3 Wölfe · Challenge · Leseempfehlung · Rezension

“Hinter dem Nebel” – Saskia Diepold

©Klappentext, Cover & Zitat: Saskia Diepold

 

Ebook: 4,99 / Taschenbuch: 8,99

Seitenzahl: 285

Verlag: Selfpublished

Release: 1. Mai 2021

Genre: Romance, Fantasy

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bekommen, wofür ich mich nochmal ganz herzlich bedanken möchte, laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag unter “Werbung”.

 

 

Klappentext:

Denk an die oberste Regel! Erzähle niemandem davon!

Jahrelang wurde Lias dieses Gebot eingebläut. Keine Menschenseele soll von der Gabe erfahren, die ihn mit seinem Ziehvater Sam verbindet. Aber ist es gerecht, dass Lias in den Gedanken seines Freundes lesen kann wie in einem offenen Buch, während er selbst so ein großes Geheimnis mit sich herumträgt?
In einer schicksalsträchtigen Nacht entschließt er sich dazu, die oberste Regel zu brechen und seinem Freund Arian endlich die Wahrheit über sich zu erzählen. Dabei ahnt er nicht, welche Ereignisse er damit in Gang setzt.

Hinter dem Nebel beginnt Lias Suche nach der Wahrheit, nach seiner Liebe und nach sich selbst.

Zitat:

“Er war mein Freund, mein bester Freund und noch so viel mehr.”
“Ungebremst fiel ich ihm um den Hals und erschrocken ließ er die eben erworbenen Waren fallen. >>Arian! Endlich!<<.”
“Wie wäre es, wenn wir uns einfach neue Erinnerungen schaffen?”

Eigene Meinung:

Erzähle niemandem von unserer Gabe! Niemandem! Dies ist die oberste Regel!
Dieses Gebot wird Lias, seit er klein ist, von seinem Ziehvater Sam eingetrichtert. Niemand darf von seiner Gabe erfahren. Auch nicht sein bester Freund Arian, der doch so viel mehr ist als ein einfacher Freund. In diesem kann er lesen wie in einem offenen Buch, Gedanken und Gefühle. Doch als er es nicht mehr aushält und sich Arian anvertraut, brechen unerwartete Ereignisse aus. Lias muss fliehen, wobei er nicht nur herauszufinden versucht, wohin man Arian gebracht hat, sondern auch feststellen muss, dass er viele Dinge über sich selbst noch nicht wusste und dass es noch mehr Begabte gibt.

Die Geschichte beginnt mit einem kleinen Rückblick, in dem Lias erfährt, dass Sam die gleiche Begabung besitzt wie er. Doch im Gegensatz zu Lias sieht Sam die Gabe als Fluch. Warum, erzählt er natürlich erstmal nicht.  Allgemein lässt Sam Lias ziemlich im Unklaren, wer er eigentlich ist, woher er kommt, wer seine Eltern waren, warum er niemandem etwas von seiner Gabe erzählen darf und so weiter, natürlich damit wir als Leser auch erstmal im Unklaren bleiben, denn die Geschichte ist aus Lias Sicht verfasst. Lias empfindet Sams Verhalten als ungerecht und am Anfang verliert Sam auch immer mehr Sympathiepunkte beim Leser, vor allem dann als er gnadenlos in Lias Vorstand vordringt. Doch umso weiter die Geschichte vorranschreitet, umso mehr versteht man Sam, auch wenn sein Verhalten nicht immer richtig war.
Lias ist dafür, dass er mit Sam lange von Ort zu Ort pendelte, um nicht entdeckt zu werden und sehr zurückgezogen lebte, recht naiv, obwohl er eigentlich vorwiegend misstrauisch sein sollte. Das ist auch etwas, was mich während Lias Geschichte am meisten gestört hat. (Spoiler)Sein Handeln ist teilweise nicht nachvollziehbar, gerade im Bezug auf seinen angeblichen Vater Victoire. (Spoiler Ende) Er wird bezüglich dieses Mannes mehrmals vorgewarnt, doch er entscheidet sich dazu, sich nicht nur auf direktem Wege zu ihm zu begeben, sondern vertraut sich diesem an und erzählt ihm seine halbe Lebensgeschichte, da er angeblich die Hilfe dieses Mannes braucht. Ich habe letztendlich nicht verstanden, warum Lias unbedingt zu Victoire musste, denn am Ende bekommt Lias auch nur entscheidende Informationen, weil Victoire es will und dass Lias das nicht mal bedenkt, hat es für mich schwierig gemacht, mit Lias mitzufiebern.
Seine große Liebe Arian wird in dieser einen verhängnisvollen Nacht entführt. Anfangs fragt man sich noch warum, doch irgendwann bekommt man einen eindeutigen Hinweis, den sogar Lias hätte verstehen müssen, doch bis kurz vorm Ende bemerkt er nichts, sondern bleibt weiterhin recht naiv und hinterfragt keinerlei Handlungen von anderen Menschen. Da ist eine Person, die jahrelang versucht durch hinterlistige Vorgehensweise, die quasi Herrschaft an sich zu reißen und Lias erlebt diese Hinterlistigkeit hautnah, dennoch fragt er sich hin und wieder Dinge, die für mich nicht verständlich waren. Ob zum Beispiel Victoire ahnte, dass er Arian finden würde? Kein einziges Mal fragt er sich, ob dieser nicht vielleicht sogar dafür verantwortlich sein könnte, um Lias zu sich zu locken, was eigentlich recht offensichtlich ist.
So verliert das Buch leider recht schnell an Spannung und baute zumindest für mich auch keine auf. Vieles scheint so geschehen zu müssen, weil es angeblich keinerlei Alternativen gab?! Dadurch wirkt es vorhersehbar. Erst zum Ende hin gab es einen Augenblick bei dem ich mitgefiebert habe und wo ich das Gefühl hatte, ab hier geht es erst richtig los. Doch kaum begann diese Szenerie, war sie auch schon wieder vorbei. Das Buch folgt einem festgefahrenem roten Faden, wovon sie kein bisschen abweichen darf, weshalb Dinge geschehen müssen und Lias sich nicht allzu viele Gedanken machen darf.

