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“Liebe kennt kein Handicap” – Elisa Schwarz

©Klappentext, Cover & Zitat: Elisa Schwarz

 

Ebook: 6,99 / Taschenbuch:

Seitenzahl: 388

Verlag: Selfpublished

Release: 1. April 2021

Genre: Romance, Drama, Contemporary

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bekommen, wofür ich mich nochmal ganz herzlich bedanken möchte, laut Gesetzgebung fällt dieser Beitrag unter “Werbung”.

Klappentext:

Es liegt klar auf der Hand: Jemanden zu heiraten, den man nicht liebt, ist sicher weniger beschissen, als jemanden wie mich in sein Leben zu lassen.

You only live once! Nach diesem Motto lebt Nathan seit Jahren mit seiner Krankheit. Entscheidungen trifft er grundsätzlich unter dem Aspekt, voll dahinter zu stehen und niemals etwas zu bereuen. Jede Minute ist kostbar und jeder Tag steht unter dem Stern, das Leben zu genießen. Denn an seinem Handicap kann er nichts ändern und mit der Diagnose Hirntumor hat er sich ausgesöhnt.
Doch nachdem ein Clubabend schlecht für Nathan endet und er von Devin, einem verhassten Bekannten seines besten Freundes, unerwartet Hilfe erhält, gerät sein bisheriges Leben ins Wanken. Nicht nur, dass er sich plötzlich wieder um seine Gesundheit sorgen muss, übt Devin eine Faszination auf ihn aus, der er sich nur schwer entziehen kann. Dabei hat Devin seine eigenen Baustellen und in seinem Leben keinen Platz für eine Liebesbeziehung. Hinzu kommt, dass Nathan es kaum mit seinem Gewissen vereinbaren kann, jemanden emotional an sich zu binden. Ist es fair, Devin von sich zu überzeugen, in dem Wissen, ihn irgendwann zurücklassen zu müssen?

Zitat:

“Energisch stellt er das Glas ab, greift in meinen Nacken und presst seine Lippen hart auf meine.”
“Dann mach jetzt. Lass mich den ganzen Scheiß vergessen.”
“Den mir wichtigsten Menschen habe ich nah bei mir.”

Eigene Meinung:

Du lebst nur einmal, dein Leben könnte morgen schon enden, also nutze jeden Tag, als wäre er dein Letzter und steh zu deinen Entscheidungen und bereue nichts. Seit der Diagnose Hirntumor lebt Nathan nach diesem Motto und lässt sich von nichts und niemanden davon abbringen.
Ein schlecht verlaufender Abend in einem Club, eine unerwartete Rettung, ein Moment, eine Person, die sein Leben völlig aus der Bahn werfen. Jahrelang lief es gut mit seiner Krankheit, doch ganz plötzlich muss er wieder um seine Gesundheit bangen. Und dann ist da noch Devin, ein verhasster Bekannter von Severin, Nathans bester Freund, der ihm aber unerwartet zur Hilfe eilt, als sein langjähriger Begleiter – der Tumor – wieder zu schlägt. Aber auch sein Herz mischt mit, denn Devin weckt unvermutet Gefühle in ihm. Doch Devin hat auch seine eigenen Baustellen in seinem Leben, eine ernsthafte Liebesbeziehung und dann noch zu einem Mann, undenkbar.

Es ist sehr lange her, dass ich die Geschichte zu Severin und Enno gelesen habe, in der Devin und auch Nathan schon erwähnt wurden. Ich wusste noch, Nathan mochte ich sehr gerne, also war ich nun doppelt gespannt auf seine Geschichte. Leider fiel es mir anfangs sehr sehr schwer in das Buch rein zu kommen. Man hatte in den ersten Seiten das Gefühl, man müsste die anwesenden Charaktere kennen, um mit ihnen warm werden zu können. Ich habe sogar nochmal im vorigen Band reingeblättert, um ein paar Passagen über Devin nachzulesen, da wir in diesem Buch Dinge über ihn erfahren, die im vorigen Band angesprochen wurden und leider werden sie hier so aufgefasst, als müsse man es wissen und das Buch am besten noch kurz vorher gelesen haben.  Ich vermute, dass man viel stärker hätte mit fiebern können, wenn man das Buch rund um Severin und Enno gelesen hat, denn ich konnte mich grob noch erinnern, dass Devin dort als ziemliches A… abgestempelt wurde und man ihn so auch kennen lernt.
Doch bevor jetzt einige schon gefrustet das Buch wieder zur Seite legen und erst gar nicht anfangen. Erstaunlicherweise ist es nach ein paar Seiten egal, ob man das vorigen Buch kennt oder nicht, denn man findet schnell ins Geschehen, womit ich nicht gerechnet habe. Ich hatte erst die Befürchtung, dass mich das Buch nun gar nicht mehr fesseln könnte. Ha weit gefehlt.

