4 Wölfe · Kurzgeschichte · Leseempfehlung · Rezension

“Milan: Club der dichten Dichter” – Regina Mars

©Klappentext, Cover & Zitat: Regina Mars

 

Ebook: 2,99 / Taschenbuch: 6,99

Seitenzahl: 99

Verlag: Selfpublished

Release:  03. September 2019

Genre: Romance, Humor

 

Klappentext:

Willkommen in der Welt der dichten Dichter!

Es läuft gut für Milan, den stahlharten Thrillerautor. Seine Bücher verkaufen sich wie blutige Steaks und er hat mehr als genug willige Männer, die sich über seine Muskeln und seine geheimnisvolle Aura freuen. Mehr will er nicht vom Leben. Außer ab und zu ein Bier mit seinen Autorenkollegen, den dichten Dichtern, zu trinken.
Und zu vergessen, dass es Jules gibt.
Jules, den er vor über zehn Jahren zurückgelassen hat. Dessen Leben er um ein Haar ruiniert hätte und dessen kaffeefarbene Augen ihn immer noch in den Schlaf verfolgen. Jules, den sanften Musterschüler, der einmal Milans Stiefbruder war.
Doch Jules kehrt zurück. Kann Milan sich gegen die alte Anziehung wehren?

Zitat:

“Ein dunkelblonder, attraktiver, triefend nasser Mann, in dessen Wimpern Regentropfen glänzten. “
“Egal was du getan hast, ich will dich.”
“In ein Zuhause, von dem er nicht gewusst hatte, dass es auf ihn wartete.”

Eigene Meinung:

Er verdient sein Geld als erfolgreicher Thrillerautor, willige Männer, die sich sich ihm immer wieder gerne anbieten und dann noch ein Bier in geselliger Runde mit seinen Autorenkollegen, mehr braucht Milan nicht, wenn da nicht noch Jules wäre. Jules, den er seit zehn Jahren nicht mehr gesehen hat, den er zurückgelassen hat, da er dessen Leben beinahe ruiniert hätte, zumindest seiner Meinung nach. Jules, dessen kaffeebraunen Augen er nach all den Jahren urplötzlich wiedersieht, als er mit seinen Freunden zusammen einen trinkt. Jules, dessen Anziehungskraft sich Milan nach all den Jahren wohl nicht entziehen kann, oder?

Zwar ist  dieses mal ein eher kürzeres Buch der Autorin, dennoch freue ich mich, dass ich es lesen durfte, denn es hat für mich alles, was ein gutes Buch der Autorin beinhalten muss: Humor, Charme, Drama und eine gute Portion Romance. Zwei Charaktere, die ungleicher nicht sein könnten und sich deshalb zueinander hingezogen fühlen.

Milan ist der typische harte Schale weicher Kern Charakter, der nach außen hin den Anschein macht, als würde jeder, der ihm falsch kommt, Bekanntschaft mit seiner Faust machen, doch auch er hat so seine Schwächen, eine davon trägt den Namen Jules, dem er nach zehn Jaren doch tatsächlich wieder über den Weg läuft. Zufällig? Milan ist nicht perfekt, weder äußerlich, noch innerlich und auch wenn er selbstbewusst auftritt und man denkt, nichts kommt an ihn ran, so sitzt er meist doch grüblerisch da, ist in sich gekehrt und macht sich ernsthafte Gedanken.
Jules ist unverkennbar der nerdige Part von beiden und doch hat Milan eine besondere Schwäche für ihn. Jules markantes Merkmal, die eher schiefen Schneidezähne, haben es Milan besonders angetan. Jules war einige Zeit Milans Stiefbruder, doch da Milans Mutter die Männer teilweise wechselt wie Unterwäsche, hat sich das recht schnell wieder erübrigt, was Milan zum einen bereut aber auch nutzt, umso weit wie möglich von Jules fortzukommen. Denn was die beiden zusammen erlebt haben und der Umstand, dass Milan für Jules Gefühle entwickelt hat – die sogar noch immer existieren? – waren ein Grund für Milan zu fliehen, vor allem vor seinen Gefühlen aber auch vor Jules, denn die Schuld, die er bezüglich Jules mit sich trägt, sind unerträglich und er konnte Jules nie die genauen Umstände von damals erklären.

