4 Wölfe · Leseempfehlung · Rezension

“Das Erwachen der Götter: Der Blutschwur” – Saskia Diepold & Kati Hyden

©Klappentext, Cover & Zitat: Dead Soft Verlag

 

Ebook: 7,99 / Taschenbuch: 14,95

Seitenzahl: 446

Verlag: Dead Soft Verlag

Release: 1. April 2019

Genre: Romance, Fantasy

Klappentext:

Antaris Thirindar ist ein Krieger der Lichtwächter-Gilde, die für Recht und Ordnung im Lande Lathyrien sorgt. Als sein engster Freund und Gildenbruder ermordet wird, setzt er alles daran, den Täter zur Strecke zu bringen. Unglücklicherweise benötigt er dabei die Hilfe des mürrischen Assassinen Tesfaye, der jedoch seine ganz eigenen Ziele verfolgt. Durch einen Blutschwur aneinander gebunden und von einer dunklen Bruderschaft gejagt, müssen die beiden ungleichen Männer erkennen, dass die Götter selbst ihre Finger im Spiel haben.

Band 1
Illustriert von Saskia Diepold

Zitat:

“Seine Nase vergrub sich in meinem Nacken, wo er hörbar tief einatmete.”
“Ich will, dass das genau so bleibt. Für immer.”
“Der Luftstrom fuhr direkt in den Kamin, ließ das Feuer wild auflodern und trug kleine Flammen mit sich, die nun wild tanzend Kreise um unsere verbundenen Hände vollführte.”
“Hart presste ich meine Lippen auf die seinen und würde diese nicht mehr so leicht hergeben.”

Eigene Meinung:

Antaris Thirindar, Krieger der Lichtwächter-Gilde, sucht Informationen, die er von dem rätselhaften und mürrischen Assassinen Tesfaye bekommen kann. Als Bezahlung dafür soll Antaris ihn in den Palast schmuggeln. Damit auch jeder seinen Teil erfüllt, vollziehen sie den Blutschwur, der sie einander bindet, bis beide ihren Teil der Abmachung erfüllt haben. Beide haben dasselbe Ziel: Rache. Antaris für seinen ermordeteten besten Freund und Gildenbruder und Tesfaye…? Während ihrer Reise werden sie verfolgt und gejagt von der sogenannten dunklen Bruderschaft. Wer dahinter steckt und warum man sie jagt? Das finden sie während ihrer beschwerlichen Reise heraus und decken verschwörerische Geheimnisse auf. Und dann wären da noch die Gefühle, die sich im Laufe der Zeit langsam in die Herzen der beiden Wegbegleiter schleichen.

©Bilder mit Genehmigung von: Saskia Diepold

Das Buch ist ein gemeinsames Projekt von zwei Autorinnen und bei sowas bin ich immer sehr gespannt, was uns so erwartet. Auch hier harmonieren die unterschiedlichen Schreibstile der Autorinnen sehr gut miteinander, sodass es flüssig zu lesen ist und man weder ins Stocken gerät, noch gänzlich aus der Geschichte gerissen wird. Dennoch stellt man einen gewissen Unterschied fest, was allerdings einen gewissen Charme mit sich bringt, da es zu den jeweiligen Charakteren passt. Man merkt auch während des Lesens, dass sich die Autorinnen auf Themen fokussiert haben bzw. worin ihre persönliche Stärken und ihre Vorlieben lagen. Man findet ein bisschen mehr Kampf, mehr Sex oder mehr romantische Gefühle entweder bei Tesfaye oder Antaris vor, was sogar zu den jeweiligen Charaktern wunderbar passt. Die Sicht, aus der die Geschehnisse erzählt werden, wechselt von Kapitel zu Kapitel zwischen Antaris und Tesfaye hin und her. Somit können wir tiefer in die Gefühlswelt der beiden Charaktere tauchen und erleben ihre jeweilige Ansicht auf die Dinge.

