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“Die Kunst Butterbrot zu schmieren” – Mo Kast

©Klappentext, Cover & Zitat: Mo Kast

 

Ebook: 5,99 / Taschenbuch: 12,00

Seitenzahl: 236

Verlag: Selfpublished

Release: 01. September 2020

Genre: Romance, Contemporary

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bekommen, wofür ich mich nochmal ganz herzlich bedanken möchte, laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag unter “Werbung”.

Klappentext:

Leo ist in seinen Mitbewohner Mirco verliebt, und zwar leider ziemlich einseitig. Der Saftsack weiß auch noch davon und lässt keine Gelegenheit aus, ihn damit aufzuziehen. Aber hey, wo die Liebe eben hinfällt … Als Dave in Leos Leben tritt, scheint sich mit dessen charmantem Lächeln endlich alles zum Besseren zu wenden. Und vielleicht ist es an der Zeit, sich einen anderen Mitbewohner zu suchen, einen Hund zum Beispiel.

Eine kurzweilige Novelle mit heiteren Momenten, einer ausführlichen Anleitung über das korrekte Schmieren von Butterbroten, und darüber, wie wichtig es sein kann, Grenzen zu setzen.

Zitat:

“Mein bezaubernder, langjähriger Untermieter blieb vor mir stehen und schien darauf zu warten, dass ich ihm meine Aufmerkamkeit zuteilwerden ließ.”
“Gerade als ich noch mehr sagen wollte, schlang er beide Arme um mich, lehnte seinen Kopf gegen meine Schulter.”
“Für manche mochte unsere Beziehung schräg oder nicht nachvollziehbar wirken, aber ich würde um nichtzs in der Welt eintauschen wollen.”

Eigene Meinung:

Leo ist verliebt in seinen Mitbewohner Mirco und das nicht nur einseitig, nein dieser weiß auch davon und lässt keine Gelegenheit ungenutzt, ihn damit aufzuziehen. Doch als Dave in Leos Leben tritt, wird dieses völlig auf den Kopf gestellt und vielleicht ist es endlich an der Zeit, sich einen neuen Mitbewohner zu suchen, einen Hund zum Beispiel.

Grenzen zu setzen ist für einige wirklich schwierig und gerade Leo scheint sich selbst nicht immer bewusst zu sein, wo seine eigenen eigentlich liegen. Schon seit geraumer Zeit lässt er Mirco unter seinem Dach wohnen. Nicht nur, dass dieser nicht wirklich Miete bezahlt, nein er nutzt es auch hin und wieder gerne aus, dass Leo sich in ihn verliebt hat. Anfangs fand ich Mirco nicht nur nervig, sondern auch einfach unverschämt und ich konnte Leo nicht verstehen, warum er all das mit sich machen ließ. Als Dave endlich in dessen Leben kam, dachte ich nur, zum Glück. Endlich jemand der Leo wirklich gut tun wird. Doch Mo überrascht mich immer wieder und genau dafür mag ich ihre Geschichten. Es kommt immer anders, als man denkt und genau deshalb können mich die Geschichten von Mo Kast immer wieder aufs Neue begeistern.

Leo und Mirco sind zwei völlige Gegensätze. Der Eine ruhig und besonnen, bodenständig und gutmütig, er führt ein Leben, sein Leben und doch , auch wenn es ihm bisher so gefällt, wie es ist, ist da doch etwas oder eher jemand, der sein geordnetes Leben auf den Kopf stellt und das nicht immer zum Guten. Mirco ist ein Wirbelwind, ein Chaot sondergleichen und ziemlich unentschlossen, er springt von A nach B, denkt jede Frau, die er kennen lernt, sei die eine, seine Traumfrau schlechthin mit der er drölfzig Kinder möchte. Es war manchmal wirklich anstrengend sich auf Mirco einzulassen und zu verstehen, warum sich Leo gerade in ihn verliebt hat. Doch Mirco überrascht im Laufe der Geschichte nicht nur Leo, sondern auch den Leser. Eine überraschende Wendung, mit der ich so nicht gerechnet habe und doch passte sie. Auch Dave blieb dem Leser im Gedächtnis mit seiner Gutmütigkeit, Liebenswertigkeit und seiner Geduld gegenüber Leo und Mirco.

Mo Kast kreiierte wieder einen kleinen Einblick in das Leben zwei oder drei Charakteren, die ihren Weg noch suchen, finden und selbst gestalten. Sowohl das Ebook als auch der Print sind wieder liebevoll mit kleinen aber auch großen Illustrationen geschmückt. Auch der Schreibstil war wieder ein Genuss, auch wenn Leo gegenüber Mirco blass erscheint, ist es dennoch bildhaft, lebhaft und flüssig geschrieben. Ab der ersten Seite war man im Buch, im Geschehen und klebte an den Seiten, als hätte man Marmelade an den Händen. Erst muss man lernen loszulassen, sich selbst zu finden, ehe man doch wieder zugreifen kann, um letztendlich das Leben in vollen Zügen zu genießen.

Die Geschichte rund um Mirco, Leo und Dave ist so authentisch, als wäre sie aus dem Leben gegriffen, wie halt die Kunst Butterbrot zu schmieren.

Kritik:

Mirco hinterließ einen bleibenderen Eindruck als Leo, obwohl die Geschichte aus seiner Perspektive verfasst wurde. Auch wenn das Buch wieder mit schönen Illustrationen geschmückt worden ist, hätte man die Charaktere greifbarer gestalten können.

Fazit:

“Die Kunst Butterbrot zu schmieren” ist eine liebevolle, humorvolle und kurzweilige Novelle über den Ruhepol Leo und den Vollzeitchaot Mirco als auch den liebenswerten und verständnisvollen Dave. Mirco und Leo sind nicht nur völlige Gegensätze, sondern bereichern und ergänzen ihr Leben gegenseitig. Es erwartet uns eine ausführliche Anleitung, wie man ein Butterbrot richtig schmiert, authentische Charaktere mit Ecken und Kanten, die man nicht so einfach verstreichen kann, eine Prise Salz äh Humor, schmackhafte Illustrationen, kein fettiges Liebesgesülze und die wichtigste Zutat, den Mut und die Kraft einfach mal Nein zu sagen, Grenzen zu setzen und auch mal für sich einzustehen, zu sagen, was man will nicht nur anderen, sondern auch sich selbst. Mo Kast zeigt uns, wie wichtig es doch sein kann, ein Butterbrot richtig zu schmieren. Eine Geschichte aus dem Leben gegriffen, mit Liebe gewürzt und Chaos bestrichen.

 

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