Ich wusste noch, dass ich Nathan schon in Severins und Ennos Geschichte sehr mochte und hier setzt es sich fort. Es ist seine gesamte Art. Hin und wieder ist er mir manchmal sehr sturkopfig, aber letztendlich kann man ihn auch einfach gut verstehen. Ja er hat eine Krankheit, er kann auch verstehen, dass sich die Menschen um ihn herum um ihn sorgen, doch er will sich nicht von dem gefangen nehmen lassen. Er will nicht, dass der Tumor sein Leben bestimmt und er will sich von diesem auch sein Leben vor allem nicht kaputt machen lassen. Ich persönlich wüsste nicht, wie ich mich nach einer so schweren Diagnose verhalten würde, weshalb er hierfür und auch die Menschen da draußen mit demselben Schicksal, meinen größten Repekt haben. Doch auch Nathan muss lernen. Ja er hat gelernt mit der Krankheit umzugehen, doch woran es bei ihm noch ein wenig hapert ist einmal die Ansicht über sich selbst aber auch den Umgang mit seinen Mitmenschen, vor allem diejenigen, die ihm nahe stehen.
Devin ist nochmal eine ganz andere Baustelle. Dieses Ganze, er kann nicht offen schwul leben, weil seine Eltern damit ein Problem haben, ist nichts neues, aber die Autorin setzt dieses Thema mit Devin wirklich gelungen um. Bei Devin weiß man selbst als Leser lange nicht, will er das alles wirklich, wird er je zu sich selbst stehen können, wird er sich jemals diesen Schritt wagen oder wird er immer im Schatten stehen bleiben und sich nicht nach draußen wagen. Genau das mochte ich auch an Devin, man ist sich einfach nicht sicher, man bangt jede Seite mit und hofft, dass er sich richtig entscheidet.
Während ich weder mit Severin noch Enno in ihrem eigenen Buch klar kam, gefiel mir Severin hier in Nathans Geschichte wirklich gut. Ja er mag anhänglich rüber kommen, aber man kann es nachvollziehen und verstehen. Enno bleibt hier weiterhin recht blass und ich glaube, ich persönlich werde mich nie zu hundert Prozent mit ihm anfreunden. Mir fegiel hier Nathan auf jeden Fall sehr, einfach seine Art, seine Fürsorge, sein immer zur Stelle sein, seine Geduld und auch er muss noch lernen, er muss loslassen und sich auch mal um sich selbst kümmern. Bei der innigen Beziehung zwischen Severin und Nathan wundert es mich ehrlich gesagt, dass die beiden nicht zusammen kommen. Was ich an dieser Stelle auch ein klein wenig bemängeln möchte aber das ist wirklich meckern auf hohem Niveau: Severin und Nathans Beziehung wird hier so intensiv dargstellt, dass an einigen Stellen Devins und Nathans aber vor allem auch Ennos und Severins verblassen. Aber keine Sorge Devin weiß schon wie er sich seinen Platz einholt und wie er auf seine Art um Nathan kämpft. Er lässt sich den Platz neben Nathan nicht so schnell streitig machen.

An dieser Stelle ein Lob an die Autorin wie intensiv sie sich mit dem Thema Hirntumor befasst hat und wie sie es schafft, trotz der Endgültigkeit so viel Hoffnung reinzubringen. Man weiß nach dem Beenden des Buches, es wird weiter gehen, man weiß vielleicht nicht, wie lange, aber Nathan wird noch genügend Zeit haben, wirklich glücklich zu werden. Nathans Schicksal ging mir wirklich nahe aber mit Devin, Severin und Nathans Eltern zusammen schafft er es stark zu bleiben und sein Leben so weit er kann zu leben. Selbst durch kleine Gesten, kleinere Szenarien ja selbst durch die Sexszenen spürt man, wie intensiv Nathan das Leben noch wahrnehmen will, die Autorin hat in jedes noch so kleine Detail viel Gefühl und Emotionen gesteckt und man war einfach ganz nah bei Nathan, wie er denkt, wie er fühlt, wie er bangt, hofft, Ängste aussteht und dann letztendlich über seinen eigenen Schatten springt, um sein Leben zu genießen.

Die Geschichte rund um Nathan und Devin hat mich auf jeden Fall sehr berührt und selbst nach dem Beenden des Buches bin ich noch mit dem Gedanken bei den beiden, was mir nicht oft passiert.

Kritik:

Ohne den vorigen Teil gelesen zu haben, ist es am Anfang schwer in die Geschichte rund um Nathan und Devin reinzufinden. Alle Charaktere werden natürlich schon vorher erwähnt. Nathan lernt man in der geschichte rund um severin und Enno schon kennen und auch Devin hat seine ersten Gastauftritte, die auch gut zeigen, warum man Devin anfangs für einen A… hält. Er kommt recht arrogant und eingebildet rüber und scheint sich angeblich nicht wirklich um andere zu scheren. So steht man am Anfang dieses Buch etwas ratlos da und es geht eher holprig voran,

Fazit:

“Liebe kennt kein Handicap” eine Geschichte, die mich selbst nach dem Beenden noch gefangen hält. Wie würde ich mich selbst verhalten, sollte ich dieselbe Diagnose erhalten wie Nathan, um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht. Nathan ist für mich auf jeden Fall der Held der Geschichte. Ja er ist auch mal ein ziemlicher Sutrkopf und tatsächlich auch ein wenig anstrengend aber man kann vieles nachvollziehen und er lebt nun mal sein Leben als wäre jeder Tag sein Letzter. Hat man die anfänglichen Irrungen und Wirrungen überstanden, klebt man förmlich an den Seiten. Ist ja nicht so, als wäre Nathan der Einzige mit einer riesigen Baustelle in seinem Leben. Mit Fingerspitzengefühl behandelt die Autorin das sehr sensible Thema und zieht es nie ins Lächerliche oder überdramatisiert. Nathan und Devin zu verfolgen war wirklich ein gefühlvolles und emotionales Leseerlebnis für mich. Und der Titel ist nun mal wirklich Programm.

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