätte mich interessiert, woher dieser große Hass kommt, zwar wird es teils erklärt und man kann sich seinen Teil denken aber meiner Meinung nach hätte man gerne noch mehr darauf eingehen können. Außerdemwirkte Eriks und Laylas Trennung ein bisschen zu erzwungen.

Fazit:

Mit  “Sheltered Blue: Wenn Barrikaden brennen” gelingt der Autorin ein gelungener Start mit ihrer geplanten Reihe rund um die Polizei hin. Es geht um die Einheit, die sich auf Demoeinsätze und Festnahmen spezialisiert hat. Nils Lassner, der gerade erst von der Polizeischule kommt, kommt frisch in die Einheit, während Erik schon ein Weilchen länger dabei ist. Während Erik sich mit seiner Frau um das Sorgerecht ihres gemeinsamen Sohnes streitet, hat Nils mit seinem akutellen Partner auch so seine Probleme. Doch gleich bei Nils ersten Tag begegnen sich die beiden und ihr Leben wird vollkommen auf den Kopf gestellt. Mich hat die Autorin durch ihre ausführliche Recherche und ihren gefühlvollen aber nicht zu ausschweifenden Schreibstil überzeugt. Auch hier hat sich die Autorin wieder genaustens mit dem Thema auseinander und hatte tatskräftige Untertsützung durch ihren man, was dem Buch eine gelungene Authenzität gegeben hat. Tiefe Gefühle werden hier groß geschrieben und dem Leser vor allem durch kleine Momente zwischen Erik und Nils nahe gebracht. Es gibt spannende Demoeinsätze, hochkochende Gefühle, Momente die einem das Herz höher schlagen lassen, authentische Charaktere und auch liebevollausgearbeitete Nebencharaktere, die das Leben von Nils und Erik ganz schön durcheinander wirbeln.

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