Man hätte viel mehr aus der Geschichte rund um Lias machen können, viel detaillierter erzählen können, wie die Welt um ihn herum aussieht, eventuell auch wie sich Lias und Arian eigentlich kennen gelernt haben, wie sie sich ineinander verliebt haben. Doch so bleibt leider vieles recht oberflächlich, leb- und farblos, da sich die Geschichte vorwiegend um Lias dreht. Was an sich nichts negatives ist aber außer Arian und die Suche nach ihm, scheint er von der Welt rund um ihn herum wenig wahrnzunehmen oder nur das Nötigste, obwohl er das erste Mal auf sich allein gestellt ist. Dafür läuft auch vieles viel zu reibungslos, er bekommt Hilfe im rechten Augenblick, findet jemandem, der ihm einfach so bei der Suche hilft. Er muss sich kaum mit irgendwelchen wirklichen Gefahren auseinandersetzen, nur zum Ende hin muss er sich an einem Kampf beteiligen.
Auch als er Arian dann endlich natürlich wiederfindet, erwartet einem keine wirkliche Überraschung. Nur eine Tatsache aus der man wieder viel mehr hätte herausholen könnte. (Spoiler) Arian hat sein Gedächtnis verloren. Doch anstatt mitzuerleben, wie sich Arian eventuell nochmal ohne Erinnernungen in Lias verliebt, ist es plötzlich einfach so. Dafür wichtige Handlungen werden ziemlich kurz zusammen gefasst.(Spoiler Ende)

Die Grundidee des Buches hat mir dennoch sehr gut gefallen. Einige Menschen besitzen besondere Gaben. Anfangs dachte ich noch, dass jeder diesselbe besitzt wie Lias und Sam, doch dem war nicht so. Lias ist sogar etwas besonderes, was ich auf der einen Seite spannend aber auf der anderen Seite auch ein wenig klischee fand. In der Geschichte geht es vor allem um die Reise von Lias, wie er versucht herauszufinden, wohin man Arian gebracht hat, als auch um seine persönliche Entwicklung. Er erfährt nicht nur, dass es mehr Menschen gibt wie ihn, sondern auch, dass sie andere Fähigkeiten besitzen als er.

Eine Geschichte in der wirklich viel Potenzial steckte aber man nur sehr wenig genutzt hat. Möchte jemand in eine Fantasywelt abtauchen und das eher kurzweilig, eine Geschichte erleben, die nicht zu aufregend ist und man einfach mal was für Zwischendurch braucht, der kann gerne zu diesem Buch greifen.

Kritik:

Zum Einen besaß das Buch keinen wirklichen Spannungsbogen, die Geschichte plätscherte so vor sich dahin und auf den großen Höhepunkt wartet man vergebens, da vieles auch zu offensichtlich ist. Nur zum Ende hin ist eine kleine spannende Stelle. Zum Anderen ist der Protagonist trotz seiner jahrelangen Zurückgezogenheit recht naiv und kommt nur wenig misstrauisch rüber, obwohl er im Bezug auf eine Person mehrfach vorgewarnt wurde. Dabei blieb mir leider hin und wieder nichts anderes übrig als verständnislos den Kopf zu schütteln. Vieles für den Leser offensichtliche aber auch eigentlich für den Protagonsiten wird von diesem übersehen und nicht wahrgenommen, was leider hin und wieder sehr erzwungen wirkt, als dürfe er das nicht wahrnehmen, da sonst die Geschichte nicht funktioniert.

Fazit:

“Hinter dem Nebel” erzählt die Geschichte von Lias, der sich auf eine abenteuerliche Reise macht, um seine große Liebe Arian wiederzufinden, der seit einer verhängnisvollen Nacht im wahrsten Sinne des Wortes spurlos verschwunden ist. Nicht mal in den Erinnerungen der Menschen findet er ihn, obwohl er dort doch eigentlich vorhanden sein sollte. Das Einzige, was er dort vorfindet, ist Nebel. Lias hat eine besondere Begabung, doch schnell findet er heraus, dass er und sein Ziehvater Sam nicht die Einzigen sind, die diese Gabe besitzen. So begleiten wir Lias auf seiner Reise, auf der er nicht nur endlich so etwas findet wie Freunde, sondern auch endlich erfährt, wer er wirklich ist. Und irgendwo hinter dem Nebel befindet sich Arian, doch wo und warum wurde er aus den Erinnerungen gelöscht? Eine seichte Fantasygeschichte ohne wirklichen Spannungsbogen, dafür einen mutigen jungen Mann, der alle Hindernisse bewältigen will, um endlich mit seiner jahrelangen Liebe wieder vereint zu sein.

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