4 Wölfe · Leseempfehlung · Rezension

“Camp: queerfeldein führt auch ein Weg” – L.C. Rosen

©Klappentext, Cover & Zitat: Second Chances Verlag

 

Ebook: 6,99 / Taschenbuch: 14,00

Seitenzahl: 361

Verlag: Second Chances Verlag

Release: 25. Mai 2022

Genre: Romance, Humor, Young Adult, Coming of Age, Contemporary

 

Klappentext:

Der sechzehnjährige Randy Kapplehoff freut sich schon sehr auf die Sommerferien in Camp Outland, einem Ferienlager für queere Teenager. Dort hat er seine besten Freunde kennengelernt. Dort stand er zum ersten Mal in einem Musical auf der Bühne. Und dort hat er sich in Hudson Aaronson-Lim verliebt. Allerdings steht Hudson nur auf maskuline Macho-Jungs, der sensible, exzentrische Randy ist für ihn so gut wie unsichtbar.

Dieses Jahr soll jedoch alles anders werden. Randy hat sich als Del neu erfunden. Del ist muskulös, männlich und Single. Und fest entschlossen, Hudsons Herz zu gewinnen, auch wenn das bedeutet, dass er auf Musicals, Nagellack und seine Einhorn-Bettwäsche verzichten muss.

Als er und Hudson sich tatsächlich näherkommen, muss sich Randy jedoch fragen, ob er wirklich bereit ist, sich im Namen der Liebe selbst zu verleugnen. Kann es überhaupt wahre Liebe sein, wenn Hudson gar nicht weiß, wer und wie er wirklich ist? Und weiß er tatsächlich so viel über Hudson, wie er glaubt?

Zitat:

“Ich drehe mich um, und da steht er. Hudson Aaronson-Lim in all seiner Pracht.”
“Ich habe dir Sachen erzählt, die ich noch nie zu jemandem gesagt habe, nicht mal zu Brad, und du bist näher an mich rangekommen als irgendwer sonst in meinem Leben.”
“Alles vermischt sich miteinander, und ich sehe ein Leben vor mir, eine Zukunft. Freiheit, Liebe .. Nein, besser als das. Es riecht wie ein Zuhause.”

Eigene Meinung:

Wie jedes Jahr freut sich der sechzehnjährige Randy Kapplehoff auf seine Sommerferien, denn in diesen besucht er das Camp Outland, ein Ferienlager für queere Teenager. Nicht nur, dass er seine besten Freunde dort wiedersieht, er nimmt auch an den Musicals als Schauspieler teil. Außerdem hat er sich dort in Hudson Aaronson-Lim verliebt und Randy hat dieses Jahr einen Plan, einen Plan, um Hudsons Herz zu gewinnen. Denn Hudson steht auf maskuline Macho-Jungs, leider das genaue Gegenteil von Randy, der gerne tanzt, lange Haare hat, ein bisschen pummelig ist und sich gerne die Fingernägel lackiert und seine Einhorn-Bettwäsche liebt. Doch dieses Jahr verzichtet er auf all das, alles für seinen Plan, in dem sich Hudson in ihn verlieben soll. Ob der Plan funktioniert?

Ein herrlich lustiges queeres Buch hat der Second Chances Verlag da übersetzt. Mit viel Komik, Liebe aber auch einem ernsten Thema und leider ein bisschen Klischee.

Randy Kapplehof liebt Nagellack, seine Einhorn-Bettwäsche und singt und tanzt am liebsten zu Musicals. Nachdem er im letzten Jahr in Camp Outland eine große Rolle und Standing Ovation bekommen hat, sollte man doch meinen, auch dieses Jahr wird Musical wieder sein Ding sein. Doch weit gefehlt, dieses Jahr dreht sich alles um die große Liebe. Der Plan steht fest. Dieses Jahr ist er nicht mehr Randy sondern Del und steht auf alle Sportaktivitäten, den Hindernisparcour und alles was “männlich'” ist, er wurde vom Pummelchen zum maskulinen Macho-Jungen und Nagellack und Einhorn-Bettwäsche sind dieses Jahr out.

