5 Wölfe · Leseempfehlung · Rezension

“Sonnengeküsst” – Regina Mars

©Klappentext, Cover & Zitat: Regina Mars

 

Ebook: 3,99 / Taschenbuch: 10,99

Seitenzahl: 276

Verlag: Selfpublished

Release: 4. Oktober 2016

Genre: Romance, Humor, Coming out

Klappentext:

Unfreiwillig unter einem Dach
Eine goldige Frohnatur wie Sunny hat keine Feinde. Eigentlich. Na ja, vielleicht gibt es jemanden, den er ein ganz klein wenig blöd findet: Luca, den Kapitän der Fußballmannschaft, dessen einziges Hobby Brüllen zu sein scheint. Dass Luca Sunny für einen erbärmlichen Waschlappen hält, macht die Sache nicht besser. Sie sind viel zu verschieden, um je Freunde zu werden.
Leider werden sie Stiefbrüder.
Und Sunny findet heraus, dass sie mehr gemeinsam haben, als er dachte. Sehr viel mehr. Ist ihre Patchworkfamilie vielleicht doch ein Glücksfall? Ist sein nerviger Stiefbruder netter als es scheint? Mag sein, aber Sunny wird sich ganz bestimmt nicht in ihn verlieben.
Nie.
Auf gar keinen Fall.

Zitat:

“Die Umstände waren nicht ideal, aber endlich hielt Sunny einen anderen Jungen im Arm.”
“Lucas Augen, eins schiefergrau, eins bernsteinfarben, leuchteten in seinem totenblassen Gesicht.”
“Vorsichtig löste er sich von ihm und sah, dass Lucas helldunkle Augen von nassen Wimpern umrahmt wurden.”

Eigene Meinung:

“Schwuchtel”, “Schwächling”, Heulsuse”,  so wird Sunny ständig vom Fußballkäptain Luca betitelt, dessen Hobby ständiges Rumbrüllen zu sein scheint. Trotzdem kann Sunny ihn eines Abends nicht einfach besoffen im Park rumliegen lassen und nimmt ihn mit zu sich. Womit er allerdings nicht gerechnet hat, ist, dass sich dadurch ganz andere Probleme auftun. Denn seine Mutter und Lucas Vater lernen sich kennen und lieben und plötzlich wohnt er mit diesem Rowdy unter einem Dach und schnell wird klar, woher Luca sein lautes Hobby hat. Außerdem birgt Luca ein Geheimnis, dem Sunny ungewollt auf die Schliche kommt, das ihr Zusammenleben ganz schön auf den Kopf stellt.

Die Autorin ist bekannt für ihre humorvollen und gefühlvollen Geschichten. Auch hier ist es wieder der Fall. Die goldige Frohnatur und der grummelige Rüppel sind zwar schon beinahe Klischee, doch die Autroin schafft es, dass die Geschichte nicht langweilig, geschweige langatmig wird. Mit viel Witz und Charme, sowie bewegenden Gefühlen und zwei sehr gegensätzlichen, dennoch liebenswerten Charakteren nimmt uns die Autroin auf eine richtige Gefühlsachterbahn mit.

Sandro, von allen nur Sunny genannt, ist die Frohnatur schlechthin, er ist immer am lächeln und wird nie wütend oder sauer. Seit sein Vater abgehauen ist, lebt Suny mit seiner Mutter allein, die ihn immer nur gut gelaunt erlebt. Anfangs macht man sich darüber keine Gedanken, doch im späteren Verlauf der Geschichte wird es einem erst wirklich bewusst und man bekommt einen ganz anderen Blick auf Sunny, vor allem als man noch erfährt, warum er die ganze Zeit mit so einem sonnigen Gemüt rumläuft. Umso überraschter ist man allerdings, als er dann doch mal die Kontrolle verliert. Er nimmt alles immer auf die lockere Art und ist dennoch nah am Wasser gebaut, wodurch ihn Luca als Heulsuse bezeichnet. Doch er hat auch seine Stärken, denn er schafft es, Luca für sich zu gewinnen und hält im entscheidenden Moment zu ihm, was ihm von vielen Seiten Respekt einbringt. Er wächst über sich hinaus und es wird einem bewusst, dass mehr hinter diesen dauerfröhlichen Fassade steckt. Doch neben dem Dauerfrohsinn ist Sunny besonders im Bezug auf einen bestimmten Charakter sehr naiv und geblendet, was ihn authetntischer erscheinen lässt. Auch Sunny hat so seine Schwächen, zumal auch er es nicht schafft, zu dem zu stehen, was er ist.

