3 Wölfe · Challenge · Leseempfehlung · Rezension

“Sheltered in blue: Wenn Vertrauen aus Verrat erwächst” – Svea Lundberg

©Klappentext, Cover & Zitat: Svea Lundberg

 

Ebook: 4,99 / Taschenbuch: 12,95

Seitenzahl: 306

Verlag: Selfpublished

Release: 1. Juni 2029

Genre: Romance, Contemporary, Suspense, Crime (Polizei)

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bekommen, wofür ich mich nochmal ganz herzlich bedanken möchte, laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag unter “Werbung”.

Klappentext:

 

Zitat:

“Dunkle Augen blicken aufmerksam umher, treffen meine und halten meinen Blick für einen zu langen Moment, als dass es Zufall sein könnte.”
“Kaum hatte ich die Worte krächzend hervorgestoßen, schloss er die Arme um mich.”
“Lange Zeit sitzen wir so da und je tiefer ich dabei in mich hinein höre, desto mehr habe ich das Gefühl, dass ich genau hier, genau jetzt, mit genau diesem Mann, verdammt richtig bin.”

Eigene Meinung:

Ben, Rauschgiftermittler bei der Kriminalpolizei, trifft auf den überaus attraktiven Elian, der ihn so schnell nicht mehr loslässt. Umso schockierter ist er, dass dieser mit halben Bein im Knast steht und von seiner Vergangenheit bis heute verfolgt wird und es ihm schwer fällt, diese loszulassen. Während der eine um den anderen durch dessen Beruf besorgt ist, fühlt sich dieser einfach nur eingeengt. Wie gut kann also eine Beziehung zwischen einem Kriminellen und einem Polizisten funktionieren oder ist sie von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Während eines Falls, bei dem Ben einen Dealer erwischt, bei dem er glaubt einen großen Fisch geangelt zu haben, muss er sich an das Landeskriminalamt wenden, wodurch er Janos kennen lernt. Dieser ist so ganz anders als Elian. Steht mit beiden Beinen im Leben und strahlt eine innere Ruhe und Ausgeglichenheit aus. Doch auch dieser verbirgt mehr als Ben ahnt.

Nun bei diesem Band der “Sheltered Blue” – Reihe bin ich wirklich zwiegespalten. Auf der einen Seite hat mich die Geschichte rund um Ben, Elian und Janos wirklich bewegt, doch nach dem Beenden des Buches, eigentlich schon beim letzten Drittel von diesem, bildete sich ein fader Nachgeschmack. Bisher hat mich jedes Buch der Autorin gefesselt und auch wenn es mal kleinere Unstimmigkeiten gab, waren diese doch letztendlich immer schlüssig und kaum stand das Wörtchen Ende dort, blieb das Lächeln. Doch hier stellte es sich recht früh wieder ein. Es fällt mir im Nachhinein schwer die passenden Worte zu finden und ich denke, ich werde nicht drum herum kommen ein wenig zu spoilern, was ich im Normalfall tunlichst versuche zu vermeiden.

Der Einstieg in die Geschichte oder vielmehr der Prolog versprach eine spannende und interessante Handlung. Ich war wirklich neugierig, was mich erwarten würde. Vor allem da man aus einer Perspektive las, die so nicht mehr im Buch vorkam und man fragte sich, was es damit auf sich hat. Doch nach dem plötzlichen Wechsel und einige Kapitel später war die Luft ein wenig raus. Der gesamte erste Teil liest sich eher zäh und es war für mich persönlich schwierig am Ball zu bleiben. Dennoch wollte ich wissen, wie es denn nun ausgeht.
Ben ist ein Rauschgiftermittler der Kriminalpolizei und lernt den attraktiven und auch ein wenig geheimnisvollen Elian kennen. Zwei Seiten einer Medaille, wie sich dann nach einiger Zeit herausstellt. Zwei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die auf entlang eines Flusses auf zwei gegensätzlichen Ufern stehen und das ist nicht auf die Sexualität bezogen. Während ich andere Bücher der Autorin kaum aus der Hand legen kann, ist es mir hier leider passiert, da für mich am Anfang nichts wirklich fesselndes passiert, eher liest man zum gefühlt hundertsten Mal wie toll und attraktiv Elian doch ist. Es war mir dann doch etwas zu viel Schwärmerei, Sex und das Denken daran. Es wirkte nie so, als würde den beiden wirklich etwas aneinander liegen, sondern lediglich der Sex war schön. Jedes Mal wenn Ben einen gewagten Schritt hätte tun müssen, hat er sich dafür entschieden, lieber auf der Stelle zu verweilen und sich darüber Gedanken zu machen, dass der Sex mit Elian schön aber im Grunde die Beziehung zum Scheitern verurteilt ist. Ein Kampf seitens Ben um die Beziehung hat nie stattgefunden, eher wirkte sie ihm lästig, sodass ich am Ende nicht nachvollziehen konnte, warum Elians Schicksal ihm dann doch so nahe geht. Das kam für mich nicht rüber. Dabei hätte ich es spannend gefunden, wie zwei so gegensätzliche Charaktere darum kämpfen, einen Weg zu finden füreinander da zu sein und eine Beziehung zu führen, ob und wie Ben für sich einen Kompromiss findet. Nach dem Lesen der Danksagung stellte sich heraus, wie es zu all dem kam und es ist auch verständlich, dennoch passierten dinge in der Geschichte, die mich eher mit Bauchschmerzen zurück ließen.

