4 Wölfe · Challenge · Leseempfehlung · Rezension

“Prinzen und andere Probleme” – Ashan Delon

©Klappentext, Cover & Zitat: Ashan Delon

 

Ebook: 7,49 / Taschenbuch: 19,00

Seitenzahl: 484

Verlag: Main Verlag (TB)

Release: 3. September 2020

Genre: Romance, Sport, Coming out, Contemporary, Coming of age

Klappentext:

Auf dem Gymnasium Sankt Korbinian geht es zu wie in fast jeder Schule. Es gibt die beliebten Schüler, die Überflieger und die Loser. Lorenz und seine Freunde gehören zu Letzeren, die von den Prinzen, eine Gruppe Oberstufenschüler, die auch Stars des hiesigen Eishockeyvereins sind, terrorisiert werden. Alles ändert sich, als Lorenz dem Anführer der Prinzen das Leben rettet und er einer von ihnen werden soll. Lorenz lernt dabei nicht nur Dannik von Gutenbach besser kennen, sondern auch sich selbst.

Zitat:

“Zehn Minuten nachdem der Unterricht begonnen hatte, ging die Tür auf und ein weiterer Schüler trat ein.”
“Er glaubte, es nicht zu überstehen, einen kleinen Tod zu sterben und klammerte sich in plötzlich aufkeimender Panik so fest an Dannik, dass dieser ein ächzendes Geräusch von sich gab .”
“Das war der Moment, in welchem Lorenz´ Knie tatsächlich  nachgaben und er sich fast schon hilfesuchend an Dannik festkrallen musste.”

Eigene Meinung:

Das Gymnasium Sankt Korbinian ist wie jede andere Schule auch. Es gibt die super beliebten Schüler und die Loser. Lorenz gehört mit seinen Freunden, eher zu dem letzteren. Die Prinzen, eine Gruppe von Oberstufenschülern, die sich für die besten und tollsten halten und das auch alle anderen, die nicht zu ihnen gehören, spüren lassen. Darunter auch Lorenz´ bester Freund Justus, der ständig von den Prinzen schikaniert wird. Doch Lorenz bietet den Prinzen die Stirn und setzt sich immer für Justus ein. Doch es ändert sich alles, als Lorenz dem Chef der Prinzen Dannik von Gutenbach das Leben rettet.

Von Ashan Delon kannte ich bisher lediglich alles aus dem Bereich Fantasy und ich war wirklich gespannt, was mich bei dieser Geschichte hier erwarten würde, die ja so gar nicht in diese Sparte passt.
Wer kennt sie nicht, die Mobber, diejenigen, die sich für etwas besseres halten und das auch alle um sich herum wissen und spüren lassen. Und dann gibt es da noch die Nerds, die Außenseiter und Streber. Zu denen gehören eher Lorenz und seine Freunde. Doch Lorenz ist alles andere als auf den Mund gefallen. Kennt man es doch meist, dass Nerds den Kopf einziehen und versuchen sich unsichtbar zu machen, um ja nicht aufzufallen, stellt sich Lorenz denjenigen entgegen, die ihre Münder zu weit aufreißen. So auch Dannik, dem Chef der Prinzen, Lorenz hat keine Angst davor, sich gerade für seinen besten Freund Justus einzusetzen und ihn zu vertreidigen. So schnell lässt er sich nicht unterbuttern und scheut sich nicht davor, Dannik und seinen Freunden die Meinung zu geigen. Er schreckt auch nicht davor zurück, genau diesem das Leben zu retten, was plötzlich alles auf den Kopf stellt und mit einem Mal lernt er Dannik von einer ganz anderen Seite kennen.

Lorenz ist ein wirklich liebenswerter Charakter, engagiert, loyal seinen Freunden gegenüber auch seiner Familie, im Grunde handelt er immer richtig und macht kaum Fehler. Hin und wieder war es doch ein wenig zu perfekt und dadurch schnell langweilig, zumindest was Lorenz Seite betraf. Dannik ist eigentlich der Charakter, der am meisten etwas aus sich macht und an allem wächst. Es ist schon ein wenig Klischee, der böse Mobber, der durch eine besondere Tat eines Anderen, plötzlich merkt, was für ein Idiot er ist. Lorenz verhilft ihm dazu, endlich der zu sein, der er in Wirklichkeit ist. Zwar dauert es, bis er den Mut findet, sich seinen tyrannischen Freunden und seinen Eltern, die vor allem auf ihr Ansehen wert legen, zu stellen. Es ist nichts wirklich neues und doch mochte ich die Geschichte rund um Lorenz und Dannik. Meiner Meinung nach hätte die Geschichte an einigen Stellen gekürzt werden können, denn das Buch ist wirklich ein ganz schöner Schmöker, der sich teils in die Länge zieht aber ich hab die beiden gerne begleitet -besonders Dannik, auch wenn er einem klischeehaften Charakter entspricht. Er findet zusammen mit Lorenz seinen eigenen Weg, sich zu behaupten und sich endlich von all dem Druck auf ihn zu lösen. Ich dachte hin und wieder, dass Dannik noch mehr Steine in den Weg gelegt bekommt, vor allem von seinem Vater, aber er schafft es sich zu lösen.
Ich möchte dennoch erwähnen, dass ich Lorenz als Charakter mochte, ich wünschte, es gäbe mehr wie ihn. Die sich für ihre Freunde einsetzen und nicht davor zurückschrecken, den fiesen Mobbern entgegen zu treten. Auch wenn er meist das Richtige macht, kommt er dennoch ins Straucheln, wankt und grübelt. Gerade was Dannik betrifft, immerhin schafft er es anfangs nicht seinen Freunden von diesem zu erzählen. Er ist zwiegespalten, auf der einen Seite ist er seinen Freunden immer treu, vor allem Justus gegenüber aber er verliebt sich auch in Dannik. Dieser innere Kampf ist spannend zu verfolgen und wie er damit umgeht. Und nicht nur Dannik ist derjenige, der versuchen muss mit seiner Sexualität umzugehen, auch Lorenz ist noch neu auf dem Gebiet, was mir persönlich auch sehr gut gefallen hat, da es ja meist immer nur einen der beiden Protagonisten betrifft.

