4 Wölfe · Leseempfehlung · Reihe · Rezension

“Close to you: Fast perfekt” – Jen Rivers

©Klappentext, Cover & Zitat: dp Verlag

 

Ebook: 5,99 / Taschenbuch: 12,99

Seitenzahl: 489

Verlag: dp Verlag

Release: 9. Juni 2022

Genre: Romance, Contemporary, Coming out, New Adult, Coming of Age,

 

Klappentext:

Wenn alles vor deinen Augen zerbricht … bleibt nur die Liebe
Die bewegende Gay Romance für Fans von New-Adult-Romanen

Der achtzehnjährige River hat alles, was man sich wünschen kann: Er ist der Sohn des Bürgermeisters, Captain des Basketballteams und mit dem beliebtesten Mädchen der Schule zusammen. Niemand ahnt, dass sein Vater ihm das Leben zur Hölle macht, er sich ständig um seine kleine Schwester Sadie kümmern muss und er seine Freundin eigentlich nicht liebt. Die meiste Zeit hat die Wut, von der er sich nur schwer lösen kann, ihn fest im Griff. Nur sein bester Freund Jace gibt ihm Halt, denn nur ihm kann er sich anvertrauen. Als er mit Jace nach einer alkoholdurchtränkten Nacht im Bett landet, ist schlagartig nichts mehr, wie zuvor. Auch Rivers Familie droht mehr und mehr auseinanderzubrechen und treibt ihn an den Rand der Verzweiflung. Die so mühevoll aufgesetzte Fassade des perfekten Jungen beginnt zu bröckeln …

Zitat:

“Augenblicklich überrollte mich ein Gefühl von Wärme, als ich ihn dort sitzen sah.”
“Ich gab dem Drang nach, und legte meine Lippen federleicht auf seine.”
“Ich zog ihn nochmal fest zu mir heran und küsste ihn innig.”

Eigene Meinung:

Als Sohn des Bürgermeisters, Captain des Basketballteams und als Freund des beliebtesten Mädchens der Schule hat der achtzehnjährige River alles, was man sich nur wünschen kann. Doch niemand ahnt, was sich hinter der perfekten Fassade, die sein Vater gerne der Welt präsentiert, wirklich abspielt. Sein Vater tyrannisiert ihn und macht ihm das Leben zur Hölle. Er muss sich um seine kleine Schwester kümmern, da seine Eltern für keinen von ihnen beiden Zeit hat, denn der Wahlkampf zur erneuten Bürgermeisterwahl, ist das Wichtigste. Seine Freundin liebt er eigentlich nicht, nur sein bester Freund Jace gibt ihm Halt und ganz allein ihm kann er sich anvertrauen, was bei ihm Zuhause wirklich los ist. Nach einer alkoholdurchtränkten Nacht, in der er mit Jace im Bett landet, gerät sein Leben völlig aus den Fugen. Seine mühevoll aufgesetzte Fassade des perfekten Junge beginnt langsam zu bröckeln…

Das Debüt der Autorin lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Auf der einen Seite hat die Autorin trotz einiger Klischees eine mitreißende Geschichte verfasst, wobei die Klischees gut gesetzt und ausgearbeitet wurden und sie passten schlicht zu River und Jace. Die beiden Chaoten haben mich ab einem bestimmten Punkt an die Seiten förmlich gefesselt.