Während Sunny der gefühlsbetontere Charakter ist, ist Luca das genaue Gegenteil. Er kennt meist nichts anderes als rumschreien und Kontra geben. Als man dessen Familie kennen lernt, wird einem auch bewusst, warum er so ist, wie er ist. Seit seine Mutter gestorben ist, zieht sein Vater ihn und seine drei Brüder alleine groß und dessen Leitsatz ist, dass er keine Schwächlinge großzieht. Luca versucht sich zu beweisen, doch Sunny wirbelt sein Leben ganz schön durcheinander. Der ständige Sonnenschein weckt eine Seite in ihm, die er jahrelang versucht hat zu unterdrücken und niemand sollte davon erfahren, doch Sunny entdeckt sein kleines Geheimnis. Durch ihn wird Luca bewusst, dass es ok ist, Gefühle zuzulassen. Durch ihn schafft er es über seinen eigenen Schatten zu springen und seine Ängste zu besiegen.

Beide verändern gegenseitig ihr Leben und bemerken so unentdeckte Seiten an sich, sie beeinflussen sich gegenseitig, wodurch sie sich selbst auch besser kennen lernen. Während Sunny lernt auch mal negative Gefühle zuzulassen, lernt Luca, dass es in Ordnung ist, auch mal Schwäche zu zeigen.

Auch wenn die Geschichte vorhersehbar erscheint, habe ich einige Szenen dennoch mit Spannung verfolgt. Besonders dann als es darum geht, dass Luca zu dem steht, was und wer er ist, wie dabei die Umwelt auf ihn reagiert oder als Sunny mal aus seiner gewohnten Haut ausbricht. Sowohl Luca als auch Sunny erzählen uns die Geschichte, sodass wir die Geschehnisse aus unterschiedlichen Blickwinkel betrachten können, damit meine ich nicht, dass wir eine Szene doppelt erleben. Vor allem Lucas Beweggründe werden dadurch verständlicher und auch wenn man anfangs denkt, dass Luca eher ein unangenehmer Zeitgenosse ist, hat man für ihn immer mehr Verständnis, umso mehr man über ihn erfährt.

Mich hat das Buch durch den lockeren, flüssigen und humorvollen Schreibstil, sowie die liebevoll gestalteten Protagonsiten als auch Nebencharaktere in den Bann gezogen. Besonders Familie und Freunde beeinflussen Sunny und Luca stark und spielen eine wichtige Rolle. Man schließt die beiden einfach ins Herz.
Der vorhandene Witz verschafft einem angenehme und eher leichtere Lesestunde, weshalb ich dieses Buch vor allem dann empfehle, wenn man einfach mal wieder etwas aufmunterndes braucht ;).

Kritik:

Der Schläger und die Frohnatur, sowie die Gründe für die Angst sich zu outen, all das sind für den ein oder anderen altbekannte Klischees, wodurch das Buch den Reiz verlieren könnte. Es ist altbekanntest, nur anders verpackt

Fazit:

“Sonnengeküsst” erzählt uns auf witzige und emotionale Weise die Geschichte vom Dauersonnenschein Sunny, der seinen Spitznamen nicht umsonst hat und vom Fußballkäptain Luca, der sich mehr auf die laute Art mit anderen unterhält. Gegensätze ziehen, so lautet hier die Devise und trifft auf die beiden zu, wie die Faust aufs Auge oder der Deckel auf den Topf. Während der eine nahe am Wasser gebaut ist und vor positiven Gefühlen nur so übersprudelt, ist der Andere beinahe verschlosen und meist auf Krawall aus. Langsam erwachende und tiefe Gefühle, lustige Momente und zwei Charaktere, die man schnell ins Herz schließt, all das erwartet uns hier. Wenns ums große Ganze geht endlich zu dem zu stehen, wer und was man ist, verfolgt man das Geschehen sogar mit Spannung. Wirklich jeder hat Angst vor irgendwas, das wird auch den beiden Protagonisten hier deutlich. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und sowohl Luca als auch Sunny erzählen uns ihre Geschichte, Sunny kommt zwar öfters zu Wort, dennoch lernen wir Luca genügend kennen, um uns ein ausreichendes Bild über ihn machen zu können. Durch Sunny bekommen wir zwar den ersten Eindruck, dass Luca nicht gerade ein angenehmer Zeitgenosse ist, doch sobald auch er mal zu Wort kommt, werden dessen Beweggründe verständlicher. Wer also eine humorvolle, mitreißende und recht emtionale Geschichte möchte, darf gerne zu diesem Buch greifen.

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