4 Wölfe · Challenge · Leseempfehlung · Rezension

“Guardians – Liams Erbe” – Nele Betra

©Klappentext, Cover & Zitat: Nele Betra

 

Ebook: 5,99 / Taschenbuch: 12,90

Seitenzahl: 418

Verlag: Selfpublished

Release: 3. Januar 2019

Genre: Urban Fantasy, Romance

 

 

Klappentext:

Im Leben eines jeden Menschen geschehen unerklärliche Dinge. Einige tun sie als Zufall ab. Andere schreiben sie einem göttlichen Wesen zu. Aber vermutlich würde niemand einer Geschichte Glauben schenken, die nicht allein von der Rettung der Menschenwelt erzählt, sondern ebenso des Anderlands, oder Tír na nÓg, wie es von seinen Bewohnern genannt wird.

Hätte Liam all das nicht leibhaftig miterlebt, würde er es wohl selbst als Unfug abtun und darüber lachen.

Neugierig? Gut, dann begleitet ihn auf eine spannende Reise und lasst euch erzählen, wie es wirklich war, und zwar von Anfang an.

Kann Liam mit der Wahrheit leben? Wird er sein Erbe als Wächter antreten? Und was noch viel wichtiger ist, findet er seine wahre Liebe?

Zitat:

“Wenn in der düsteren Stunde ein Funken Freude – und sei es nur ein Glimmen – die Dunkelheit vertreibt, kann es nur ein gutes Ende nehmen, oder?”

Eigene Meinung:

Liam, ein blinder Musiker lernt seinen Nachbarn Connor kennen, der ihn in eine ihm vollkommen fremde Welt entführt. Die Autorin nimmt uns mit in das Anderland oder von seinen Einwohnern Tír na nÓg genannt, in dem die Sighe leben. Diese haben die so genannten Wächterclans bestimmt, die das Portal zu ihre Welt bewachen.
Liam erfährt durch Connor, dass er mehr dazu gehört, als er ahnt und auch Connor ist mehr für ihn, als er anfangs denkt.
Anfangs hatte ich Schwierigkeiten in die Geschichte hinein zu finden. In den ersten Kapiteln häufen sich die Fragen an, werden aber kaum beantwortet, doch man sollte am Ball bleiben, denn nach dem ersten Viertel geht es erst richtig los. Manch einer wird es vermissen aber ich muss sagen, der fehlende überzogene Spannungsbogen hat mir gut gefallen, man wird in Liams Welt entführt, der genauso wie wir überhäuft ist mit Fragen und dann plötzlich klärt sich alles auf und wir tauchen immer weiter in die Anderlands ein.
Mich hat die Geschichte durch liebevoll ausgearbeitete Protagonisten aber auch Nebencharaktere überzeugt. Nicht nur Liam und Connor, aus deren Sicht die Geschichte abwechselnd erzählt wird, wachsen einem im Laufe ihrer Reise ans Herz, auch Connors Schwester Lia sowie der hitzköpfige Brody, als auch die quirlige Ally, die fürsorgliche Belana und der charmante Farian wachsen einem sehr schnell ans Herz. Liam macht in der Geschichte eine spürbare Entwicklung durch, die gerade zum Ende hin deutlich erkennbar ist. Schon zu Anfang zeigt er eine, gerade von Connor wahrgenommene, Stärke, da er sein Leben trotz seines fehlenden Augenlichts mit Bravour meistert. Er hat gelernt sich auf bestimmte Geräusche zu konzentrieren, doch er weiß noch nicht, dass er mit seinem musikalischem Talent viel mehr bewirken kann. Er besitzt noch andere Fähigkeiten, die er sich nicht erklären kann und erst durch Connor und die Anderen lernt er, was es bedeutet ein Wächter zu sein. Er nimmt vieles meist einfach so hin, wie es ist, was nicht immer ganz nachvollziehbar und realistisch ist, doch zu anderen markanten Situationen sich einbringt.
Der detaillierte aber nicht zu ausführliche Schreibstil lässt einen regelrecht in die faszinierende Welt von Tír na nÓg abtauchen und auch die Gefühle werden einem Nahe gebracht und nicht nur die von Liam und Connor, auch die Nebencharaktere kamen nicht zu kurz, was das Bild wunderbar abgerundet hat. Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive sowohl bei Liam als auch bei Connor geschrieben ist, taucht man mit ihnen noch tiefer ins Geschehen und ihre Gefühle ein und der Schreibstil wird auch dem jeweiligen Charakter angepasst, was das die Geschehnisse authentisch und charakternah rüber bringt.
Liam und Connor verbindet so viel mehr und im Laufe ihrer Geschichte kommen immer wieder weitere Kleinigkeiten hinzu, die zeigen, dass die beiden füreinander bestimmt sind.
Wir kennen Drachen, Elfen, Zwerge usw., was auch gut mit Urban Fantasy vermischt werden kann, hier hat die Autorin was erfrischend Neues erfunden, auch wenn es bestimmt welche gibt, die so ähnliche Geschichten kennen. Dennoch wurden verschiedene Elemente neu zusammen gepuzzeltk die ein angenehmes Fantasyabenteuer ergeben. Die Wächter besitzen unterschiedliche Fähigkeiten, die es so noch nicht gab, außer eventuell die von Lia, doch Liams Gabe ist was ganz besonderes, doch auch Connor hat gerade für Liam eine bedeutende Gabe.
In der Geschichte geht es hauptsächlich um Liams Entwicklung und die Beziehung der beiden, der Kampf um die Anderwelt gerät mehr in den Hintergrund und wird zum Ende hin recht schnell abgehandelt, doch das hat mich persönlich nicht gestört. Viel spannender sind Liams Entscheidungen, denn durch einen tragischen Verlust wirft er seine eigenen Prinzipien über den Haufen, was ihn menschlicher und sympathischer macht. Die Charaktere handeln nachvollziehbar und es wirkt nichts erzwungen.

