5 Wölfe · Favorite · Rezension

“Der Werwolf von nebenan” – Susann Julieva & Bianca Nias

©Klappentext, Cover & Zitat: Susann Julieva & Bianca Nias

 

Ebook: 6,99 / Taschenbuch: 13,95

Seitenzahl: 349

Verlag: Selfpublished

Release: 14. Februar 2018

Genre: Romance, Urban Fantasy, Contemporary, Wandler

 

 

Klappentext:

Der schüchterne Buchhalter Oliver ist hingerissen, als ein neuer Nachbar neben ihm einzieht. In der verschlafenen deutschen Kleinstadt ist nicht viel los und Noah, der gutaussehende Fremde, zieht ihn wie magisch an. Von Anfang an knistert es heftig zwischen beiden, doch Noah hat viele Geheimnisse. Da ist zum einen sein Auftrag als Bodyguard, der ihn an diesen Ort geführt hat. Und zum anderen die brisante Tatsache, dass er ein Werwolf ist, und Oliver dies um keinen Preis erfahren darf. Um ihn zu schützen, ist Noah zu allem bereit. Sogar dazu, auf ihre Liebe zu verzichten.
Doch schon bald steht nicht nur das Überleben seiner Schutzperson auf dem Spiel, auch Oliver findet sich in der Schusslinie wieder. Ihre dramatische Flucht führt sie bis in die Mojave-Wüste Kaliforniens. Während Olivers beschauliches Leben aus den Fugen gerät, wird Noah klar, dass das Schicksal sie zusammengeführt hat …

Zitat:

“Sein Blick gleitet etwas nervös und unsicher zu meinen Lippen.”
“Wie aus dem Nichts fährt der Wind durch die Zweige des Kreosotbuschs hinter dem Grab, streicht mir übers Fell wie eine sanfte Berührung.”
“Dann steht Oliver von jetzt an unter unserem Schutz.”
“Noah in all seinen Facetten, mit seiner ganzen Liebe und all seinen Emotionen wird mitsamt diesem Licht in mich hineingespült.”

Eigene Meinung:

Ein Gemeinschaftsprojekt von Bianca Nias und Susann Julieva, ich war ganz gespannt, was mich erwarten würde. Ich kannte schon Bücher von Susann aber ich hatte noch nichts von Bianca gelesen. Ich konnte es kaum erwarten zu erfahren, wie die beiden das umgesetzt haben könnten. Klar gibt es Anthalogien aber ich kannte noch keine gemeinsam verfassten Bücher von Autoren.

Ich war ab der ersten Seite ganz begeistert, der Schreibstil der beiden Autorinnen harmonierte perfekt zusammen und man hat gar nicht gemerkt, dass da zwei unterschiedliche Personen dran schreiben. Mir persönlich hat das sehr gut gefallen, so ist man nicht über irgendwas gestolpert oder wurde von vollkommen unterschiedlichen Schreibstilen am Lesen gehindert. Die beiden Autorinnen entführen uns in eine fantastische, gefühlvolle Welt voller Wandler und großer Gefühle.

Uns wird die ereignisreiche Geschichte von dem Buchhalter Oliver und dem Werwolf Noah erzählt. Um seine neuste Schutzperson im Auge behalten zu können, zieht Noah in die Wohnung neben Olli und plötzlich geschieht etwas, womit der einsame Lonewolf Noah nie in seinem Leben gerechnet hat. Er begegnet zum zweiten Mal in seinem Leben, einer Person, die ihn vom ersten Augenblick an in den Bann zieht und an die er sein Herz verliert.