Zwar geht es hier vorwiegend um Milans Geschichte, dennoch lernen wir die anderen dichten Dichter schon kennen. Während Rob der begnadete Romanceschriftsteller ist, der allerdings unter weiblichem Pseudonym veröffentlicht, haben wir da noch den schüchternen Valentin, um den es im nächsten Band geht. Ich freu mich schon sehr, seine Geschichte mitzuerleben. Hier bekommen die Dichter schon so viel Charakter, dass sie sehr lebendige Nebencharakter darstellen, die Milan das ein oder andere Mal um den Verstand bringen oder ihm tatkräftig zur Seite stehen. Sie haben sich weder in den Vordergrund gedrängelt, sind aber auch nicht zu kurz gekommen, was mir besonders gut gefallen hat, da sie nicht nur die Geschichte lebendiger gemacht haben, sondern man freut sich regelrecht darauf, wenn sie endlich ihre Geschichte erzählen, ich kann es auf jeden Fall kaum erwarten.

Die Autorin beschreibt diese Geschichte eher als Heftroman, was auch stimmt, da der gewisse Tiefgang, den man sonst von den Büchern der Autorin gewöhnt ist, fehlt. Gerade bei Jules fiel es mir besonders schwer, ihn zu greifen und festzuhalten. Der kleine Sprung in die gemeinsame Vergangenheit war auch nicht wirklich aufschlussreich und so konnte man nicht ganz verstehen, was Milan an Jules so reizt. Auch ist von dem angeblichen Nerd, der er mal war, nicht mehr viel vorhanden, was ich persönlich doch schade fand. Da man die Wandlung nicht direkt miterlebt hat und man auch sonst keinen direkten Bezug zu Jules aufbauen kann, fällt es einem schwer, den Charakter gänzlich zu erfassen. Auch dafür, dass sie beide Mist gebaut haben, ging die Versöhnung recht schnell vonstatten und man konnte nicht direkt nachvollziehen, woher dieser plötzliche Sinneswandel kam, zwar sprechen sie ihn an, aber beim Leser selbst kommt es nicht an.

Dennoch tut dies dem Buch keinerlei Abbruch, zwar konnte es mich nicht hundertprozentig überzeugen aber als kleine Geschichte für Zwischendurch ist sie definitiv lesenswert. Sie enthält alles, was es braucht um damit eine gemütliche Lesezeit zu verbringen, den typischen Regina Mars Humor, den unwiderstehlichen Charme eines groben Klotzes (Milan), ein süßer Sonnenschein (Jules), Drama, Romance und ein gelungenes Happy End.

Kritik:

Da dies eher ein kurzer Roman ist, wird es für den ein oder anderen eher schwierig werden, wirklich tief in die Geschichte abzutauchen. Gerade Jules bleibt eher auf der Strecke, da wir nur aus Milans Sicht lesen. Jules Gedanken und vor allem Beweggründe, seine Entwicklung und sein Charakter im allgemeinen sind schwer zu greifen. Zwar erzählt er uns ein bisschen, was ihn bis zu Milan getrieben hat aber gänzlich erfassen konnte man seine Gefühle nicht. Auch wird der Konflikt zwischen den beiden viel zu schnell abgehandelt und er ist vorbei, bevor er überhaupt angefangen hat, dabei waren die Fehler, die beide gemacht haben, nicht gerade klein. Es ist zwar eine gelungene Kurzgeschichte für Zwischendurch, doch der sonst so wirklich fesselnde und packende Tiefgang fehlt.

Fazit:

Mit “Milan: Club der dichten Dichter” beginnt eine kleine Reihe an Kurzgeschichten über ein paar schrullige, starke, schüchterne, ernste aber auch witzige Schriftsteller, die jeder für sich uns ihre Geschichte erzählen wollen. Milan, ein begnadeter Thrillerautor, macht den Anfang. Er trifft nach 10 Jahren seine erste große Liebe wieder und muss feststellen, dass die Gefühle für genau diesen, noch nicht wirklich verschwunden sind. Ganz im Gegenteil, sie sind präsenter als es Milan lieb ist. Aber was macht Jules hier? Hat er nicht eigentlich eine Freundin, wenn nicht sogar eine Frau? Und was hat es mit Milans Narben auf sich, wie stehen Jules und Milan wirklich zueinander? Eine geeignete Kurzgeschichte für gemütliche Lesestunden zwischendurch, in denen man lachen und weinen möchte, ein kleines bisschen Drama darf auch nicht fehlen und der beliebte Charme der Regina – Mars – Charaktere, die zwar eine harte Schale haben, aber auch einen weichen Kern gibt es oben drauf. Einen kleinen Ausblick, was uns mit den anderen Dichtern erwartet, bekommen wir ebenfalls und ich freue mich jetzt schon auf ihre Geschichten. Milan und Jules sind auf jeden Fall ein Pärchen mit Höhen und Tiefen, sowie emotionalen als auch humorvollen Momenten.

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