Kritik:

Mir persönlich hat der Anfang Schwierigkeiten bereitet. Ich habe ein paar Kapitel gebraucht um rein zu kommen. Die anfänglichen Geschehnisse wirken konfus und zusammen gewürfelt und haben mich durcheinander gebracht. Ich habe das Buch ein Weilchen zur Seite gelegt um mich dann nochmal rein zu wursteln.

Es könnte der gewünschte Spannungsbogen außerdem fehlen und der sogenannte Endkampf fällt eher mau aus. Die Geschichte hat keinen wirklichen Höhepunkt, vielleicht für den einen schon aber das sollte jeder selbst raus finden. Mich persönlich hat es, wie gesagt, nicht gestört.

Negativ könnte auch auffallen, dass dem Protagonisten sprich Liam alles zufällt. Er weiß, er hat die Liebe seines Lebens vor sich, die besten Freunde, die er je bekommen könnte und auch seine Familie kommt ohne große Schwierigkeiten zusammen. Den antagonisten besiegt er gefühlt mit einem Fingerschnipsen.

Fazit:

Mit “Guardians – Liams Erbe” entführt uns die Autorin ins sogenannte Anderlands. Liam, der diese Welt noch gar nicht kennt und nichts davon ahnt, nimmt uns mit auf seine Reise in diese außergewöhnliche Welt. Nach einem für mich eher holprigen Start nimmt die Geschichte dann doch ordentlich an Schwung auf. Also sollte man am Ball bleiben ;). Ich fand den teils fehlenden Höhepunkt des Spannungsbogen nicht schlimm, ich fand es sehr angenehm, die eher dahinplätschernde und doch gefühlvolle Reise von Liam und Connor zu verfolgen. Überzeugt hat mich die Geschichte durch einen flüssigen, nicht zu ausführlichen und doch gefühlvollen Schreibstil und die liebevoll ausgearbeiteten Charaktere. Nicht nur die Protagonisten haben mich gefangen genommen, auch die charmanten, quirligen und sturköpfigen Nebencharakte habe ich schnell ins Herz geschlossen. Die Beziehung von Liam und Connor bildet den Mittelpunkt der Geschichte, sowie Liams Erlebnisse der Geschehnisse. Auch die Nebencharaktere kommen nicht zu kurz, wir erfahren zwar keine ausschweifende Hintergrundgeschichten, doch sie bekommen eine Chance sich zu entwickeln, zu überzeugen und auf die Liebe ihres Lebens, auch ihre Gefühle werden dem Leser genügend nahe gebracht. Es handelt sich hier um einen Urban Fantasy Roman, der für mich ein paar neue Elemente hatte und altbekannte neu zusammen gepuzzelt hat. 

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