Antaris Thirindar gehört zu den Lichtwächtern, deren Aufgabe darin besteht, für Ordnung in Lathyrien zu sorgen. Er wurde mit dessen Regeln groß gezogen, an die er sich auch strickt hält, zumindest versucht er das, bis Tesfaye in sein Leben tritt und alles gehörig auf den Kopf stellt. Die Gilde legt wert darauf, sich vorbildlich und verantwortungsbewusst zu benehmen, rein und keusch sollen die Lichtwächter leben. Tesfaye zieht Antaris diesbezüglich immer wieder auf und macht sich über ihn lustig, wo man sich weder als Leser noch Antaris selber sicher ist, ob es nicht einfach nur Neckerei ist :D. Antaris besitzt eine gewisse Unschuld, womit er Tesfaye fasziniert und in seinen Bann zieht. Seine Beweggründe sind meist heldenhaft und er möchte das richtige tun. Doch Tesfaye selbst stellt ihn immer wieder auf die Probe und reizt ihn. Dies beruht allerdings auf Gegenseitigkeit. Durch seine Art zu denken, sieht er Sachen in Tesfaye, an die dieser selbst nicht mal geglaubt hat, er zeigt ihm, was wirklich in ihm steckt und das er zu Dingen und Taten fähig ist, die sich Tesfaye nie selbst zugetraut hätte. Dieses entschlossene Denken gegenüber Tesfaye ist ein liebenswerter Charakterzug an Antaris, auch wenn man sich hin und wieder denkt, dass er Tesfaye doch einfach machen lassen soll.

Tesfaye hat gleich im ersten Kapitel einen sehr bleibenden Eindruck hinterlassen. Er ist ziemlich direkt, nimmt kein Blatt vor den Mund und schafft es durch seine Art sogar den verklemmten Antaris um den Finger zu wickeln. Denkt man anfangs noch, er sei recht kaltherzig und sei immer nur auf das eine aus, blüht er in Antaris Gegenwart immer mehr auf und entdeckt an sich selbst Seiten, die er nie für möglich gehalten hätte. Er wird von ihm allerdings auch in Situationen gebracht, wofür er Antaris am liebsten verfluchen würde. Er birgt viele Geheimnisse, die die Geschichte nur umso spannender machen. Doch lasst euch selbst von seiner mürrischen Art verzaubern. 😉

Die Geschichte und auch die fantastische Welt sind gut durchdacht. Meiner Meinung nach gab es einen kleinen Logikfehler bezüglich eines in dem Buch vorkommenden Monsters und dessen Größe, aber das ist vielleicht Ansichtsache. Auch wenn dies der erste Band ist, bleibt man nicht mit unbeantworteten Fragen zurück, natürlich müssen noch einige Dinge geklärt werden aber alles rund um Tesfaye und Antaris wurde aufgedeckt. Die Reise der beiden bleibt durchweg spannend, auch wenn einige Gegebenheiten erzwungen erscheinen. Hin und wieder hätte ich gerne mehr Informationen gehabt zu bestimmten Wesen aber das ist eher mein persönlicher Geschmack. Mich hat am meisten der Humor überzeugt, der an einigen Stellen vorkommt und das Geplänkel und die Neckerein zwischen Tesfaye und Antaris. In doch eigentlich recht ernsten Situationen haben die beiden mich mit ihrer Art und ihren Zankereien so sehr zum lachen gebracht, dass man alles um sie herum vergisst. Mit meiner Meinung wirklich schönen Zeichnungen wurden außerdem einige Situationen besonders hervorgehoben, wodurch man sich sowohl diese als auch die Helden selber gut vorstellen konnte.

Leider waren meiner Meinung nach die beiden Protagonisten ein bisschen zu overpowered. Natürlich sind beide gut ausgebildete Kämpfer, haben ihre Erfahrungen gemacht und sind gesegnet von den jeweiligen Göttern. Dennoch finde ich es etwas unrealistisch, dass die Charaktere unbesiegbar rüberkommen. Nach einer ernsthaften Wunde und auch wenn es magische Pilze und Kräuter gibt, könnte der Charakter, dennoch beeinträchtigt sein, da das ganze sonst den spannenden Reiz verliert. Nachdem mehrfach auf die Wunde eingeschlagen wurde, kann der Charakter ohne mit der Wimper zu zucken, den Arm benutzen und damit gleich zweimal an einem körperlich anstengenden Wettkampf teilnehmen. Die beiden nehmen auch nach jedem Kampf den Sieg für sich ein und schlagen wirklich jeden, auch einen genauso gut ausgebildeten Assassinen wie Tesfaye, ist innerhalb von Sekunden zur Strecke gebracht. Mir persönlich war dies to much, ein Charakter darf gerne mal Schwäche zeigen, ausgeknockt sein und einfach am Ende sein, doch so kommt es rüber als sei den beiden keine Minute Ruhe gegönnt und nichts und niemand hat eine Chance gegen sie. Das mag doch jeder von uns doch auch nicht beim Gegner, aber bei den Protagonisten bzw. Helden in der Geschichte muss dies genauso wenig sein.