Wirklich gelungen finde ich auch die Einbringung der Nebencharaktere wie Lorenz´ Freunde, vor allem Justus, der eine bedeutende Rolle spielt. Aber auch Steffen, der eigentlich der größte Tyrann der Prinzen ist und egal was passiert, bei seiner Meinung bleibt, auch wenn ich denke, dass mehr dahinter steckt. Ich würde mich über eine Fortsetzung über Steffen freuen. Ich denke nämlich, wenn dieser die richtige Person trifft, könnte er eine enorme Wandlung durchmachen. Allerdings muss ich auch sagen, dass mir sowohl Justus als auch Steffen mit ihren Eigenarten ein wenig auf die Nerven gingen, sie waren das Extreme von ihren jeweiligen Eigenschaften. Zum Ende hin haben wir leider auch ein wenig sehr viel Drama um dann ein überschwengliches Happy End zu bekommen. Aber hin und wieder braucht man genau solche Bücher. Denn auch wenn man denkt, dass vieles klischeehaft erscheinen mag, kamen für mich doch hin und wieder überraschende Wendungen zutage. Ich dachte eigentlich oft genug, ich wüsste, wie es weitergeht und doch kam es anders. Die Entwicklung der Charaktere ist lesenswert, zumal nicht nur Lorenz und Dannik an sich arbeiten, auch in Justus steckt so viel mehr.

Eine gelungene Coming-out Geschichte mit einem flüssigen Schreibstil und vielen unterschiedlichen Charakteren, die alle etwas zur Geschichte beitragen.

Kritik:

Die Geschichte enthält viele Dinge, die man schon kennt und wikrlich neues passiert nichts. Die Charaktere sind entweder sehr gut oder sehr böse, es gibt selten etwas dazwischen. Dafür dass die Geschichte in der heutigen Zeit spielt, passt die Sprache der Jugendlichen nicht immer wirklich aber mich persönlich hat es nicht gestört.

Fazit:

“Prinzen und andere Probleme” ist eine gelungene Coming-out Geschichte über Prinzen, fiese Mobber, Nerds und die erste Liebe. Lorenz und seine Freunde sind die Nerds der Schule und geraten immer wieder mit den “Prinzen” aneinander, die Sportler, die sich für was besseres halten und im Grunde so gut wie jeden an der Schule tyrannisieren. Doch dann rettet Lorenz dem Chef der Bande das Leben und mit einem mal steht alles Kopf. Wie ist es, wenn man sich plötzlich in den Idioten verliebt, der ständig die eigenen Freunde ärgert? Wie ist es, jemanden zu finden, denn man so sehr liebt, dass man sich allem stellt, was einem jahrelang Angst gemacht hat und man zu feige war, endlich der zu sein, der man wirklich ist? Den Mut zu finden zu all dem zu stehen, den Mut zu finden seinen Freunden und seiner Familie zu sagen, dass man vielleicht schwul ist. Die einen nehmen es gut auf, die anderen nicht. Lorenz ein selbstbewusster Nerd, der sich auch Mobbern in den Weg stellt und Dannik, Chef der Prinzen, mit dem Traum Eishockey professionell zu spielen. Zwei Charaktere die erst zueinander finden müssen und denen immer wieder Steine in den Weg gelegt werden, bis sie endlich glücklich sein können. Aber nicht nur die beiden machen das Buch aus, gerade Justus ist so viel taffer als man denkt, gerade wenn es um seinen besten Freund Lorenz geht. Zwar ein richtiger Schmöker, der sich hin und wieder in die Länge zieht, doch ich hab die Geschichte von den beiden wirklich gerne mitverfolgt, wie beide ihren Weg meistern und sich gemeinsam dem ein oder anderen Hindernis entgegenstellen.

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