5 Wölfe · Challenge · Leseempfehlung · Rezension

“Verdammt magisch” – Regina Mars

©Klappentext, Cover & Zitat: Regina Mars

 

Ebook: 5,49 / Taschenbuch: 13,99

Seitenzahl: 438

Verlag: Selfpublished

Release: 1. Juli 2017

Genre: Romance, Fantasy, Humor

Klappentext:

Norman, Magieschüler und Hobbyschläger, beginnt sein Studium an der Arkanen Universität in Løbago. Endlich kann er der größte Magier aller Zeiten werden! Er wird knochenschmelzende Feuerstürme beschwören, tödliche Eisregen erzeugen und zu einem absolut erstklassigen Helden werden!
Doch nichts läuft wie geplant. Und warum muss er sich ausgerechnet ein Zimmer mit Heimfried teilen? Einem schüchternen Schwächling, der sich kaum traut, seine magische Kraft anzuwenden?
Kann Norman sich mit ihm zusammenraufen? Kann aus Verachtung Freundschaft werden … oder sogar noch mehr?

Zitat:

“>>Entschuldigung<<, sagte eine verschüchterte Stimme hinter ihm. Eine Hand legte sich auf seinen Arm.”
“Warme Lippen drängten gegen seine. Zart, fast unspürbar, aber verdammt, er fühlte es.”
“Die geschwungenen Lippen öffneten sich und die Augen schimmerten und allgemein sah er so süß und ungläubig und niedlich aus, dass Norman fast umgekippt wäre.”

Eigene Meinung:

Norman will ein Studium auf der Arkanen Universität in Løbago als erfolgreicher nein als bester Motor absolvieren, doch direkt bei seiner Einschulung, wird ihm da ein dicker Strich durch die Rechnung gemacht, womit er ja so gar nicht gerechnet hat. Katalysator, warum musste er ausgerechnet Katalysator werden, das ist doch nur was für Schwächlinge. Und dann ist da noch dieser Heimfried, das genaue Gegenteil von Norman, schlaksig, schwach und ausgerechnet der wird Motor. Warum muss er dann noch ausgerechnet mit Heimfried sich ein Zimmer teilen? Und warum geht ihm Heimfried nicht mehr wirklich aus dem Kopf? Und als wenn das noch nicht für genügend Chaos sorgen würde, sind da noch die Eismonster, die immer wieder die Stadt angreifen, unzählige Menschen töten und gegen die die Magier kämpfen müssen.

Hat man dieses Buch einmal angefangen, kommt man aus dem Lachen nicht mehr raus. Zumindest erging es mir so. Dieses Buch der Autorin ist was für die Lachmuskeln und für diejenigen, die eine magische Beziehung gerne mitverfolgen möchten, sowie Liebhaber von gegensätzlichen Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Mit viel Humor aber auch wirklich gefühlvollen Momenten erzählt uns die Autorin die Geschichte von Norman, dem Draufgänger und Hobbyschläger, sowie Heimfried, dem Weichei und Hänfling aber auch ein mutiger Verführer, zumindest was Norman betrifft.

Auch beim zweiten Mal lesen haben mich Heimfried und Norman wieder mal an die Seiten gefesselt. Norman, der typische Haudrauftyp, der niemals Schwäche zulässt, der alles dafür tun würde, so zu sein wie sein Vorbild Gunnar Krafft, der beste Motor, den es gibt. Doch als er schließlich Katalysator wird, will er als der beste Katalysator diesem zur Seite stehen. Heimfried, schwächlich, nerdig, schüchtern und zurückhaltend, doch sobald er Norman näher kommt, sehr anhänglich und verführerisch gerade zu mutig, eifersüchtig auf Gunnar und zu viel mehr fähig, als er selbst denkt. Regina Mars´Bücher brauchen keine Supermodels als Protagonisten, Norman und Heimfried haben Ecken und Kanten, sind grobschlächtig, schlaksig und doch haben sie das Herz am rechten Fleck und überzeugen durch ihr alleiniges Auftreten. Sie wachsen gemeinsam, motovieren sich gegenseitig und stehen füreinander ein, sind gemeinsam stark und genau das ist es, was ich immer wieder so schön an den Büchern der Autorin finde. Zwei unvollkommene, unvollständige Charaktere, die miteinander groß werden und trotz dem Humor, trotz Überzeichnung und Übertreibung, tiefsinnig sind, was von der Autorin sehr bewusst so angelegt ist.
Auch Nebencharaktere, wie zum Beispiel die Katalysatorlehrerin von Norman namens Eterna, machen die Geschichte lebendig. Eterna ist die typische alte Dame, die nach außen hin ruhig und gelassen erscheint, ein wenig senil, doch sie hat es faustdick hinter den Ohren und bekommt viel mehr mit, als manch einer ahnt. Normans angeblich beste Freunde, die sich von ihm lösen, weil sie Motoren werden und er nicht. Gunnar Krafft, der heldenhafte, beste Magier der Akademie, der sich gerne als der Größte präsentiert, sich dann aber doch ganz bescheiden gibt. Eine übervorsorgliche Mutter, deren Stimme mir immernoch in den Ohren klingelt.

