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“Tödlicher Rosenkranz” – Wolfgang Brosche

©Klappentext, Cover & Zitat: Himmelstürmer Verlag

 

Ebook: 12,99 / Taschenbuch: 14,90

Seitenzahl: 260

Verlag: Himmelstürmer Verlag

Release: 26. Februar 2016

Genre: Krimi, Drama

Klappentext:

Kommissar Thomas Grund trinkt zu viel, schläft kaum – und wenn hat er Alpträume. Eigentlich ist er in seine Heimatstadt Paderborn zurückgekehrt, um diese Probleme anzugehen. Doch schon der erste Mordfall, den er in Paderborn lösen muss, bringt ihn aus dem Gleichgewicht. Das Opfer war ein Schulfreund: Ein Schuss in den Hinterkopf, der Schädel gesprengt, die Füße grausam verstümmelt und daneben ein Rosenkranz vom Mörder bei der Leiche zurückgelassen.

Zitat:

” Grund ergriff sie und zog den jungen Mann an sich und küsste ihn, nicht lange, nicht spektakulär, es war ein Durchbruch zur Nähe.”
“Es muss ein Ende sein mit der Unzucht und den widernatürlichen Kotstechern.”

Eigene Meinung:

Dieses Buch so sei vorweg gesagt, ist nichts für schwache Gemüter. Der Autor hat sich ausgiebig mit dem Thema Missbrauch in der katholischen Kirche und Hasshetze seitens der Kirche gegen Homosexuelle befasst. Unverblümt beschreibt der Autor die Mordfälle und das übelerregende Gedankengut der katholischen Fanatiker gegenüber Homosexuelle. Man sollte sich schon sehr bewusst entscheiden, dieses Buch in die Hand zu nehmen. Der Kriminalfall iist teilweise recht vorhersehbar für manch anderen eventuell aber auch nicht. Nicht alles deutet immer auf den einen Täter hin. Die Geschichte wird sowohl aus der Perspektive des Kriminalkommissars Thomas Grund erzählt, der durch die Mordfälle mit seiner grausamen Vergangenheit konfrontiert wird. Der Kommissar ist dem Alkohol verfallen und gefangen in einer Spirale aus Albträumen und Erinnerungsfetzen. Durch die Mordfälle und einer unerwarteten Unterstützung, macht der Charakter eine Wandlung durch, die ihn aus dieser Spirale befreit. Nicht jeder braucht einen Therapeuten, aber ich hoffe, dass sich Thomas noch einen suchen wird, denn nur durch die Unterstützung allein, wird er das Geschehene niemals wirklich verarbeiten. Auf der anderen Seite erfahren wir auch die Geschehnisse aus der Sicht des Mörders, wodurch uns die Details der Morde sehr genau erzählt werden und einem ganz schön unter die Haut gehen. Die Hasshetzen der katholischen Charaktere in diesem Buch erleben wir auch hautnah, nach einer gewissen Zeit kann man über so viel Dummheit nur noch lachen aber dennoch sollte man sich bewusst sein, dass es Menschen gibt, die wirklich sowas denken und genau das hat mich bei diesem Buch angesprochen, weil sich da jemand ernsthaft mit diesem mehr als grausamen Thema auseinander setzt. Dieser Roman zeigt, was Missbrauch, Missachtung, Ignoranz, Verleumdung und Verdrängung für Monster erschaffen kann. Das Schlimmste an diesem Buch ist, dass es Menschen gibt, die wirklich so denken und die auch so von sich selbst denken, dass sie nicht schuld daran haben, was den Kindern zu gestoßen ist, immerhin wurden die Geistlichen von den Kindern verführt.

Mich hat der unverblümte und detaillreiche Schreibstil des Autors sehr angesprochen, er verschönigt nichts und zeigt uns die grausame Wahrheit und Realität. Für viele wird das nichts sein aber nicht immer ist alles rosig und für mich ist das Buch ein Wachrütteln und ein Gedenken an die Opfer, die unter solch einer Heuchelei leiden. Ich hatte während des Lesens das Gefühl, als erzähle uns der Autor eine wahre Geschichte, die sich genauso zugetragen hat.
Anhand von Thomas Grund und Felix Rubix werden uns zwei Möglichkeiten gezeigt, wie sich der Missbrauch auf die Psyche auswirken kann. Thomas Grund arbeitet mit den Mordfällen seine Vergangeheit auf und durch einen unerwarteten Verbündeten kann er sein Trauma ein wenig bewältigen, er schafft es nach und nach zu sich selbst und seiner Homosexualität zu stehen. Ein doch recht außergewöhnliches Buch, das sich gerade mit der Psyche des Menschen befasst und aufzeigt, wie ein Leben nach so einem Vorfall weiter verlaufen kann.

Kritik:

Der Kriminalfall könnte für den ein oder anderen sehr vorraussichtlich sein und derjenige wird kaum Überraschungen erleben. Wie gesagt, das Buch ist nichts für schwache Gemüter, man wird mit Hass und makabren Mordfällen konfrontiert. Gerade die Hetze gegenüber Schwulen sind kaum aus zu halten.

Man kann oft durcheinander kommen, da die Rückblenden nicht gekennzeichnet sind und manchmal ändert sich während des Textes einfach die Sichtweise, was einen durcheinander bringt aber einen nicht wirklich raus bringt.

Fazit:

“Tödlicher Rosenkranz” ist kein Roman mit rosarot und Friede, Freude Eierkuchen. Der Autor erzählt uns einen leicht vorhersehbaren Kriminalfall und über die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Er hat sich ernsthaft damit auseinander gesetzt und zeigt auf, welche unterschiedlichen Auswirkungen dies auf die Opfer haben kann. Das Buch ist nichts für schwache Nerven, da die Mordfälle auch aus der Sicht des Täters erzählt werden und somit unverblümt und detailliert nieder geschrieben sind. Auch die Gedanken des Täters erfahren wir, die schon vor Hass gegenüber Homosexuellen nur so triefen, doch uns wird auch noch die Sicht von der katholischen fanatischen Seite aus erzählt. Somit wird der Leser mit Hasshetze und widerlichen Gedankengut konfrontiert. Doch genau das hat diese Geschichte ausgemacht, es zeigt auf, dass die Realität nicht immer rosig ist und warnt uns vor der eigentlichen Gefahr. Ich möchte aber hiermit noch erwähnen, dass nicht alle Gläubigen so sind und es viele schon gibt, die Homosexualität offen gegenüber treten, doch man sollte niemals vergessen, dass es Menschen gibt, die mit ihrem Hass regelrechte Albträume und Monster erschaffen können. Für einige wird dies nichts sein, denn selbst mir haben die Denkweisen sehr auf den Magen geschlagen, man sollte sich also mehr als dreimal überlegen, ob man dieses Buch zur Hand nimmt. Der Autor hat sich außerdem mit der menschlichen Psyche auseinander gesetzt und zeigt auf, wie unterschiedlich sich Menschen entwickeln können. Am Ende des Romans erleben wir, dass sich der Kriminalkommissar im Laufe der Geschichte eine große Wandlung durchgemacht hat und beweist große Stärke und hält endlich zu sich selbst. Es ist ein sehr realitätsnahes Buch, das nichts verschönigt. 

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