Der mittlere Teil war dafür umso spannender und das war der Teil, wo ich das Buch wirklich kaum aus der Hand legen konnte. Ich hab mit Elian gehofft und gebangt. Klar hat er etwas getan, dass gegen jegliche Moral spricht und seine Gedanken dazu, wie er seine eigentliche Straftaten abtut und sich nicht weiter damit beschäftigt, genau das hat ihn für mich so greifbar und authentisch gemacht. Es gibt niemanden perfektes auf der Welt, jeder macht Fehler, doch viele versuchen diese schön zu reden und das ihr Leben lang, konfrontieren nicht sich selbst und ihre Taten. Er war sich im Grunde seiner Taten stets bewusst,wie falsch diese sind und was für Folgen das hat, was er den Menschen damit antut, doch er hat seinen Weg gefunden damit umzugehen. Und genau so sieht man Elian, als Mensch mit Schwächen und Stärken. Dieser Grad zwischen Empathie für den Charakter mit dem Wissen, was er da eigentlich tut, haben mich so mit dem Charakter mitfiebern lassen. Bei ihm ist die Entwicklung les- und spürbar, er hätte viel eher aufwachen und merken müssen, dass das, was er da macht, falsch und gesetzwidrig ist, doch wie es bei Menschen üblich ist, muss er erst auf die Fresse fliegen, um zu realisieren, dass er sich in Teufels Küche befindet und dass es nur noch einen Weg dort hinaus gibt.

Der dritte Abschnitt der Geschichte zog sich dann wieder wie Kaugummi. Ja letztendlich ist es verständlich, dass sich Ben für Janos entscheidet, weil Ben eine Konstanze und einen Ruhepol in seinem Leben benötigt aber noch nie hat es mich so verletzt zu lesen, dass ein Dritter dabei so aus der Geschichte gestrichen wird. Denn wir erfahren lediglich, dass Elian verurteilt wird und dann ist er einfach weg. Zumal wir als Leser noch Dinge erfahren, die Elian betreffen, die für dessen Leben ausschlaggebend sind. (Achtung Spoiler) Zwei Männer, die in Elians Leben eine wirklich entscheidende Rolle gespielt haben und tiefe Furchen und auch Narben hinterlassen haben, verschwinden nicht nur aus dessen Leben, nein sie werden glücklich miteinander. Ich konnte mich nicht mal für die beiden freuen, weil mir Elian in diesem Augenblick leid tat. Elians Part ist hochemotional und hinterlässt selbst beim Leser Spuren, der versucht in einer Welt zu überleben, woran er scheitert und zerbricht und dann verschwindet ein Funke aus diesem, von dem er nie erfährt, was wirklich mit ihm geschah. Selbst das wird zum Schluss hin nur wage angeschnitten.

