4 Wölfe · Kurzgeschichte · Leseempfehlung · Rezension

“Herr Holle: Ein etwas anderes Wintermärchen” – Akira Arenth

©Klappentext, Cover & Zitat: Akira Arenth

 

Ebook: 3,99 / Taschenbuch: 7,99

Seitenzahl: 172

Verlag: Selfpublished

Release: 15. Dezember 2020

Genre: Romance, Märchen, Fantasy, Humor

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bekommen, wofür ich mich nochmal ganz herzlich bedanken möchte, laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag unter “Werbung”.

Klappentext:

Wer kennt es nicht, das schöne Wintermärchen von Frau Holle, welche unerwarteten Besuch von der fleißigen Goldmarie bekommt, der kurz darauf ihre weniger emsige Konkurrentin folgt? Melvin und Memphis! Die beiden ungleichen Zwillinge haben keinen blassen Schimmer von dieser Geschichte und so können sie auch nicht wissen, dass die gute Frau Holle, die ja schon zu Zeiten der Maries eine alte Lady war, inzwischen im Ruhestand ist und ihre Rente auf Tahiti versäuft. An ihrer Stelle hat jetzt ihr Sohn Hardo (der Harte) Holle die Kontrolle über die mächtigen Flockenkissen und nimmt seit Jahrzehnten einen Goldsuchti nach dem nächsten in seinen Dienst. Als der ahnungslose Melvin durch eine unglückliche Verkettung von Umständen ebenfalls in Hardos Finger gerät, kann der Schneeexperte kaum fassen, dass doch noch einmal ein Unwissender sein Reich betritt. Alles läuft wie geschmiert. Melvin ist zwar ein kleiner Schisser, aber durchaus nett und fleißig und verdient sich so eine goldene Boxershorts. Als dann jedoch sein neidischer Zockerbruder Memphis auftaucht, geht ein Unwetter in Holles Gefühlswelt los, denn mit Memphis bekommt er einen Kotzbrocken-Pechboy ins Haus, der nicht nur Federn fliegen lässt …

Zitat:

“Der Zug ruckelt unsanft, als er weiterfährt, doch kaum hat er den Bahnhof verlassen, geht das Gerüttel in ein gleichmäßiges, beinahe sanftes Geschuckel über.”
“Ohne dass ich es steuern kann, drehe ich mich um und springe einfach dem Riesen an den Hals, um ihn wenigsten ein einziges Mal zu küssen.”
“>>Vor Glück<<, antworte ich nur und küsse ihn liebevoll auf die Wange.”

Eigene Meinung:

Goldlöckchen und Pechmarie oder sollte ich eher sagen, Melvin und Memphis. Zwei Zwillingsbrüder, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Melvin freut sich sehr darauf, Zeit bei seinem Vater und seinem Zwillingsbruder Memphis zu verbringen. Endlich mit dem Rest der Familie vereint. Doch es kommt alles anders als gedacht. Die beiden sind einfach nur gemein zu ihm und verlangen von ihm, die Hausarbeit zu machen, die mal dringend nötig ist. Bei dem Versuch wieder zu seiner Mutter zu fliehen, stolpert Melvin in einem Brunnen und findet sich an einem seltsamen Ort wieder. Eine sprechende Katze… ein Kater, wie auch immer und Hardo, der Sohn von Frau Holle, das erwartet Melvin in dieser obskuren Welt. Doch nicht nur er landet dort. Was genau hat es mit diesem wunderlichen Land auf sich und ist eine Überhäufung mit Gold wirklich immer ein Segen?

Nehmt dieses Buch nicht zu ernst. Nehmt es mit einem Schmunzeln in die Hand und lasst euch für einige Zeit einfach nur köstlich unterhalten. Ich kam aus dem Lachen auf jeden Fall nicht mehr raus. Diese Neuinterpretation vom Grimm-Märchen “Frau Holle” bzw. des Films von 1963 an dem sich das Autorenduo orientiert hat, ist eine wunderbare, humorvolle Lektüre für zwischendurch um einfach mal den ganzen Stress um sich herum zu vergessen und sich halb tot zu lachen. Bei einer Szene musste ich aufpassen vor lauter Lachen nicht zu ersticken, ich sage nur Memphis und das Brot. Dieser Humor trifft vielleicht nicht jeden Geschmack, meinen allerdings schon. Unglaubiges Betrachten der Wörter, Sätze, realisieren, was da gerade wirklich steht, um dann nur noch lachend den Kopf zu schütteln, das war die meiste meiner Reaktionen während des Lesens, aber auch grüblerisches Nachdenken.

Memphis und Melvin könnten unterschiedlicher nicht sein. Anfangs hatte ich wirklich Mitleid mit Melvin und konnte Memphis nicht ausstehen, doch im Laufe der Geschichte änderte sich das recht schnell. Niemals jemanden oberflächlich betrachten, immer mal einen Blick hinter die schützende Fassade werfen und den eigentlichen Menschen dort entdecken. Trotz weniger Buchseiten konnte mich Memphis ein wenig von sich überzeugen.

Aber auch nur ein wenig. Dadurch dass das Werk scheinbar nah an der Handlung des Films gehalten wurde, kam dadurch einiges recht kurz. Charakterentwicklung und vor allem die Gefühle. Ich konnte nicht wie sonst bei Akiras Werken mitfiebern und mitleiden. Durch abrupte Zeitsprünge blieb vieles auf der Strecke, vieles unbeantwortet und ich hab mich zwar über das Ende gefreut, also wie es ausgeht, aber es hinterließ nicht hundertprozentig das “Jetzt ist alles gut” Gefühl. Die Auseinandersetzung damit, was eigentlich passiert, sollte ein Mensch mit Pech oder Gold überschüttet werden, fand ich wirklich interessant und auch die Umsetzung dessen.

Die Lektüre ist mehr was für zwischendurch, um sich halb tot zu lachen und einfach mal das Märchen “Frau Holle” ganz anders zu erleben.

Kritik:

Ein Blick auf die Leseprobe könnte hier nicht schaden, ich denke, dass nicht jedem der Humor zusagt, den Akira Arenth hier an den Tag legt. Leider bleiben die Gefühle auf der Strecke und sind nicht wie sonst spürbar. Zwar ist es an den Film gehalten aber vielleicht hätte man davon ein wenig absehen können und noch ein wenig mehr reinstecken können. Denn das Werk hat neben dem Humor keinen großen Eindruck bei mir hinterlassen.

Fazit:

“Her Holle: Ein etwas anderes Wintermärchen” ist…. ein Lacher nach dem Anderen. Das fasst es ziemlich gut zusammen. Memphis und das Brot, wie oft habe ich diese Zeile gelesen und mich halb tot gelacht, einfache Situationskomik und ich fall voll drauf rein. Das grimmsche Märchen “Frau Holle” mal ganz anders, mit viel Humor, zwei eigenwilligen Brüdern, dem Sohn von Frau Holle, die ihre Rente auf Taihiti versäuft, einem individuellen Katerkatzentier und ganz viel Gold und Schnee. Ihr solltet nichts trinken, während ihr das lest, ihr spuckt eh wieder alles aus. Memphis und Melvin, unterschiedlicher könnten sie nicht sein aber man mag sie jeden auf seine Art. Herr Holle, der sich so durch seine Kissen schlägt, jede Pechmarie und jedes Goldlöckchen gleicht dem anderen und allmählich ödet ihn sein dasein an, bis Melvin und Memphis in sein Leben treten. Eine gelungene Lektüre für zwischendurch.

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