Der Anfang verlief ein wenig holprig, denn nach der entscheidenden Nacht dauert es natürlich eine Weile, bis sich Jace und River endlich mal aussprechen und sich gegenseitig verstehen. Der Weg erschien langatmig aber durch bestimmte Szenen kam wieder neue Dynamik rein und die beiden haben mich einfach nicht mehr losgelassen.
River, der uns hauptsächlich die Geschichte erzählt, ist schnell reizbar, neigt eher zur gewaltätigen Lösung und nach dieser einen Nacht kommt er einfach nicht mehr auf sein Leben klar. Seine Verzweiflung, seine Hilflosigkeit konnte man regelrecht spüren, das Chaos in seinem Kopf war immer präsent und auch wenn er nicht immer die besten Lösungen für all das parat hatte und man ihn einfach gerne immer nur schütteln wollte, war es genau das, was ich auf der einen Seite wirklich gut fand, da River dadurch einfach authentisch wurde. Auf der anderen Seite war es mir hin und wieder dann doch einfach zu viel. Er wiederholte sehr viele Gedanken, was allerdings sowohl River als auch Jace drauf hatten. Ob sie nun den anderen vermissten, den anderen super attraktiv und heiß fanden, mit dem anderen ins Bett wollten, immer wieder erinnerten sie sich an diese eine Nacht oder auch, dass sie den anderen ja eh nie bekommen würden. Es war leider wie eine kaputte Schallplatte und dadurch schnell ermüdend und auch anstrengend.
Die Ereignisse bei River häufen sich, sein bester Freund ist nicht mehr an seiner Seite, seine Familie bricht auseinander, der Druck in allem der Beste sein zu müssen, die Autorin hat es geschafft, dass ich sehr schnell merkte, wie sich River eigentlich fühlen muss. Es ist einfach zu viel für ihn. Es steigerte sich, wurde einfach immer unerträglicher und man konnte Rivers Hilflosigkeit und Überforderung so deutlich spüren beim Lesen.
Jace machte am Anfang einen taffen, coolen Eindruck, doch im Laufe der Geschichte merkt man, dass er viel emotionaler ist, als man erst annahm. Auf der einen Seite fand ich das komisch aber auf der anderen Seite auch sehr liebenswert. Er ist nun mal der Gegenpart zu River, der ja nun mal eher ziemlich aufbrausend ist und schnell aggressiver wird, während Jace einen kühlen Kopf bewahrt und dadurch River ausbremst und vor größeren Dummheiten bewahrt.

Der Schreibstil ist ein Punkt, der mich mitunter am meisten überzeugt hat. Die Autorin vermittelt dem Leser, dass dort junge Menschen agieren und keine Erwachsenen und trotzdem klingt es nicht abgedroschen. Es gab zwar einige Gedanken, die sich recht oft wiederholten, was ich zum einen ermüdend fand aber zum anderen zeigte es auch, wie überfordert River war. Die doch recht häufigen Rechtschreibfehler waren dafür ziemlich störend, es fehlten teilweise Wörter, Buchstaben oder ein Wort wurde falsch geschrieben und das zieht sich leider durchs gesamte Buch. Ich finde das echt schade, zumal es ein Verlagsbuch ist.

Einige essenzielle Passagen wurden nicht ausgeschrieben, zum Beispiel das Gespräch zwischen Brandon und River. Es wird schlicht und ergreifend übersprungen, dabei scheint dort etwas wirklich wichtiges erwähnt worden zu sein, was Brandon erlebt hat. Ich vermute mal, da wir den ersten Band in der Hand halten, dass Brandon irgendwann nochmal in den kommenden Büchern eine Rolle spielen wird, ich hoffe es zumindest, denn Brandon ist im Laufe der Geschichte zu einem meiner Lieblinsgcharaktere geworden, durch seine Art die Dinge zu sehen und seinen eigenen Humor. Sowohl er als auch Tristan, der zweite gute Freund neben Brandon in der Runde, bringen eine Portion gute Eigendynamik mit ins Spiel, wodurch die Geschichte Schwung bekommt.

Ich bin gespannt, über wen wir im nächsten Teil der Grove Hill Boys-Reihe mehr erfahren und lesen werden, über ein oder zwei aus diesem Band würde ich definitiv gerne mehr erfahren.

Fazit:

“Close to you: Fast perfekt” ein gelungenes Debüt und Auftakt einer Reihe um die Grove-Hill-Boys. Im ersten Band lernen wir Jace und River kennen. River, der Sohn des Bürgermeisters, Captain des Basketballteams und zusammen mit dem beliebtesten Mädchen der Schule. Doch vieles ist nur Fassade der perfekten Familie, sein Vater tyrannisiert ihn und seine Freundin liebt er nicht. Allein Jace seinem besten Freund kann er sich anvertrauen. Nach einer alkoholgeschwängerten Nacht, in der Jace und River im Bett landen, gerät Rivers Leben aus den Fugen und als wäre das nicht schon genug, droht seine Familie nach und nach auseinanderzubrechen. Ein fesselnder Schreibstil, bei dem sich viele Gedanken allerdings ziemlich oft und ermüdend wiederholen. Nebencharaktere, vor allem Freunde der beiden Chaoten, machen die Geschichte lebendig. Um wen mag es wohl im nächsten Band gehen?

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