Im Gegensatz zu Elian bleiben Ben und Janos recht schwammig ausgearbeitet und wirken durchsichtig. Die Selbstreflexion und das Auseinandersetzen mit sich selbst, das Elian in wenigen Kapiteln schafft, ist bei Ben nicht ersichtlich. Denn es kann doch letztendlich nicht nur an Elian liegen, dass die Beziehung scheitert. Die Beziehung, das Kennenlernen und das ineinander verlieben zwischen Janos und Ben hat dafür zu wenig Platz bekommen, es liest sich mehr wie eine Hintergrundgeschichte. Janos selbst hat eine besondere für den Charakter selbst ausschlaggebende Vergangenheit, die aber gerade mal angekratzt wird und er diese in Nebensätzen abtut, obwohl da so viel Potenzial hinter gesteckt hätte. (Spoiler) Janos hat sich emotional und gedanklich nicht auf eine einfache Filmrolle oder ähnliches eingelassen, er hat sein komplettes Leben auf den Kopf gestellt und sich für jemanden ausgegeben, der er nicht war.

Letztendlich hoffe ich, dass wir doch noch irgendwie erfahren, was mit Elian geschehen und was aus ihm wird. Die Geschichte rund um die drei hat gezeigt, dass nicht alles immer auf Anhieb funktioniert, dass kein Mensch ohne Fehler ist und dass es nicht immer rosarot zugeht, sondern dass man erst Steine aus dem Weg schaffen muss, damit der Weg begehbar wird. Was dabei auf der Strecke bleibt und für welchen Weg man sich letztendlich entscheidet, bleibt jedem Menschen selbst überlassen.

Kritik:

Der größte Kritikpunkt in der gesamten Geschichte ist wohl der Umgang mit Elian. Der Charakter war ein ausschlaggebender Protagonist, der den Großteil der Geschichte ausgemacht hat, doch mit wenigen Sätzen und einer knappen Erwähnung wird er aus dieser getilgt. Im Gegensatz zu ihm bleiben Ben und Janos eher blass und hinterlassen nicht so einen beliebenden Eindruck wie Elian selbst beim Leser. Ich kann Bens Entscheidung teils nachvollziehen aber wie er allgemein um die Beziehung mit Elian kämpft, also gar nicht, war für mich nicht verständlich. Es wirkte auf mich eher so, als wäre Elian zwar für Sex gut aber eine wirkliche Beziehung mit diesem sei zu lästig, da sich Ben mit sich selbst und seinen Einstellungen auseinandersetzen muss. Mit Elian hat es mich noch nie so hart getroffen, dass ein dritter Charakter so auf der Strecke bleibt.

Fazit:

Mit  “Sheltered Blue: Wenn Vertrauen aus Verrat erwächst” sind wir schon beim dritten und für mich leider auch schwächsten Band der Polizeireihe. Noch nie fiel es mir so schwer die passenden Worte zu finden, um ein Buch zu rezensieren. Nach Beendigung von diesem habe ich lange überlegt, wie ich das Ganze formulieren soll, ob mich das Buch wirklich überzeugt hat oder ob ich einfach unzufrieden bin. Ich habe auf mein Bauchgefühl gehört und festgestellt, dass ich die Geschichte rund um Ben, Janos und Elias wirklich bewegend fand, aber beim Wörtchen Ende stellte sich nicht diese Zufriedenheit ein. Während es mir beim ersten Abschnitt schwer fiel am Ball zu bleiben, hat mich der zweite Teil nicht mehr losgelassen, ich hatte mir schon grob ausgemalt, wie es eventuell mit jedem der drei Charaktere weitergehen würde, doch das Ganze wurde mit einer Tatsache völlig über den Haufen geworfen. Dies muss ja nicht zwangsläufig negativ sein, überraschende Wendungen machen für mich Geschichten aus, doch hier war es beinahe wie ein Schlag ins Gesicht. Denn der Dritte im Bunde, der zwar moralisch verwerfliche Taten begangen hatte aber dessen Geschichte den Leser dennoch stark berührt hat, wird nicht nur mit einem wisschiwaschi Handschlag aus der Geschichte entfernt, wir Leser erfahren, dass Menschen, die in seinem Leben eine wirkliche bedeutsame Rolle gespielt haben, sich gegen ihn entscheiden und er keinerlei Relevanz mehr für diese hat. Im Großen und Ganzen zeigt die Geschichte rund um Janos, Elian und Ben allerdings auch, dass wir alle nur Menschen sind und nicht jede Geschichte rosarot und zuckrig süß verläuft.

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