Die Autorinnen liefern ein gelungenes Gesamtpaket ab mit viel Spannung, viel Gefühl, ansprechenden und emotionalen Sexszenen und mitreißende Kämpfe und nehmen uns mit in ihre fantastische Welt, mit Wolfsdrachen, Intrigen, sehr vielen Geheimnissen, zwei liebenswerten Charakteren und in Gedächtnis bleibenden Nebencharakteren.

Kritik:

Mir persönlich waren die beiden Protagonisten zu mächtig ja beinahe unbesiegbar. Jeden Kampf bewältigten sie mit Leichtigkeit, sodass die Spannung doch hin und wieder nach ließ. Trotz Angeschlagenheit und mehrmaligen Schlägen auf die Wunde war der Charakter danach noch am selben Tag in der Lage an einem Wettbewerb teilzunehemen, mit dem Bogen zu schießen und am darauffolgenden Tag mit dem Schwert zu kämpfen. Dadurch waren mir die Charaktere zu übermächtig, was mir zu unrealistisch war. Auch können die Charaktere gern mal eine Niederlage einstecken und nicht jeden Kampf mit Leichtigkeit gewinnen, obwohl sie entweder ebenbürtige oder auch stärkere Gegner vor sich haben. Auch wenn dann der Sieg quasi erforderlich ist, könnten sie entweder spektakulärer sein oder länger anhalten, anstatt dass es nach einem Schwertstreich getan ist.

Auch wirkten einige Situationen auf mich erzwungen, damit die Charaktere ja wieder in der Klemme stecken, zumal diese schnell überwunden waren, sodass diese keine sonderliche Relevanz besaßen.

Fazit:

“Das Erwachen der Götter: Der Blutschwur” ist ein gelungenes, packendes und humorvolles sowie emotionales Erstlingswerk, gespickt mit wirklich schönen Zeichnungen, die das Bild abrunden und einige Situationen hervorheben. Antaris Thirindar und Tesfaye ziehen einen ab der ersten Seite in ihren Bann, während der eine sich strickt an seine anerzogenen Regeln hält, versucht der andere ihn immer wieder aus dem Konzept zu bringen. Wir begleiten die beiden auf eine spannende Reise mit Intrigen, Wolfsdrachen, Verschwörungen, vielen Geheimnissen, lustigen Momenten, großen Gefühlen, sowie zwei Götter, die ihre Schützlinge in manch brenzlige Situation bringen aber auch immer ein wachsames Auge auf sie haben. Mich hat das Buch vor allem durch die ständigen Neckereien zwischen Antaris und Tesfaye in seinen Bann gezogen, auch die vielen Geheimnisse, die im Laufe der Geschichte gelöst werden, waren spannend mit zu verfolgen, auch wenn man hin und wieder geahnt hat, was einen erwartet. Beim Lesen merkt man schon, dass zwei Autorinnen daran geschrieben haben, was für mich allerdings den Charme ausgemacht hat, da es zu den jeweiligen Charakteren wirklich sehr gut passt. Man kommt dennoch weder ins Stocken, noch wird man aus der Geschichte rausgerissen, da die beiden gut miteinander harmonieren. Dies ist der erste Band und ich bin auf jeden Fall schon gespannt, wie es im nächsten weitergeht und ob wir Antaris und Tesfaye wiedersehen und einige Rätsel wurden auch noch nicht gelöst, aber keine Sorge, das Buch endet mit keinem Cliffhänger ;).

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