Noah Thorn ist von Beruf her Personenschützer und das spiegelt sich auch in seinem Charakter wieder. Er nimmt seinen Beruf sehr ernst und gibt sich dafür beinahe selbst auf. Durch einen tragischen Verlust in seiner Vergangenheit fällt es ihm auch schwer, sich auf eine neue Liebe oder eine Beziehung ein zu lassen. Ich kannte es bisher nur, dass Werwölfe einen Gefährten bekommen können, in diesem Buch ist es etwas anders, was mich positiv überrascht hat. Noah ist ein Alpha, weshalb er sich von seiner Familie zurück zog, was einen Keil zwischen ihm und dem Thorn Clan getrieben hat. Noah ist ein sehr tragischer Charakter, doch durch Olli wird sein Leben, wie es bisher war, völlig aus den Fugen gerissen. Da ich schon einige Wandlerbücher kannte, war ich gespannt, wie das Ganze hier umgesetzt werden würde und letztendlich haben mich die Autorinnen mit ihren Ideen bezüglich der Gestaltenwandlerwelt überzeugt. Alte Traditionen, Mischlinge, Gefährten, starke verbindene Magie, Erdmagie, rausknallende Sicherungen und offene Hosenställe :D. Mit viel Liebe zum Detail und der guten bildhaften Beschreibung konnte man sich vor allem den Aspekt der Magie sehr gut vorstellen.  Gerade wenn es um die Gefühle und die Bindung zwischen Noah und Olli geht, schaffen es beide Autorinnen die besondere Verbindung nahe zu bringen.  Was mir auch positiv aufgefallen ist, dass die Werwölfe nicht unbesiegbar sind, sondern auch diese schwächeln und sich nicht gänzlich allein heilen können. Sie bekommen Schwächen und Macken und haben auch so ihre Probleme und auch ein gestandener Alpha schafft es seine Dominanz zurück zu nehmen.

Der Buchhalter Oliver Lorenz macht in dem Buch für mich die größte Wandlung durch, ich rede nicht von Gestaltwandler ;). Vom schüchternen, zurückgezogenen und introvertierten Buchhalter mausert er sich im Laufe des Buches zum extrovertierte, mutigen jungen Mann, der über sich hinaus wächst und sich seinem Schicksal stellt. (Ich rede nicht von Noah). Durch ihn erleben wir die Wandlerwelt als Neuling und durch ihn dürfte es auch Lesern, die noch nie ein Werwolfsbuch in der Hand gehalten haben, leicht fallen, sich in diese Geschichte hinein zu lesen. Durch seine spätere einnehmende Art lockt er Noah aus seiner selbst errichtenden Mauer und weckt in ihm längst verschollen geglaubte Gefühle.

Doch nicht nur Olli und Noah haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sondern auch der kleine quierlige Josch hat mich durch seine nieldiche Art um den Finger gewickelt. Seine Mutter Louisa ist für mich eine super taffe Frau, die als Mensch mit der ganzen Situation am wenisgten klarkommt und sich doch tapfer schlägt.

Noahs Familie ist eine Nummer für sich und gerade Caleb, dessen Geschichte wir in “Thorn und Finster” erfahren dürfen, hat es mir sehr angetan. Ich liebe seine Raubeinigkeit und seinen trockenen Humor, er ist immer für Noah da und stärkt ihm den Rücken.

Kritik:

Manch einer wird mit dem Schreibstil wohl nicht ganz klar kommen. Er könnte einen zu sehr an ein RPG erinnern, obwohl genau das für mich die Geschichte so ausgemacht hat. Man sollte am besten selbst rausfinden, ob einem der Schreibstil zusagt oder nicht.

Fazit:

Mich haben Olli und Noah direkt von der ersten Zeile an in ihren Bann gezogen. Ihre Geschichte ist fesselnd und gefühlvoll geschrieben und man taucht in eine neu erdachte Welt der Wandler ein. Nicht nur alteingesessene Fans von Werwolfgeschichten kommen hier auf ihre Kosten sondern auch vollkommene Neulinge können dieses Buch gerne in die Hand nehmen, denn durch Olli lernen wir die Welt als Einsteiger kennen. Die Geschichte überzeugt nicht nur durch ihre authentischen Protagonisten, die dadurch, dass sie jeweils von einer Autorin erdacht wurden, eine vollkommen neue Tiefe erlangen und man noch mehr von ihrer Gefühlswelt erfährt, sondern auch die liebevoll eingebrachten Nebencharaktere, wie der quirlige Josch, die tapfere Louisa und der charmante Caleb lassen die Geschichte noch lebendiger erscheinen.

Der Schreibstil der beiden Autorinnen harmoniert sehr gut miteinander, sodass es einem gar nicht so auffällt, dass da zwei dran geschrieben haben, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Man konnte so tief in die Geschichte abtauchen und gerade wenn es um das jeweilige Erlebnis der Magie und der Gefühle zwischen Olli und Noah ging, haben die Autorinnen durch bildhafte und detailreiche Beschreibungen ein beeindurckendes Schauspiel beschrieben, wie es in ihren Inneren aussieht und wie die beiden zum Beispiel die tiefe Liebe und Verbundenheit wahrnehmen.

 

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