Und das alles für die Liebe. Ich wollte Randy ganz oft durchschütteln, da er sich immer wieder selbst sagte, der Plan würde schon funktionieren. Doch gleichzeitig zeigt es deutlich, dass er einfach noch ein Teenager ist, der sich verliebt hat. Er macht Fehler, landet in Sackgassen und lernt durch jeden falschen Schritt und das macht Randy so authentisch. Ja seine Idee ist verrückt aber es passt einfach, denn seien wir mal ehrlich, wer hat als Teenie, wenn er verliebt war, nicht schonmal verrückte Sachen gemacht. Doch gleichzeitig zeigen ihm seine Freunde auf, zu welchen Komplikationen sein Plan führen kann. Denn Hudson würde sich in eine falsche Version von Randy verlieben, denn ist Del wirklich ein Teil von Randell? Doch Randy merkt selber, dass vielleicht nicht nur das Musical etwas für ihn ist. Er wächst über sich selbst hinaus, lernt sich selbst besser kennen und macht seine ganz eigene Entwicklung durch.

Was mir gut gefallen hat, war dieser bunte, queere Mix, es gab nicht nur schwul und lesbisch, sondern auch trans, demisexuell, asexuell und und und, alles mögliche lernt man in dem Buch kennen. Doch gleichzeitig lernte man vorwiegend die Klischees kennen. Hudson ist maskulin und möchte nicht “tuntig” wirken, er mag Sport und Fitness, Tränen darf man nicht zeigen. Auf der anderen Seite ist dort die Musical-Hütte, alles ist bunt, extravagant, Nagellack, Einhörner, das richtige, schwungvolle Öffnen eines Fächers. Zwei sehr gegensätzliche Klischees. Als gäbe es nur das ein oder andere. Schwarz und weiß aber grau?

Doch nicht nur Hudson und Del haben der Geschichte Leben eingehaucht. Ob Randys Freunde George und Ashleigh, die beide ihre eigene kleine Liebesgeschichte bekommen und ihre Sorgen haben, oder Brad, der beste Freund von Hudson, der auch einen erheblichen Teil beiträgt oder die Betreuer, die alle entweder Randy einen guten Tipp geben, mit Rat und Tat zur Seite stehen und von denen man auch das ein oder andere erfährt. Sie bleiben weder blass noch farblos. Außerdem zeigen sie Randy auch andere Konsequenzen seines Handeln auf. Zwar gelingt es Randell als Del, Hudson besser kennen zu lernen, doch gleichzeitig… was ist mit seinen Freunden? Sind sie nur Statisten in seinem Stück? Was man sich auf jeden Fall nicht entgehen lassen sollte, ist Mark als Drag ;).

Wirklich gelungen empfand ich auch die Übersetung. Es ließ sich flüssig lesen und der Humor ging nicht verloren. Man findet schnell in die Geschichte und begleitet Hudson und Randell unglaublich gerne. Randell hat seinen ganz eigenen Humor und seine ganz eigene Sicht der Dinge. Er hat seine Zweifel und Ängste, Wünsche und Träume, Unverständnis und Trotz. All das macht Randy aus und begleitet ihn die Geschichte über. Eigentlich hat er sich selbst gefunden, doch Hudson von sich zu überzeugen, zeigt ihm selbst nochmal ganz andere Seiten von sich selbst und auch dass er zu mehr fähig ist, als er bisher ahnte.

Eine wirklich schöne, bunte, queere Geschichte über das Verliebtsein, der Selbstfindung und den Mut zu sich und seinen Wünschen und Träumen zu stehen.

Fazit:

“Camp: queerfeldein führt auch ein Weg”eine lustig, bunte, verrückte Geschichte über den sechzehnjährigen Randell Kapplehoff, der glitzerbunten Nagellack entsagt, seine Einhorn-Bettwäsche diesmal nicht mit ins Camp nimmt, sich seine Haare kurz schneidet und ein Jahr lang sich einen Waschbrettbauch antrainiert hat. Aber wofür das alles? Für die Liebe natürlich, damit seine Liebe Hudson ihn endlich bemerkt und sich in ihn verliebt. Randy hat er bisher nicht wahrgenommen aber Del…Del wird er wahrnehmen und wenn er sich in Del verliebt, wird er sich auch bestimmt in Randy verlieben, oder?  Wie sehr sollte man sich verändern, nur um die Liebe seines Lebens auf sich aufmerksam zu machen? Will man wirklich wer anderes sein und nicht man selbst? Kann so ein Plan funktionieren? Wie weit würde man gehen, damit sich der Andere endlich in einen verliebt? Als ich das Wort Ende las, hab ich mir gewünscht, selbst so ein tolles, verrücktes Camp besuchen zu können.

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