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und wieder mit dem typischen Mars-Humor bestückt. Außergewöhnliche, skurrile, seltsame Namen für Krankheiten, Städte und Personen. Wir werden in eine einzigartige Welt der Magie mitgenommen, bildhaft beschrieben in ihren schönen aber auch unschönen Details. Ich hatte das Gefühl selbst durch Løbago zu wandeln, hatte den Geruch in der Nase, die Geräusche in den Ohren, was mich manchmal angewidert das Gesicht verziehen ließ. Auch das Magiesystem im allgemeinen ist gut erklärt. Da die Geschichte nur aus Normans Sicht geschrieben ist, bekommen wir gerade bei einem Katalysatoren einen guten Einblick, wie sich Magie verhält, was sie ist und wie sie funktioniert. Das Katalysator-Motoren Prinzip habe ich so bisher noch nicht gelesen und fand es spannend umgesetzt.

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der mal eine etwas andere fantastische Welt besuchen will, voller Magie und Humor, Liebe und Groschenromanen.

Kritik:

Die Story wirkt ein wenig vorhersehbar, es ist nicht wirklich überraschend, wie es sich zwischen Norman und Heimfried entwickelt und wer der eventuelle Gegenspieler sein könnte. Man muss das Charakterkonzept von Regina Mars mögen, sonst ist man recht schnell gelangweilt. Auch dass die Geschichte nur aus Normans Sicht geschrieben ist, ist schade, da mich hin und wieder Heimis Erfahrungen im Bezug auf die Magie interessiert hätten. Auch bleiben einige Fragen im Bezug auf diese offen. Was hat es mit den anderen Energien auf sich, welche Auswirkungen hat es auf Norman, dass er es tatsächlich schafft, diese wahrzunehmen. Wie kommt es, dass die Monster nur Løbago angreifen und nicht zum Beispiel die Stadt, aus der Heimi kommt. Nur weil diese weiter weg ist als Løbago? Schade fand ich auch, dass anfangs Heimfried viel gemobbt worden ist und man seine heldenhaften Taten am Ende kaum gewürdigt hat. Klar wurde es erwähnt aber mehr so am Rande, immerhin hat Heimfired alle überrascht. Kurz kam es bei den Wettkämpfen zu großem Staunen aber ausgeglichen war es nicht.

Fazit:

“Verdammt magisch” eine fantastische, magische Geschichte über zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Norman und Heimfried, ein Katalysator, der keiner sein wollte und ein Motor, der nicht damit gerechnet hat, dass ausgerechnet er einer wird. Zwei unscheinbare Charaktere, die gemeinsam großes vollbringen und sich dabei noch ineinander verlieben. Eine witzige, gefühlvolle Geschichte rund um Magier, große Eismonster, großkotzige Helden, neidische Klassenkameraden, allwissende alte Damen, ein magischer Wettkampf, bei dem man nicht auf Besen reitet und versengte Haare. Ein Angsthase und Schwächling, der durch einen Hobbyschläger und Draufgänger zum Helden heranwächst und ihm zeigt, was mutig sein wirklich bedeutet. Ein Buch, das ich noch ein zweites Mal gelesen habe und immernoch sehr unterhaltsam und spannend finde. Ich mochte Heimfried und Norman sehr. So außergewöhnlich und gegensätzlich, so liebenswert und sich ins Herz schleichend. Auch die Idee bezüglich der Magie habe ich so noch nicht gelesen und fand sie wirklich faszinierend. Wer den Regina Mars Humor sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Aber auch jeder, der nicht zu ernste Fantasyliteratur lesen will und in eine magische Welt abtauchen möchte, die anders ist, als man sie bisher gelesen hat, ein Mix aus Fantasy, ein wenig historischem und Romance.

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